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Migrationsbericht: Mehr Türken wandern aus als ein

Mehr Türken gehen als kommen

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Berlin - Mehr Türken zieht es aus Deutschland fort als einwandern wollen. Das sagt der neue Migrationsbericht der Bundesregierung. Der Fachkräftemangel in Deutschland könnte sich verschärfen, fürchtet die Integrationsbeauftragte Böhmer.

© dpa

Die Hagia Sofia in Istanbul

Laut Statistik zieht es viel mehr Türken aus Deutschland weg als in das Land hinein. Nach dem am Mittwoch vorgestellten Migrationsbericht kamen 2008 insgesamt 26.653 Türken in die Bundesrepublik, aber 34.843 gingen in ihr Heimatland zurück. Die Differenz beträgt 8.190 und ist damit deutlich höher als 2007.

 Damals lag die Zahl der Wegzüge um 2.280 höher. Auffallend ist an der jüngsten Statistik, dass zum ersten Mal seit 24 Jahren der Gesamtwanderungssaldo negativ ist. Es kamen 55.743 weniger Deutsche und Ausländer in die Bundesrepublik als fortzogen. 2007 lag die Zahl der Zuzüge noch um 43.912 höher.

Der Bericht des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge wurde vom Bundeskabinett verabschiedet. Er wird auf Wunsch des Bundestags jährlich erstellt. Die Integrationsbeauftragte Maria Böhmer forderte dazu auf, dem Fachkräftemangel in Deutschland verstärkt mit qualifizierten Menschen aus Zuwandererfamilien zu begegnen.

“In vielen Bereichen der Wirtschaft ist der Mangel an Fachkräften schon jetzt spürbar“, sagte die Staatsministerin. “Weil die deutsche Bevölkerung weiter sinkt, sind wir zunehmend auf die Fähigkeiten von Zuwanderern angewiesen. Mit ihren Sprachkenntnissen und ihrer Migrationserfahrung sind sie in der Globalisierung für viele Unternehmen ein handfester Gewinn.“

“Wir benötigen ausländische Fachkräfte“

Böhmer sagte, die Daten belegten, dass immer mehr ausländische Wissenschaftler, Fachkräfte und leitende Angestellte in Deutschland eine berufliche Perspektive fänden. “Auch die Zahl von 240.000 ausländischen Studenten an deutschen Hochschulen ist ein Beleg für die zunehmende Vielfältigkeit unseres Landes.“

Deutschland müsse für Hochqualifizierte und motivierte Zuwanderer noch attraktiver werden. “Wir benötigen ausländische Fachkräfte, damit wir unsere wirtschaftliche Führungsrolle auf vielen Weltmärkten sichern können“, betonte die Staatsministerin.

Anteil der Ausländer konstant bei 8,8 Prozent

Weitere Kerndaten des Berichts sind: Die Zahl ausländischer Staatsangehöriger ist leicht zurückgegangen. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung Deutschlands ist seit Mitte der 1990er Jahre nahezu unverändert und liegt seit 2004 bei 8,8 Prozent.

Die größte Ausländergruppe bilden, trotz eines leichten Rückgangs, nach wie vor die türkischer Staatsangehörigen (25,1 Prozent). Etwa 35 Prozent der Ausländer in Deutschland sind EU-Bürger. Der Zuzug von Spätaussiedlern ist weiter auf 4.362 Personen gesunken. Und fast zwei Drittel der ausländischen Bevölkerung leben seit zehn oder mehr Jahren, etwas mehr als ein Drittel sogar seit mehr als 20 Jahren in Deutschland.

dapd

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