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Hai-Angst am Roten Meer: Strände gesperrt

Hai-Angst am Roten Meer: Strände gesperrt

006.12.10|Welt|Welt|
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Artikel: Hai-Angst am Roten Meer: Strände gesperrt

Stuttgart - Scharm al-Scheich am Roten Meer gilt als Tauch- und Badeparadies. Doch nach Attacken von Haien haben viele Urlauber nun Angst. Eine Deutsche war von einem Hai totgebissen worden.

© dpa

Nach einer tödlichen Hai-Attacke auf eine Deutsche wurden am Roten Meer Strände gesperrt.

Die Frau, die in Ägypten von einem Hai totgebissen wurde, kam aus Baden-Württemberg. Das sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Montag. Die Urlauberin sei 71 Jahre alt gewesen. Ein Hai hatte sie am Strand der Touristenhochburg Scharm al-Scheich im Roten Meer angegriffen und getötet. Nach dpa-Informationen stammt die Frau aus der Bodenseeregion.

Der Hai hatte der Frau am Sonntag nur wenige Meter vom Strand entfernt den rechten Arm und ein Bein abgerissen. Erst am vergangenen Mittwoch hatte ein Hai in Scharm al-Scheich vier Urlauber - zwei Männer und zwei Frauen aus Russland und der Ukraine - angegriffen und verletzt. Einer 48 Jahre alten Russin biss das Tier einen Unterarm ab. Die Touristin überlebte die Attacke. In der Gegend gibt es auch eine “Hai-Bucht“ und eine Aussichtsplattform zur Beobachtung von Haien.

Die gefährlichsten Strände der Welt

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  • Sie sollen zur Ruhe und Erholung dienen - doch manche Strände der Welt können zu Orten des Schreckens werden. Haie, hochgiftige Quallen, gefährliche Strömungen und hochgradige Verschmutzung sind die Gründe dafür. Im folgenden sehen Sie Bilder der gefährlichsten Strände der Welt und erfahren Sie, was diese so lebensgefährlich macht.
  • New Smyrna Beach, Volusio County, Florida: Im Jahr 2007 gab es laut dem International Shark Attack File (ISAF) an diesem Strand 112 "Mensch-Hai-Kontakte" wovon 17 Bisse waren.
  • Der weiße Hai hinter Glas: In Aquarien, hinter sicherem Glas, kann man sich die gefährlichen Tiere von Nahem zu betrachten, ohne ein unnötiges Risiko einzugehen.
  • In freier Wildbahn jedoch, möchte man ihnen lieber nicht begegnen.
  • Der weiße Hai ist eine bedrohte Tierart. Trotzdem ist der größte Raubfisch der Welt eine beliebte Trophäe bei Hochseefischern.
  • Hacks Point Beach, Kent County, Maryland: 60% der Wasserproben, die an diesem Strand entnommen wurden, entsprechen nicht den gesetzlichen Gesundheitsbestimmungen. Eine übermäßige Anzahl von Bakterien, Viren und Einzeller ist in den Proben zu finden.
  • Northern Territory, Australien: Sie ist eine der giftigsten Lebewesen der Erde: Die Seewespe. Ihr Gift lähmt die Skelett- und Herzmuskulatur sowie die Atmung; der Tod kann in wenigen Minuten eintreten. Weltweit sterben mehr Menschen durch diese Qualle, als durch einen Haibiss.
  • Brevard County, Florida: man sieht sie nicht, man spürt sie nur - dann ist es aber meistens schon zu spät. Strömungen stellen eine der größten Gefahren für Surfer dar. 2007 gab es an diesem Strand 10 Tote aufgrund gefährlicher Strömungen.
  • Spektakulär sind die Bilder von Surfprofi Rusty Keaulana auf Hawaii: er bezwingt meterhohe Wellen nur mit einem Surfboard. Kaum zu glauben, aber er kommt unbeschadet aus dieser Welle heraus.
  • Tatort Florida: 633 Unfälle mit 68 Toten ist die Bilanz von 2007. Bootunfälle sind häufiger als man denken mag. Der Grund für diese hohe Zahl an Zusammenstößen ist das hohe "Verkehrsaufkommen" auf den Seewegen in und um Florida.
  • Clearwater Beach, Pinellas County, Florida: Spektakuläre Aufnahme vom Strand - doch hier fanden zwischen den Jahren 1997 bis 2006 insgesamt 71 Menschen den Tod. Nicht selten werden gut besuchte Strände, wie der Clearwater Beach oder New Smyrna Beach, wegen Gewitterwarnungen evakuiert und für mehrere Tage gesperrt.
  • An der Westküste der USA in Kalifornien befindet sich das "Red Triangle", ein Gebiet, das sich zwischen Bodega Bay, Santa Cruz und den Farallon Inseln erstreckt.
  • In dieser Gegend gibt es weiße Haie wie Sand am Meer.
  • Vor allem Surfer und Taucher sind hier besonders gefährdet.
  • Der weiße Hai ist für den Menschen einer der gefährlichsten Raubfische.
  • Neben dem weißen Hai, sollte man sich auch vor dem Tigerhai in Acht nehmen. Die meisten Hai-Unfälle in den Tropen müssen dem Tigerhai zugeschrieben werden.
  • Der Bullenhai ist neben dem weißen Hai und Tigerhai für den Menschen am gefährlichsten. Er hält sich sowohl in Süß- als auch in Salzwasser auf und bevorzugt flaches Wasser in Ufernähe.
  • Sobald sich einem Schwimmer dieses Bild eröffnet, rast der Herzschlag.
  • Damit das nicht passiert, gibt es Menschen wie Patrick David. Er ist "Shark Spotter". Das sind Menschen, die auf dem Meer nach Haien Ausschau halten und sobald sie etwas Verdächtiges entdecken, die Badenden mit einem Signalton warnen.
  • Für manchen Touristen eine atemberaubende Attraktion: in Stahlkäfigen ins Wasser hinabgelassen werden und dort diesen Anblick hautnah "genießen".

