München - Ein Kommetar von Georg Anastasiadis, Stellvertretender Chefredakteur des Münchner Merkur, zur Diskussion um Thilo Sarrazin.

© Marcus Schlaf
Georg Anastasiadis, Stellvertretender Chefredakteur des Münchner Merkur
Man kann darüber streiten, ob Sarrazins drastische Worte und Bilder von Migranten, die von diesem Staat leben, ihn aber ablehnen, die für die Ausbildung ihrer Kinder nicht vernünftig sorgen und „ständig neue kleine Kopftuchmädchen produzieren“, klug gewählt waren. Solche Pauschalierungen sind meist zu plump, um eine vielschichtige Realität zutreffend zu erfassen, auch wenn sie der Berliner Szene, die Sarrazin kennt wie kaum ein anderer, gewiss nicht grob Unrecht tun. Sarrazin ist ein unangepasster und kantiger Typ, was vor den Migranten schon Hartz-IV-Empfänger zu spüren bekamen. Aus dem Ärger, den ihm frühere Provokationen eingetragen haben, hat er nicht viel gelernt, jedenfalls nicht wie man Wahrheiten so verpackt, dass sie im Diskurs dieser harmoniesüchtigen Republik gerade noch ertragen werden.
Georg Anastasiadis
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