BSV-Mittelfeldmann im Glück

Lamidi glücklich: „Die Hormone spielen verrückt“

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Moses Lamidi (links) hat sein Leben total verändert – und das tut dem 28-Jährigen offenbar richtig gut. Rehdens Mittelfeldmann ist aktuell in Top-Form.

Rehden - Von Malte Rehnert. Glücklich im Privatleben, zufrieden im Job. Dazu noch eine Ernährungsumstellung – das sind sie eigentlich schon, die Zutaten für das Erfolgsrezept von Moses Lamidi. „Ich bin momentan rundum glücklich“, sagt der 28-Jährige vom Fußball-Regionalligisten BSV Rehden.

Und weil das so ist, klappt es auch auf dem Rasen hervorragend. Der offensive Mittelfeldmann war am Sonntag mit einem Tor und einer Vorlage maßgeblich am 2:2 beim VfB Oldenburg beteiligt. Schon in der Woche zuvor hatte er beim 2:0 gegen Norderstedt einen Treffer und einen Assist geliefert, mit vier Toren aus sechs Spielen ist er Rehdens bester Schütze. „So darf es gerne weitergehen“, meint Lamidi mit einem Lächeln: „Dann würden wir wohl auch nicht mehr so weit unten stehen.“ Aktuell belegt der BSV mit fünf Punkten Rang 15.

Aber nicht mehr allzu lange, glaubt Lamidi: „Wir haben eine starke Mannschaft und gute Chancen auf einen einstelligen Tabellenplatz. Ich bin zurückgekommen, um so weit oben mitzuspielen wie möglich.“

Anfang 2015 war Moses Oluwasegun Sodiq Lamidi, so sein voller Name, schon mal in Rehden gelandet. Er, der zwölf Einsätze in der ersten (für Borussia Mönchengladbach) und 24 in der zweiten Bundesliga (für Gladbach, Oberhausen, Karlsruhe und den FSV Frankfurt) vorweisen kann, kam damals vom Regionalligisten KFC Uerdingen. Und er gesteht: „Ich hatte keinen Verein und wollte Rehden als Sprungbrett nutzen.“ Nach nur einem halben Jahr war er wieder weg, heuerte beim dänischen Zweitligisten Vejle BK an. Zu dieser Zeit setzte der in Lagos (Nigeria) geborene Lamidi, der in der Jugend bei Alemannia Achen und Borussia Mönchengladbach spielte, noch voll auf die Karte Fußball.

So richtig weitergebracht hat ihn der Auslandsaufenthalt allerdings nicht. Zumindest fußballerisch nicht. Privat wird er Dänemark hingegen in bester Erinnerung behalten. Im Sommer heiratete er in Kopenhagen seine Freundin Patricia, die eine Tochter mit in die Ehe brachte. „Ich habe eine super Frau, das pusht mich total. Die Hormone spielen verrückt, ich bin einfach nur happy“, schwärmt Lamidi. Um den Lieben näher zu sein, verließ er Dänemark und kehrte nach Rehden zurück: „Das sind jetzt nicht mehr sieben Stunden Entfernung, sondern nur noch zwei.“ Seine Familie lebt nach wie vor in Düsseldorf, wo seine Frau als selbstständige Make-up-Artistin arbeitet. Am Wochenende sind die Lamidis dann in Rehden vereint. „Fußball ist und bleibt meine Leidenschaft, aber ich habe jetzt viel mehr Verantwortung und eine Familie zu versorgen“, sagt der 28-Jährige.

Sein Leben habe sich insgesamt total verändert. Neben dem Fußball hat er mittlerweile einen Job im Lager eines Diepholzer Unternehmens, muss morgens um fünf Uhr aufstehen. „Daran werde ich mich nie gewöhnen“, lacht Lamidi, „aber wenn ich erst mal wach bin und einen Kaffee hatte, dann geht es.“

Die Ernährung ist ein weiteres gutes Beispiel, das zeigt, wie sich Rehdens Nummer „9“ gewandelt hat. „Morgens gibt es Vollkornprodukte, Avocado, auch mal ein Spiegelei. Tagsüber dann viel Obst und Wasser – und nach 20 Uhr keine Kohlenhydrate mehr“, berichtet Lamidi und erklärt, warum er inzwischen beim Essen und Trinken deutlich mehr auf sich achtet: „Ich war ziemlich verletzungsanfällig, vor allem, was muskuläre Geschichten angeht. Deshalb habe ich alles auf den Kopf gestellt und auch meine Ernährung komplett umgestellt.“ Sein Fazit: „Ich war noch nie so fit wie jetzt, kann meine Kräfte voll ausschöpfen. Das tut mir sehr gut.“ Dem BSV übrigens auch, denn der „neue Lamidi“ glänzt – besonders im Zusammenspiel mit Stürmer Hugo Magouhi. „Wir verstehen uns gut, auch abseits des Platzes“, sagt Lamidi und ergänzt mit einem Schmunzeln: „Vielleicht können wir uns künftig mit dem Toreschießen abwechseln.“

Wie lange er diesmal in Rehden bleibt, mag Lamidi nicht prophezeien. Er fühlt sich zwar wohl, hätte aber auch nichts dagegen, irgendwann noch näher an seiner Familie dran zu sein. Deshalb hält er sich bedeckt und sagt nur: „Wer weiß, wo mich mein Weg noch hinführt . . .“

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