Hannover - Mehrere tausend Studenten und Schüler haben am Dienstag in Niedersachsen für bessere Bildungschancen demonstriert. Allein in Osnabrück nahmen rund 3000 Teilnehmer an einer Demonstration teil.

© dpa
So wie hier in Hannover gingen heute tausende Schüler und Studenten auf die Straße.
In Hildesheim gingen 1000 Studenten auf die Straße, in Hannover waren es nach Polizeiangaben rund 1600. Mit Trillerpfeifen und Plakaten zogen sie durch die Städte und forderten unter anderem die Abschaffung der Studiengebühren und eine Wiedereinführung der 13. Klasse an Gymnasien und Gesamtschulen. In Hannover marschierten auch Politiker und Vertreter von Verbänden mit.
Der niedersächsische Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Eberhardt Brandt, forderte bei der Kundgebung in Hannover von der Politik, jährlich 40 Milliarden Euro bundesweit in Bildung zu investieren. Finanzieren könne man das unter anderem durch höhere Einkommenssteuern für Besserverdiener und einer Vermögenssteuer wie es in Europa üblich sei. „Deutschland muss wenigstens 25 Milliarden Euro mehr pro Jahr in Bildung investieren“, sagte der niedersächsische Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Bildungsfragen in der SPD (AfB), Peter Befeldt.
„Es ist richtig, dass die Studierenden sich zu Wort melden und deutlich machen, dass ihre Studienbedingungen besser werden müssen und mehr für ihre soziale Sicherung getan werden muss„, betonte der Osnabrücker Universitätspräsident Prof. Claus Rollinger in einer am Dienstag verbreiteten Pressemitteilung. Das Landeshochschulgesetz müsse geändert, die Hochschulen müssten zudem finanziell besser ausgestattet werden. „Wir brauchen von der Politik mehr Handlungsspielraum,“ forderte Rollinger.
„Wir demonstrieren, weil das Bildungssystem miserabel ist“, sagte der Student Paolo Dias aus dem hannoverschen Organisationsteam. Durch Studiengebühren und andere Bildungsgebühren werde selektiert. Bildung dürfe aber nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. „Stipendien sind Quatsch und Augenwischerei. Denn Elite-Unis bleiben für Leute aus den unteren Klassen unerreichbar.“
In Göttingen, und Hildesheim halten Studenten weiterhin einige Räume in den Universitäten besetzt. In Göttingen soll am Mittwoch demonstriert werden. In Braunschweig ist seit Dienstag das Audi-Max der Technischen Universität besetzt. Neben allgemeinpolitischen Forderungen wie „Kostenfreie Bildung für alle“ und „Mehr Demokratie und Mitbestimmung im Bildungssystem“ steht im Zentrum des bundesweiten Bildungsstreiks die Kritik an den neuen Bachelor- und Masterstudiengänge. „Ich kann die Studierenden verstehen“, sagte TU-Präsident Jürgen Hesselbach. Bei der europaweiten Umsetzung der Bologna-Richtlinien zur Einführung der neuen Studienabschlüsse seien Fehler begangen worden.
dpa
Facebook 'Like Box' wird geladen...




Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.