Mittelfeldspieler verlässt Rehden schon wieder / Schilling: „Keine Extrawurst“

Ficara geht, weil „ich vom Kopf her nicht mehr hier war“

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Gerade einmal acht Wochen hielt es Alessandro Ficara (li.) in Rehden – schon ist der Mittelfeldspieler wieder weg.

Rehden - Von Arne Flügge. Er galt als einer der Hoffnungsträger des Fußball-Regionalligisten BSV Rehden auf der linken Außenbahn für die laufende Saison – doch nach nur zwei Monaten ist Alessandro Ficara überraschend wieder weg. „Wir haben den Vertrag am Mittwochabend aufgelöst“, bestätigte BSV-Boss Friedrich Schilling gestern.

Ficara war im Sommer vom SV Wilhelmshaven gekommen, der Ruf, etwas schwierig zu sein, war ihm damals bereits vorausgeeilt. Dennoch griff Rehden zu, weil der Club von den fußballerischen Qualitäten des 23-Jährigen überzeugt war und auch noch ist. „Er ist ein sehr guter Fußballer, aber bei uns müssen sich alle an die Spielregeln halten“, sagt Schilling.

Ficara, so Schilling, sei fest entschlossen gewesen, seinen bis 2016 laufenden Kontrakt sofort aufzulösen, „weil er sich missverstanden fühlte“, wie es Schilling erklärt. In Wilhelmshaven habe der begnadete Dribbler diverse Freiheiten gehabt, die er sich nun wohl auch in Rehden herausnehmen wollte. „Doch die gibt es bei uns nicht, hier werden alle gleich behandelt, wir braten für niemanden eine Extrawurst“, macht Schilling deutlich.

Welche Freiheiten das im Detail waren, darauf wollte Schilling nicht näher eingehen. Dem Vernehmen nach soll Ficara aber so etwas wie eine Stammplatzgarantie eingefordert und sich generell nicht genügend gewertschätzt gefühlt haben. Zudem soll sein Berater immer wieder versucht haben, Einfluss zu nehmen.

„Ich weiß nicht, was er sich da vorgestellt hat“, meint Schilling, „aber wenn einer unbedingt nicht mehr bei uns spielen will, dann kann man ihn nicht zwingen.“ Zumal Ficaras Vertrag nicht schlecht dotiert war, und der BSV Rehden nun das eingesparte Geld wieder investieren kann. „Die Zeit der Bayern-Ära bei uns ist vorbei, und da wir im DFB-Pokal gegen Aalen auch keine großen Einnahmen hatten, müssen wir jetzt mit den Finanzen klarkommen, die wir zur Verfügung haben. Wir müssen und wollen unser Konzept mit jungen, hochtalentierten – aber auch günstigen Spielern fortsetzen“, kündigt Schilling an.

Bevor das Transferfenster am Montag schließt, schaut sich der BSV Rehden noch nach Verstärkungen und nach einem Nachfolger für Alessandro Ficara um. „Wir sind in einigen Gesprächen“, sagt Schilling, aber es sei noch nichts perfekt.

Ohnehin ist es derzeit schwer, einen herausragenden Spieler zu bekommen, wie Trainer Andreas Petersen feststellt. „Wir müssen ja immer bedenken, dass die Spieler hier am Tage noch arbeiten und erst abends trainiert wird. „Und wir wollen nicht einfach etwas machen, nur um etwas zu machen. Es wird keinen Schnellschuss geben, denn wir haben im Kader bereits eine hohe Qualität“, weiß der 54-Jährige.

Den Weggang von Ficara bedauert Petersen. „Ich hätte gern mit ihm weitergearbeitet. Der Junge hat sich aber dafür entschieden, etwas anderes zu machen“, so der Coach. Ihn mit Gewalt zu halten, wäre nicht das richtige Mittel, denn ein Spieler, der unbedingt weg will, „ist eine tickende Zeitbombe“.

Dass Ficara, der mit Clubs in der Regionalliga West in Verbindung steht, nicht genügend Einsatzzeiten bekommen habe, kann Petersen nicht nachvollziehen. Schließlich stand der Mittelfeldspieler in vier Ligaspielen 225 Minuten, im DFB-Pokal 80 Minuten und in zwei NFV-Pokal-Begegnungen 103 Minuten auf dem Platz. „Ungeduld bringt keinen weiter“, erklärt Petersen, „ich habe als Trainer schon so viele Talente sterben sehen.“

Am Anfang habe er sich noch gut gefühlt, erklärt Ficara, „doch dann hat alles nicht mehr gepasst, ich war vom Kopf her nicht mehr in Rehden und wollte meinen Vertrag schon nach dem ersten Spiel in Wolfsburg auflösen.“ Zum Saisonauftakt saß der 23-Jährige die ersten 45 Minuten auf der Bank.

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