BSV Rehden steckt nach unnötiger Pleite beim HSV II tief im Abstiegsschlamassel

Tiefschlag zur Unzeit – 2:3

Der Ausgleich: Rehdens Andor Bolyki (Nr. 17) trifft nach Vorarbeit von Joseph Boyamba (re.) zum zwischenzeitlichen 1:1. - Foto: Vogler

Hamburg - Von Arne Flügge. Es war ein Moment tiefster Frustration und völliger Leere. Als Schiedsrichter Lukas Kirchland (TuS Nahne) die Partie gestern nach über 96 Minuten Abpfiff, schlichen die Fußballer des BSV Rehden wie begossene Pudel mit hängenden Köpfen vom Platz. Anstatt im Auswärtsspiel beim ebenfalls abstiegsbedrohten Hamburger SV II den ersehnten Befreiungsschlag zu landen, kassierte die Mannschaft von Trainer Fabian Gerber eine 2:3 (0:1)-Pleite – und steckt nun wieder selbst ganz tief im Abstiegssumpf.

„Solche Spiele darfst du nicht verlieren. Wir haben es hergeschenkt, das ist so bitter“, sagte ein merklich angeschlagener Co-Trainer Dario Fossi: „Wir waren die bessere Mannschaft, schaffen es aber einfach nicht, solche Spiele positiv zu bestreiten.“ Vergebene Großchancen auf der einen, krasse Fehler in der Defensive auf der anderen Seite – der BSV Rehden hat sich gestern wieder einmal selbst geschlagen. „Es ist einfach schade, dass sich die Jungs für den Aufwand, den sie betreiben, nicht belohnen und selbst beschenken“, seufzte Fossi – und sagte mit Blick auf die Tabelle: „Mit einem Sieg und dann 41 Punkten hätten wir fast schon durch sein können. So aber stecken wir ganz tief unten mit drin.“

Rehden ist zwar weiterhin Neunter mit 38 Punkten. Doch der Schein trügt. Der Vorsprung bei noch drei ausstehenden Spielen ist auf vier Punkte zum ersten Abstiegsplatz zusammengeschrumpft. Eventuell gibt es ja auch einen vierten Absteiger, sollte Werder Bremen II aus der Dritten Liga runterkommen. Und zu Goslar auf Rang 15 sind es nur noch drei Zähler Vorsprung. Es wird jetzt eine ganz enge Kiste für den BSV Rehden.

Dabei wäre ein Sieg gestern in Hamburg mehr als nur möglich gewesen. Rehden war die tonangebende Mannschaft. Doch es dauerte bis zur 37. Minute, ehe die Gäste erstmals richtig gefährlich wurden. Aber Joseph Boyamba verzog knapp. Nur 60 Sekunden später scheiterte Michael Wessel mit einem Kopfball an HSV-Keeper Tom Mickel. Wie aus heiterem Himmel dann in der 42. Minute das 1:0 für den HSV II: Tolcay Cigerci spielte Mehmet Arslan frei, der den Ball ins lange Eck zirkelte. „Da kommt der Gegner einmal vor das Tor – und schon ist er drin“, klagte Fossi: „Das hätten wir besser verteidigen müssen.“

Nach Bolykis Ausgleich nicht nachgelegt

Nach der Pause kam der BSV Rehden mit Wut im Bauch und viel Druck aus der Kabine. Nachdem Wessel erneut mit einem Kopfball an Mickel gescheitert war (51.), fiel zwei Minuten später doch der Ausgleich: Marcel Stutter gelang im Mittelfeld eine überragende Balleroberung, Rehdens „Sechser“ schickte Joseph Boyamba auf die Reise, der den freistehenden Andor Bolyki sah – 1:1.

Doch anstatt nun nachzusetzen, unbedingt den Führungstreffer erzwingen zu wollen, ließen die Rehdener plötzlich nach. Was in dieser Phase fehlte, war der unbedingte Wille, jetzt die Vorentscheidung suchen zu wollen. Der HSV II kam so zurück ins Spiel und in der 63. Minute auch zur 2:1-Führung. Nico Charrier steckte den Ball zwischen Kresimir Matovina und Michael Wessel durch zu Adel Daouri, der eiskalt vollstreckte. „Dieses Tor war völlig unnötig. Das darf uns einfach nicht passieren“, ärgerte sich Rehdens Co-Trainer Fossi.

BSV-Coach Fabian Gerber setzte nun alles auf eine Karte, brachte in der Schlussphase in Abu Bakarr Kargbo, Andreas Gerdes-Wurpts und Yuki Nakagawa noch drei offensive Kräfte. Doch nach einem weiteren Patzer in der Defensive fiel die endgültige Entscheidung. Anstatt die Kugel nach vorn zu schlagen, verlor Wessel den Ball im Dribbling gegen Charrier, der aus 18 Metern zum 3:1 (90.+3) traf. Per Foulelfmeter verkürzte der von Kerim Corolus gefoulte Kargbo 60 Sekunden später zwar noch auf 2:3, an der insgesamt völlig unnötigen Rehdener Pleite änderte dies aber nichts mehr.

Dementsprechend frustriert war auch Trainer Gerber. „Gegen einen direkten Mitkonkurrenten im Abstiegskampf zu verlieren, ist bitter. Völlig unnötig zu verlieren, ist dann doppelt bitter“, sagte der 36-Jährige, gab sich dann aber gleich wieder kämpferisch: „Wir werden wieder aufstehen!“

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