Philippiner wählen umstrittenen Politiker zum Präsidenten

Rodrigo Duterte hat es geschafft: Die Philippiner haben den 71-Jährigen mit der frechen Gossensprache ins Präsidentenamt gewählt. Foto: Ritchie B. Tongo
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Rodrigo Duterte hat es geschafft: Die Philippiner haben den 71-Jährigen mit der frechen Gossensprache ins Präsidentenamt gewählt. Foto: Ritchie B. Tongo
"Zisch ab, Du Hurensohn" - so sprach Duterte über Papst Franziskus, weil er bei dessen Besuch in Manila im vergangenen Jahr einmal fünf Stunden im Verkehrsstau steckte. Foto: Ettore Ferrari/Archiv
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"Zisch ab, Du Hurensohn" - so sprach Duterte über Papst Franziskus, weil er bei dessen Besuch in Manila im vergangenen Jahr einmal fünf Stunden im Verkehrsstau steckte. Foto: Ettore Ferrari/Archiv
Auf seinen Ruf als Frauenheld angesprochen zeigte Duterte auf seinen Schritt und sagte: "Ich bin ja nicht impotent. Soll ich den da einfach rumhängen lassen? Wenn ich Viagra nehme, steht er." Foto: Uli Deck
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Auf seinen Ruf als Frauenheld angesprochen zeigte Duterte auf seinen Schritt und sagte: "Ich bin ja nicht impotent. Soll ich den da einfach rumhängen lassen? Wenn ich Viagra nehme, steht er." Foto: Uli Deck
Drogen-Razzia in Manila: "Alle umbringen" - das ist Dutertes Rezept vor allem für Rauschgifthändler. Wer nicht verschwinde, sei in Lebensgefahr: "ich werde euch alle umbringen, in die Bucht von Manila werfen und damit die Fische füttern." Foto: Rolex Dela Pena/Archiv
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Drogen-Razzia in Manila: "Alle umbringen" - das ist Dutertes Rezept vor allem für Rauschgifthändler. Wer nicht verschwinde, sei in Lebensgefahr: "ich werde euch alle umbringen, in die Bucht von Manila werfen und damit die Fische füttern." Foto: Rolex Dela Pena/Archiv
Auch wenn Duterte wie Donald Trump gerne provoziert und schockiert, distanziert er sich von dem US-Politiker: "Der ist doch ein Fanatiker, das bin ich nicht." Foto: Erik S. Lesser
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Auch wenn Duterte wie Donald Trump gerne provoziert und schockiert, distanziert er sich von dem US-Politiker: "Der ist doch ein Fanatiker, das bin ich nicht." Foto: Erik S. Lesser
Über den Fall einer australischen Missionarin, die in seiner Heimatstadt Davao vor Jahren mehrfach vergewaltigt und ermordet wurde, sagte Duterte: "Ich dachte, als Bürgermeister hätte ich als erster "dran" sein sollen." Foto: Mark R. Cristino
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Über den Fall einer australischen Missionarin, die in seiner Heimatstadt Davao vor Jahren mehrfach vergewaltigt und ermordet wurde, sagte Duterte: "Ich dachte, als Bürgermeister hätte ich als erster "dran" sein sollen." Foto: Mark R. Cristino

Mit Verbalattacken und derben Witzen hat sich ein unbekannter Bürgermeister auf den Philippinen erst ins Rampenlicht und nun auf den Präsidentensessel katapultiert. Ein kommender Diktator oder Friedensstifter?

Manila (dpa) - Nach seinem mit Entgleisungen und Beleidigungen gespickten Wahlkampf hat der Sieger der philippinischen Präsidentenwahl vorerst leisere Töne angeschlagen. "Ich nehme das Mandat der Wähler mit extremer Demut an", sagte der Bürgermeister von Davao, Rodrigo Duterte.

"Ich strecke meinen Gegnern die Hand zur Versöhnung entgegen." In seiner Heimatstadt Davao wurde der seit fast 30 Jahren amtierende Bürgermeister schon lange als Held gefeiert. Am Dienstag rollten die Angestellten der zweigrößten Stadt Siegerplakate aus. "Danke! Lang leben die Philippinen!" stand darauf, neben einem Foto, auf dem der 71-Jährige nicht wie üblich mit erhobener Faust, sondern fast nachdenklich und staatsmännisch dreinschaute.

Duterte lag nach einer inoffiziellen Auszählung von mehr als 90 Prozent der Stimmen mit gut 38 Prozent uneinholbar vor seinen engsten Verfolger. Ex-Innenminister Mar Roxas und Senatorin Grace Poe räumten ihre Niederlage ein. Duterte tritt das Präsidentenamt am 30. Juni an.

Duterte hat den mehr als 100 Millionen Philippinern versprochen, binnen sechs Monaten mit Kriminalität, Drogenproblemen und Korruption Schluss zu machen, notfalls mit drastischen Mitteln. Kriminelle werde er den Fischen in der Bucht von Manila zum Fraß vorwerfen, kündigte der Jurist aus einfachen Verhältnissen an.

Er bediente sich dabei stets einer derben Gossensprache, beleidigte Diplomaten, witzelte über eine vergewaltigte und ermordete australische Missionarin und prahlte mit seiner Potenz. Trotzdem zeigten Wähleranalysen, dass er überdurchschnittlich gut bei den gehobenen Einkommensklassen ankam. "Das Duterte-Phänomen ist keine Revolte der Armen", meinte Julio Teehankee von der La Salle-Universität. "Das ist wütender Protest, der vor allem die einigermaßen Erfolgreichen ergriffen hat.".

Im Rennen um die Vizepräsidentschaft lag "Bongbong" Marcos, der Sohn des 1986 aus Manila verjagten Diktators Ferdinand Marcos, Kopf an Kopf mit der Kongressabgeordneten Leni Robredo. Sie hatte einen hauchdünnen Stimmenvorsprung.

Analysten haben gewarnt, dass das Land unter Duterte wieder in die Diktatur abrutschen könne. Andere sehen einen Lichtblick: Als erster Präsident aus Mindanao im Süden des Landes habe er die historische Chance, den Terrorismus muslimischer Extremisten zu beenden.

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