Stade - Monatelang hatte Martin N. beharrlich geschwiegen. Nahezu regungslos verfolgte er den Prozess vor dem Landgericht Stade, wo er sich seit Oktober wegen der Morde an drei kleinen Jungen und zahlreichen sexuellen Übergriffen verantworten musste.

© dpa
Der mutmaßliche Kindermörder Martin N. hat sein Schweigen gebrochen.
Am Mittwoch äußerte er sich nun erstmals zu den Verbrechen. „Ich glaube, dass meine Taten kaum entschuldbar sind.“ Von den Eltern der getöteten Kinder und seinen Opfern erwarte er deshalb keine Vergebung. Am 27. Februar werden die Richter ein Urteil in dem aufsehenerregenden Prozess verkünden. Es gilt als wahrscheinlich, dass Martin N. mit einer lebenslangen Haftstrafe rechnen muss. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft liegt eine besondere Schwere der Schuld vor. In diesem Fall besteht nicht die Möglichkeit, dass ein Verurteilter nach 15 Jahren auf Bewährung entlassen wird. Weil der aus Bremen stammende Pädagoge einem Gutachten zufolge rückfallgefährdet ist, forderte die Anklage außerdem Sicherungsverwahrung für ihn.
Bei Mord komme nur eine lebenslange Haftstrafe in Betracht, betonten am Mittwoch auch die Verteidiger. Eine Sicherungsverwahrung halten sie jedoch nicht für nötig. Die Aussage von Martin N. bei der Polizei habe erheblich zur Aufklärung der Verbrechen beigetragen, sagte sein Anwalt Ralph Wichmann. „Er hat sich als der “schwarze Mann“ zu erkennen gegeben.“ Ohne das Geständnis hätte ihm die Polizei die Morde und ein Großteil der Missbrauchstaten nicht nachweisen können. Jahrelang hatten die Fahnder vergeblich nach einem Serientäter gesucht, der nachts in Häuser, Ferienheime und Zeltlager einstieg, um kleine Jungen zu missbrauchen.
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