1:5-Klatsche / „Wir haben uns ergeben“

Meppen filettiert Rehden

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Rehdens Neuzugang Maciej Zieba (vorn) setzte nur in Durchgang eins einige Akzente. 

Rehden - Von Arne Flügge. Als Michael Wessel – fast starr vor Entsetzen darüber, was er und seine Kollegen da gerade abgeliefert hatten – den Platz verließ, kam ein kleiner Junge auf den Abwehrchef von Fußball-Regionalligist BSV Rehden zu. „Kann ich bitte ein Autogramm haben?“, fragte der Knirps höflich. Antwort Wessel: „Bist du sicher, dass du nach der Leistung noch eines von mir willst?“ Der Junge nickte verlegen. Klar bekam das Kind die Unterschrift auf seine Eintrittkarte. Doch nach echter Fannähe war dem Rehdener Verteidiger gerade nicht zumute. „Ich muss das erstmal verarbeiten. Was wir gezeigt haben, war eine Katastrophe“, seufzte der 28-Jährige nach der 1:5 (1:1)-Heimklatsche gegen den SV Meppen.

Der Knackpunkt des Spiels war die Gelb-Rote Karte für Rehdens defensiven Mittelfeldspieler Jeff Gyasi in der 46. Minute. Nach einem Zweikampf hatte er Gelb gesehen, sich dann beschwert – und schon flog er vom Platz. „Dieser völlig unnötige und dumme Platzverweis war für uns der Genickbruch“, sagte Rehdens Trainer Stephan Ehlers: „Meppen hat ein ganz starkes Zentrum, wenn wir dann unseren besten zentralen Defensivspieler verlieren, wird es schwer.“

Bis dahin hatten die Gastgegeber nach dem frühen Führungstor von Wessel per Elfmeter (11.) und dem Ausgleich von Marius Kleinsorge (37.) die Partie offen gehalten. Auch, weil BSV-Keeper Milos Mandic einen Sahnetag erwischt und allein in Durchgang eins drei glasklare Chancen der Meppener zunichte gemacht hatte. „Der hat ein paar Mal richtig super gehalten. Sonst hätten wir die Partie schon früher entscheiden können“, meinte Meppens Trainer Christian Neidhart.

Dass es gegen so ein Topteam in Unterzahl schwer werden würde, war klar. Aber dass sich der BSV Rehden danach fast ohne Gegenwehr regelrecht filettieren ließ, war total erschreckend. Martin Wagner (63.), Sebastian Schepers (70.), Thilo Leugers (73.) per Foulelfmeter (Narciso Lubaca hatte Janik Jesgarzewski gelegt) und der gerade eingewechselte Torben Deters (87.) trafen wie sie wollten und schubsten den BSV Rehden damit in ein Jammertal. Dass Mandic zwischendurch noch weitere Gegentore verhinderte, ist nur ein weiterer Beweis für die Auflösungserscheinungen der Gastgeber nach dem Platzverweis von Gyasi.

„Wir waren nur einer weniger und nicht drei weniger. Das müssen wir besser zu Ende spielen“, knurrte Wessel, der sich von den Vorderleuten auch ein Stück weit allein gelassen fühlte. „So, wie Meppen zu Chancen und Toren gekommen ist – das war schon erschreckend. Neun Gegentore in zwei Spielen, das ist wirklich brutal.“

Auch Trainer Stephan Ehlers konnte es nicht glauben und erst recht nicht fassen, wie sich seine Mannschaft in der zweiten Halbzeit präsentiert hatte. „Wir haben uns ergeben und dann fünf Dinger gefressen. Das haut so nicht hin“, echauffierte sich der Coach über die Art und Weise, wie sich seine Mannschaft von den Meppenern hatte über die Wiese treiben lassen. „Jeder muss sich nach so einer Leistung hinterfragen, ob er überhaupt bereit ist, alles zu geben“, zürnte Ehlers. Wie viele Zweikämpfe geführt wurden, „das war einfach nicht regionalligareif“. Jeder Einzelne und auch das Team als Ganzes hätte mehr dagegenhalten müssen.

Denn nach nur einem Punkt aus den ersten drei Saisonspielen steht der BSV Rehden jetzt da, wo er eigentlich nicht stehen wollte: mit dem Rücken zur Wand. „Wir haben jetzt schon wieder den Druck“, meinte Ehlers, „aber den haben wir uns selbst gemacht.“

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