Erstrunden-Sieg im Niedersachsenpokal über Oldenburg / Mandic die Nummer eins

Magouhis frühes Tor beschert Rehden das Achtelfinale – 1:0

Äußerst agil und einsatzreudig: Corvin Behrens (am Ball) hängt hier Oldenburgs Andreas Pollasch ab. - Foto: Krüger

REHDEN - Ja, schon gut. Der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Und nein, nach dem ersten Pflichtspiel sollte niemand vorschnelle Schlüsse ziehen. Einiges lässt sich nach dem erstaunlich abgeklärten 1:0 (1:0)-Erfolg des BSV Rehden aber doch schon erkennen, durch den die Schwarz-Weißen gestern vor 900 Zuschauern gegen Regionalliga-Kontrahent VfB Oldenburg ins Achtelfinale des Niedersachsenpokals einzogen. Erstens: Die Mannschaft ist fit und übersteht eine Hitzeschlacht wie die gestrige ziemlich cool. Zweitens kann sie ein knappes Ergebnis verwalten und über die Zeit retten. Drittens agiert sie über die Flügel und im Zentrum deutlich variabler als zum Ende der Vorsaison. Auch dank ihres neuen Instinkt-Stürmers Hugo Magouhi. Der traf zum Tor des Tages.

Klar, dass der Neuzugang von der Hammer SpVg. nach dem Abpfiff mal wieder bestens gelaunt war: „Meine Mitspieler haben mir vorher gesagt, was das überhaupt für ein Derby ist. Und Derbys sind immer toll. Jeder ist heute besonders motiviert gewesen.“ Auf seinen Status als Matchwinner ging er lieber nur am Rande ein: „Es war ein guter Anfang. Für Stürmer ist das vor allem wichtig, gleich ein Tor zu schießen. Und wenn Möglichkeiten für mich da sind, ziele ich eben.“

Bereits nach 100 Sekunden hatte der Ivorer nicht lange gefackelt, als er nach einem feinen Pass des agilen Corvin Behrens über links durchgesprintet war und VfB-Schlussmann Patrick Nettekoven mit einem rotzfrechen Schuss in die Torwart-Ecke prüfte. Und schon in seiner nächsten Szene drehte er jubelnd ab: Behrens hatte Moses Lamidi geschickt, der setzte sich auf der linken Seite gegen drei Oldenburger durch, überlupfte den Rest der Hintermannschaft – und am zweiten Pfosten köpfte Magouhi völlig frei zum 1:0 ein (4.).

„Das ist natürlich sehr negativ, wenn man mit einer so neu formierten Mannschaft schon nach drei Minuten in Rückstand gerät“, seufzte Dietmar Hirsch. Dem VfB-Trainer gaben zu große Lücken im ersten Durchgang zu denken: „Wenn die Abstände zwischen unserer Viererkette und dem Stürmer 50 Meter betragen, ist das zu viel.“

Dennoch hatten die Gäste Chancen zum Ausgleich: Die erste vergab Leon Lingerski aus drei Metern, als er nach einem Freistoß von Michael Denz sträflich allein vor dem Tor stand (22.). Die zweite Gelegenheit ließ Denz selbst liegen – aus ähnlich kurzer Distanz (40.). Zu diesem Zeitpunkt ackerte der VfB nur noch zu zehnt, weil Marc Meunier die Ampelkarte gesehen hatte (34.). Eine harte Entscheidung von Schiedsrichter Jost Steenken, der bei einem Tackling gegen Rehdens nur schwer zu stoppenden Lamidi ein Foul gesehen hatte und die zweite Gelbe Karte zückte. Die erste hatte Meunier allerdings wegen Ballwegschlagens kassiert – gelinde gesagt sein Fehler.

„Gegen zehn Mann ist es aber nicht immer leichter“, räumte Rehdens Trainer Stephan Ehlers ein, „das hat man heute gesehen.“ Vor allem nach der Pause war er es, der wie zuvor Hirsch die Raumaufteilung monierte: „In der zweiten Halbzeit haben wir die Abstände nicht so gut hinbekommen – da konnte der VfB immer wieder in die Räume stoßen.“

Auch, weil Hirsch zur Pause in Conrad Azong einen zweiten Stürmer neben dem Ex-Rehdener Kiala Kifuta gebracht und die Abwehr auf eine Dreierreihe eingedampft hatte. Ein paarmal wackelte deshalb die Defensive der Schwarz-Weißen. Doch entweder putzte der gestern wieder bärenstarke Jeff Gyasi aus oder Oldenburg fehlte die Präzision. Wie bei zwei deutlich zu hoch angesetzten Freistößen von Michael Denz (59./60.) – seine letzten beiden Szenen vor der Auswechslung. Und in der Schlussviertelstunde zeigte BSV-Torwart Milos Mandic seine Klasse, als er bei einem Freistoß von Leon Neldner und direkt darauf bei einem Kopfball Kifutas prima reagierte (76.).

„Milo“ rechtfertigte damit das von Ehlers in ihn gesetzte Vertrauen, der den 31-Jährigen am Samstag nach dem Abschlusstraining als seine Nummer eins für die Saison bestimmt hatte. „Natürlich freut mich das, denn jeder von uns will spielen“, stellte Mandic klar. Zugleich hob er hervor, dass „es ein sehr fairer Wettkampf zwischen mir und Felix Junghan war – und weiter sein wird“. Der vom Goslarer SC gekommene Keeper „hat sich aber nichts vorzuwerfen“, unterstrich Ehlers. Große Unterschiede zwischen beiden erkannte er nicht – nur den der Erfahrung. „Und Felix ist noch jung, ihm gehört die Zukunft.“

Rehdens nächste Zukunft nach dem Regionalliga-Start am Freiagabend bei der SV Drochtersen/Assel hat den SV Meppen parat: Am Mittwoch, 3. August, trifft der BSV um 19.30 Uhr im Pokal-Achtelfinale damit auf den nächsten Liga-Rivalen.

Von Cord Krüger

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