Schilling: "Schwierige Entscheidung" / Appell an Einstellung der Spieler

Der nächste Trainer geht: Regionalligist Rehden entlässt Stephan Ehlers

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Stephan Ehlers in seinem letzten Einsatz als Trainer des BSV Rehden - am Samstag während des Auswärtsspiels bei Lupo Martini Wolfsburg. Nach nur gut drei Monaten im Amt wurde er am Dienstag entlassen.

Rehden - Von Cord Krüger. Der nächste personelle Paukenschlag beim BSV Rehden! Am Dienstag teilte Teammanager Peter Schöne Stephan Ehlers mit, dass er nicht mehr Chefcoach des Fußball-Regionalligisten ist.

Zuvor hatten Schöne, Vereins-Vorsitzender Friedrich Schilling und Sportvorstand Michael Weinberg die Lage nach der 0:1-Niederlage vom Samstag bei Aufsteiger Lupo Martini Wolfsburg und das damit verbundene Abrutschen auf den ersten Abstiegsplatz erörtert. Konsequenz: der fünfte Trainer in vier Jahren Viertklassigkeit der Schwarz-Weißen verlässt die Waldsportstätten.

 „Das kam für mich zu diesem Zeitpunkt überraschend“, sagte der A-Lizenz-Inhaber nach dem morgendlichen Telefonat: „Der Verein wollte sich noch heute tagsüber mit mir treffen, aber bei diesem Satz ahnt man ja schon, was kommt, wenn das bis zum Training am Abend keine Zeit hat. Da war mir die Nachricht am Telefon dann lieber.“ Doch der Gymnasiallehrer geht nicht im Groll: „Ich bin dem BSV sehr dankbar für die Chance, die er mir gegeben hat, und wünsche den Spielern alles Gute.“

Björn Wnuck übernimmt erneut interimsweise

Auch Co-Trainer Nils Grape, ebenfalls erst seit Mitte Juni im Amt, muss gehen. Vorübergehend übernimmt ein ehemaliger BSV-Aktiver den Tabellen-16.: Björn Wnuck. Schon im Sommer 2013 war er als Interimscoach nach dem Rücktritt des damaligen Trainers Predrag Uzelac eingesprungen.

„Für uns war es eine sehr schwierige Entscheidung“, sagte Schilling zur Entlassung von Ehlers und Grape: „Beide haben sehr professionell und akribisch gearbeitet, und es war überaus angenehm mit ihnen. Aber in letzter Konsequenz ist das Trainerteam eben das schwächste Glied.“

Der Entschluss zu diesem Zeitpunkt überrascht trotzdem. Denn einige von Ehlers‘ Vorgängern hatten mehr Zeit bekommen – und in diesen Phasen weniger Fortschritte aufzuweisen. „Ich selbst hätte mir auch gewünscht, dass der Verein mir weiter vertraut. Ich hatte den Eindruck, dass es zwischen mir und der Mannschaft stimmt“, urteilte Ehlers. Immerhin hatte der BSV unter ihm den Durchmarsch bis ins Halbfinale des Niedersachsenpokals geschafft und dabei solch große Regionalliga-Kaliber wie den VfB Oldenburg, SV Meppen und TSV Havelse ausgeschaltet. „Und auch in der Liga sind wir ja nicht abgeschlagen“, verwies der Coch auf die nur drei Punkte bis zu Platz elf. Nun aber steht der BSV auf Platz 16, „und die Tabelle lügt nicht“, hielt Weinberg dagegen.

Schilling: Keine Erklärung für Erfolglosigkeit

„Warum der Erfolg in der Liga weitgehend ausblieb, wissen wir nicht“, räumte Schilling ein. „Und wir hatten nicht mehr den Eindruck, dass sich das im nächsten Spiel am Samstag zu Hause gegen Eintracht Braunschweig II ändert. Also haben wir gehandelt, und die Mannschaft hat jetzt kein Alibi mehr.“ Er nahm die Spieler in die Pflicht: „Wir haben mehr Qualität im Kader als in der Vorsaison, die Trainer haben die Jüngeren weitergebracht – aber große Vereinsnamen in der Vita der Älteren reichen nicht“, stellte der BSV-Macher klar. Auch Weinberg grübelte über den Unterschied zwischen K.o.-Runde und Viertliga-Alltag: „Solche Mannschaften schlägt man ja nicht im Vorbeigehen. Also lag es entweder an der Einstellung auf dem Platz oder daran, dass der Trainer die Jungs nicht mehr erreicht hat.“

Das soll sich jetzt zeigen, wenn die Fußballer sich ohne das Trainerteam als „Alibi“ beweisen müssen. Jetzt steht jeder einzelne Spieler in der Pflicht. Wir lassen keine Ausreden mehr gelten“, bekräftigte Weinberg.

Nun sucht der Club mal wieder einen neuen Übungsleiter. „Vorher hatten wir kleinen Plan B, es gab keinerlei Gespräche mit anderen Trainern“, erklärte Weinberg. Der „Neue“ soll kein weitgereister Starcoach sein, „der hier den ganzen Laden wieder durcheinander bringt und neue Spieler fordert“, formuliert Schilling die erste Einstellungsvoraussetzung. Denn an der Idee, nach und nach junge Talente in den Kader einzubauen, wolle er festhalten: „Das kann aber nicht von heute auf morgen oder von einem Jahr zum nächsten klappen. Diese Jungs müssen rangeführt werden. Deshalb brauchten wir auch solch gestandene Spieler aus den erwähnten großen Vereinen.“ Schilling sucht daher einen Trainer aus der Region, „der sich hier auskennt und weiß, wo in der Gegend die Talente schlummern.“

Ehlers und Grape haben das getan. „Und dafür bin ich ihnen auch sehr dankbar. Beide haben sich immer korrekt verhalten. Wir können ihnen nichts vorwerfen – nur, dass der Erfolg ausgeblieben ist.“

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