Am Catenaccio von Lupo Martini Wolfsburg gescheitert - 0:1

Rehden rennt vergeblich an

Immer noch ein Lupo-Bein dazwischen: Hier trennt Wolfsburgs Dennis Jungk (links) Rehdens Ramiz Pasiov (M.) vom Ball, Niklas Eilbrecht sichert mit ab. Pasiov belebte das Offensivspiel des BSV, Alexander Lüttmers (hinten links) hatte weniger gefährliche Szenen. Auch Rehdens Linkssaußen Kresimir Matovina kam seltener durch, als ihm lieb gewesen sein dürfte. - Fotos: Krüger

Aus Wolfsburg berichtet Cord Krüger - Am Ende nützte alles nichts: keine in die Offensive beorderten Innenverteidiger Michael Wessel und Kevin Schöneberg, kein nach vorn gestürmter Torwart Milos Mandic, der sich sogar noch an einer Linksflanke versuchte. Nach 93 einseitigen Minuten mit reichlich Dominanz des BSV Rehden bei Regionalliga-Aufsteiger Lupo Martini Wolfsburg pfiff Schiedsrichter Malte Göttsch ab, zeigte Schöneberg nach der 0:1 (0:1)-Niederlage der Schwarz-Weißen noch die Rote Karte wegen eines Remplers an Jan-Christian Meier – und Rehdens Trainer Stephan Ehlers stapfte mit zusammengepressten Lippen vom durch Dauerregen aufgeweichten Platz. „Schon Wahnsinn, dass wir heute so gar nichts mit nach Hause nehmen durften“, seufzte der BSV-Coach: „In der zweiten Halbzeit haben doch nur noch wir gespielt.“

Aber in der ersten Halbzeit spielten beide Mannschaften kaum. „Vor der Pause war das gar nichts“, schilderte BSV-Stürmer Ramiz Pasiov seine Eindrücke von der Bank: „Hat jemand mehr als zwei Stationen in unseren Spielzügen gesehen?“

Eher selten. Denn die Gäste fanden gegen die diszipliniert stehenden und gut verschiebenden Defensivreihen der Platzherren kaum Lücken. „Das ist eben eine italienische Mannschaft“, brachte Ehlers die Philosophie des Teams aus Wolfsburgs Nordstadt auf den Punkt: „Wir wussten, was die für einen Catenaccio auf den Platz bringen.“ Und die Verteidigungsmaschine von Trainer Francisco Coppi lauerte wachsam auf Konter. Mandic musste schon früh einen ersten Schuss von Leon Henze über die Latte lenken (6.).

Erstmals hatte Ehlers Alexander Lüttmers von Beginn aufgeboten – als Rechtsaußen, weil Moses Lamidi wegen der am Freitag zugezogenen Wadenverletzung von Kapitän Kevin Artmann wieder den Zehner geben musste. „Lütti“ hatte aber vor allem gegen Dennis Jungk einen schweren Stand. Und Lamidi kam kaum an Lupos starkem Harry Pufal vorbei. „Der Dreier hat das echt gut gemacht und fast keinen durchgelassen“, lobte selbst Schöneberg des Gegners Abwehrchef.

Auch deshalb gab es für die Gäste vor dem Wechsel zu wenig zwingende Aktionen. Trotzdem jubelten sie nach einem Freistoß des am Samstag äußerst agilen Rechtsverteidigers Viktor Pekrul, den Gazi Siala ins lange Eck köpfte. Doch der Sechser soll im Abseits gestanden haben (21.). Hinten ließen die Rehdener wenig zu – aber ein Moment der Unachtsamkeit reichte: David Chamorro nutzte ein Missverständnis zwischen Linksverteidiger Serdar Bingöl und dem zögerlich heraus gelaufenen Mandic, legte von rechts quer – und Andrea Rizzo stocherte die Kugel ins Netz (24.). „Wir leisten uns noch zu oft solche D-Jugend-Fehler“, schimpfte Schöneberg. „Ob jetzt Serdar oder Milos das Ding auf ihre Kappe nehmen sollten, muss ich mir noch im Video ansehen“, wiegelte Ehlers ab: „Klar ist aber: Wir müssen die Situation vorher bereinigen. So macht Lupo aus einer Chance ein Tor.“

Kleiner Trost: Es waren mehr. Etwa jene von Chamorro auf Zuspiel von Rizzo, die Mandic entschärfte (32.). Oder der Schuss von Philipp Stucki, den Bingöl noch von der Linie bolzte (35.).

Zur Pause stellte Ehlers um. „Unsere Leute hingen zu sehr in Wolfsburgs Abwehrkette – aber das war nichts, was sich nicht hätte reparieren lassen“, meinte der Coach. Für Hugo Magouhi brachte er Pasiov, der gleich in seiner ersten Szene Sekunden nach Wiederanpfiff den Ball nur knapp nicht an Lupo-Keeper Marius Sauss vorbei brachte. „Das war ein schöner Spielzug und super geflankt von Mo“, haderte Pasiov nach Lamidis Hereingabe, „aber ich war zu sehr in Rücklage.“ Danach setzte Pekrul einen Freistoß um Zentimeter zu hoch an (58.), die Rehdener Fans forderten nach einem Handspiel von Niklas Eilbrecht im Duell gegen Pasiov vergeblich Elfmeter (Ehlers: „Den hat er sogar gefangen!“), Linksaußen Kresimir Matovina traf mit einem satten Geschoss nur das Außennetz (83.). „Von solchen Versuchen aus der zweiten Reihe hätten ruhig mehr kommen können“, bedauerte Ehlers. „Aber man muss durch diese Lupo-Reihen auch erstmal durchkommen.“ Am Samstag gelang das nicht.

Mehr zum Thema:

FIFA-Klub-WM: Alle bisherigen Sieger

FIFA-Klub-WM: Alle bisherigen Sieger

Volvo hängt auf der Skipiste fest

Volvo hängt auf der Skipiste fest

Widerstand der Rebellen in Aleppo bricht immer mehr zusammen

Widerstand der Rebellen in Aleppo bricht immer mehr zusammen

Opel Insignia Grand Sport

Opel Insignia Grand Sport

Meistgelesene Artikel

Stuckenberg sieht große Fortschritte

Stuckenberg sieht große Fortschritte

Jannik Schilling steigt in Rehden aus

Jannik Schilling steigt in Rehden aus

Rehden besiegt Wolfsburg II nach starker Leistung mit 2:0

Rehden besiegt Wolfsburg II nach starker Leistung mit 2:0

Kommentare