vor

Der Gouverneur von Sinai Süd, Mohammed Schuscha, kündigte an, alle Strände in und um Scharm al-Scheich blieben gesperrt, bis sämtliche potenziell gefährlichen Haie vor der Küste gefunden und gefangen seien. Hunderte ausländische Touristen seien wegen der Angriffe vorzeitig nach Hause gereist, teilten Tourismusunternehmen im Land mit. Einige setzten ihren Urlaub in Israel fort.

Experten suchten am Montag nach Erklärungen für die Attacken. Abdullah Hijawi, Umweltexperte aus der Region, sagte: “Der Klimawandel hat einen großen Einfluss auf das Verhalten von Haien und großen Fischen im Roten Meer, er bringt sie dazu, ihre angestammten Gebiete zu verlassen.“

Gerhard Wegner, Präsident der Initiative Sharkproject International, sprach von einer “Verkettung unglücklicher Umstände“. Mehrmals im Jahr drücke die Strömung im Roten Meer Plankton an die Küste - und damit auch Fische und ihre Jäger, große Hochseehaie. Zudem seien die Tiere wahrscheinlich indirekt angefüttert worden, weil Kadaver oder Abfälle ins Meer geworfen wurden. “Die Haie riechen Futter, sie schmecken Futter, und nun spüren sie die hektischen Bewegungen der Badenden, die sich damit wie Beute verhalten.“

Am Roten Meer würden Tauchgänge zu Haien angeboten, bei denen die Tiere auch angefüttert würden, erklärte WWF-Expertin Heike Vesper. “Das heißt, man zieht Haie schon mal näher an die Küste, als sie sonst vorkommen würden.“ Zudem würden häufig Schafe mit Schiffen transportiert. “Stirbt eins der Tiere, wird es über Bord geworfen. Das zieht auch Haie an.“

Beim Tauchcenter “Sharks Bay“ hieß es, es sei generell verboten, die Haie anzufüttern. Natürlich hielten sich nicht alle daran. Dennoch sei es unerklärlich, dass derzeit so viele Haie so nah an die Küste kämen. Experten aus dem Ausland seien dabei, dieses Phänomen zu untersuchen. Alle Wassersportarten seien momentan verboten, Tauchgänge seien nur erfahrenen Tauchern in Begleitung lokaler Führer erlaubt.

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