Regionalligist trennt sich von Trainer und „Co“ Grape

Abruptes Ende der Ära Ehlers, und Rehden sucht mal wieder

Sie trainierten nur einen Sommer: Stephan Ehlers und Nils Grape (v.l.) wurden gestern beim BSV Rehden entlassen. - Foto: Krüger

„Für uns war es eine sehr schwierige Entscheidung“, gestand Schilling: „Beide haben sehr professionell und akribisch gearbeitet, und es war überaus angenehm mit ihnen. Aber in letzter Konsequenz ist das Trainerteam eben das schwächste Glied.“ Schöne machte „vor allem Angst, dass wir in Wolfsburg mal wieder zwei unterschiedliche Halbzeiten gezeigt haben: In der ersten tragen viele einfach nur ihr Trikot spazieren, in der zweiten spielen wir den Gegner an die Wand, schaffen es aber nicht, ein Tor zu schießen.“

Der Entschluss zu diesem Zeitpunkt überrascht trotzdem. Denn einige von Ehlers‘ Vorgängern bekamen mehr Zeit eingeräumt – trotz weniger erfreulicher Bilanzen. Immerhin schaffte der BSV unter Ehlers den Durchmarsch ins Halbfinale des Niedersachsenpokals und schaltete dabei große Regionalliga-Kaliber wie den VfB Oldenburg, SV Meppen und TSV Havelse aus. „Warum das dann in der Liga weitgehend ausblieb, wissen wir nicht“, räumte Schilling gestern ein: „Und weil wir nicht mehr den Eindruck hatten, dass sich das im nächsten Spiel ändert, haben wir gehandelt. Jetzt hat die Mannschaft kein Alibi mehr.“ Jene Mannschaft, die Schöne zu einem großen Teil mit zusammengestellt hat. 

„Da muss ich mich auch selbst in die Verantwortung nehmen“, wusste der Teammanager. Doch sein Posten stehe nicht zur Diskussion, unterstrich Schilling. Stattdessen nahm er die Spieler in die Pflicht: „Wir haben mehr Qualität im Kader als in der Vorsaison, die Trainer haben die Jüngeren weitergebracht.“ Vielmehr erhöht er den Druck auf die Etablierten: „Große Vereinsnamen in der Vita der Älteren reichen nicht.“ Auch Weinberg grübelt über die zwei Gesichter in K.o.-Runde und Liga: „Solche Gegner wie im Pokal schlägt man ja nicht im Vorbeigehen. Also lag es entweder an der Einstellung auf dem Platz oder daran, dass der Trainer die Jungs nicht mehr erreicht hat.“

Das muss sich jetzt zeigen, wenn die Fußballer sich ohne das Trainerteam als „Alibi“ beweisen müssen. „Wir lassen keine Ausreden mehr gelten“, bekräftigte Weinberg. Und Schilling ergänzte: „Klar könnten wir den einen oder anderen Spieler an die Luft setzen. Aber so einfach ist das nicht“, erinnerte er an die Kombination aus Fußball und Arbeit: „Da haben wir bei einigen Chefs gebettelt, diesen oder jenen einzustellen, damit er bei uns spielen kann. Und dann sollen wir diesen Firmen heute sagen, dass wir ihn nicht mehr brauchen können? Das geht nicht.“

Doch das auf Job und Leistungssport basierende Modell könne greifen, verweist er auf einstige BSV-Leistungsträger wie Maarten Schops, Sergej Dikthiar, Mehmet Koc und Stefan Bernholt, „die noch immer in der Region arbeiten und hier in und um Rehden auch mit ihren Familien sesshaft geworden sind.“

Ein weiterer dieser einstigen Aktiven heißt Björn Wnuck. Er übernimmt den Tabellen-16. nun vorübergehend mit dem verbliebenen Co-Trainer Jacek Burkhardt – wie im Sommer 2013 nach dem Rücktritt des damaligen Trainers Predrag Uzelac. Anders als damals will er diese Aufgabe aber nicht mehr bis zum Saisonende ausfüllen.

Björn Wnuck übernimmt nur für kurze Zeit

„Ich kann nur für zwei Wochen versuchen zu helfen“, verdeutlicht der 32-Jährige: Für alles andere bin ich beruflich zu stark eingespannt.“

Also sucht der Club mal wieder einen neuen Übungsleiter. „Das soll aber kein weitgereister Starcoach sein, der hier den ganzen Laden wieder durcheinanderbringt und neue Spieler fordert“, formuliert Schilling die erste Einstellungsvoraussetzung. An der Idee, nach und nach junge Talente in den Kader einzubauen, wolle er festhalten: „Das kann aber nicht von heute auf morgen oder von einem Jahr zum nächsten klappen. Diese Jungs müssen rangeführt werden. Deshalb brauchten wir auch noch gestandene Spieler aus den erwähnten großen Vereinen.“ Schilling sucht daher einen Trainer aus der Region, „der weiß, wo in der Gegend die Talente schlummern.“

Ehlers und Grape wussten es. „Und dafür bin ich ihnen auch dankbar. Beide haben sich immer korrekt verhalten. Wir können ihnen nichts vorwerfen – nur, dass der Erfolg ausgeblieben ist.“

Ein Kommentar zur Entlassung von Trainer Stephan Ehlers

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