Schöneberg irritiert vom Platzverweis

„Jetzt habe ich erstmal frei“

Am Ende rannte Kevin Schöneberg sogar als Rechtaußen mit nach vorn. Doch Rehden verlor trotzdem – und Schöneberg sah Rot.

Wolfsburg - Ziemlich bedient trabte Kevin Schöneberg aus dem Stadion von Lupo Martini Wolfsburg zum Mannschaftsbus. „Jetzt habe ich erstmal etwas spielfrei“, ahnte der Innenverteidiger des BSV Rehden, der am Samstag Sekunden nach der 0:1-Niederlage beim Regionalliga-Aufsteiger noch die Rote Karte gesehen hatte. Trainer Stephan Ehlers und seinem Co-Trainer Nils Grape war diese Szene nach dem Abpfiff komplett entgangen, den meisten Zuschauern genauso. Der „Sünder“ selbst wusste ebenfalls nicht so recht, warum er den Roten Karton sah: „Es war ein Gerangel vor dem Strafraum, ich habe meinen Körper reingestellt – mehr war nicht.“ Schiedsrichter Malte Göttsch wertete das allerdings offenbar als grobes Foul oder gar Tätlichkeit. Näheres wird sein Bericht ergeben.

Vielleicht liegt eben doch ein Unterschied in der Bewertung von Härte zwischen dieser Regionalliga und der 3. Liga, aus der der Defensiv-Allrounder von Preußen Münster kurz vor Ende der Wechselfrist nach Rehden gekommen war. Doch Schöneberg relativierte: „In meinem letzten Jahr bei Preußen habe ich nicht mehr so oft gespielt.“

Da traf sich das Rehdener Interesse an einem Mann zur Stärkung des Defensivverbunds gut: „Trainer Stephan Ehlers und Teammanager Peter Schöne haben mit mir gesprochen und gesagt, dass sie noch jemanden für hinten brauchen – da habe ich zugesagt“, skizzierte der Ex-Zweitliga-Profi das Zustandekommen der Verpflichtung. Seitdem setzt Ehlers den langjährigen defensiven Mittelfeldmann als Innenverteidiger ein – für Schöneberg kein Problem. Er umgeht auch die Fußballer-Floskel Nummer eins („Ich spiele da, wo der Trainer mich hinstellt) und umschreibt sein Portfolio so: „Ich habe zwar oft als Sechser, aber auch schon als Innenverteidiger oder hinten rechts gespielt – das alles wäre kein Problem für mich. Bevor ich aber im Sturm auflaufen soll, setze ich mich lieber freiwillig auf die Bank!“

Trotzdem hielt es ihn am Samstag nicht mehr hinten, sondern er unterstützte mit zunehmender Spieldauer Viktor Pekrul als Mischung aus Rechtsverteidiger und Rechtsaußen. „Ich habe einen ganz guten Fuß für Rechtsflanken“, nannte der Routinier einen Grund für seine Vorstöße. Der andere war der Ehrgeiz: „Gegen diese Mannschaft hätten wir einen Punkt holen müssen“, ärgerte sich der gebürtige Kölner: „Aber wie fast immer, seitdem ich hier bin, haben wir zwei unterschiedliche Halbzeiten gezeigt.“ Und die Aufholjagd nach der ersten Hälfte war zu viel für den BSV. - ck

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