Hannover - Eine Studie im Auftrag des niedersächsischen Agrarministeriums hat Missstände in der Geflügelmast aufgezeigt und die Debatte um den Tierschutz erneut angeheizt.

© dpa
Immer wieder in der Kritik: Agrarministerin Astrid Grotelüschen
Masthühner leiden nach der Untersuchung häufig an Fußballen-Entzündungen, stehen vor allem im Winter auf matschigem Boden, und in den Ställen ist es für die Tiere zu eng. Das Ministerium hatte die Studie bislang nicht veröffentlicht, am Montag aber auf Anfrage verbreitet. Seit langem steht Agrarministerin Astrid Grotelüschen (CDU) bei Tierschützern und der Opposition in der Kritik. Sie werfen ihr vor, sie verharmlose Mängel in der industriellen Geflügelhaltung.
Ein Ministeriumssprecher sagte der Nachrichtenagentur dpa in Hannover, die Veröffentlichung der Untersuchung sei für das Internet vorgesehen. Die Bewertung der sehr umfangreichen Studie, die dem Ministerium Ende September vorlag, dauere noch an. Der Agrar-Staatssekretär hatte in einer nicht-öffentlichen Ausschuss-Sitzung des Landtages im November aber erste Ergebnisse der Studie genannt und neue Leitlinien für den Tierschutz angekündigt.
Agrarministerin Grotelüschen lobte den Tierschutz in Niedersachsen vergangene Woche im Parlament wiederum als vorbildlich für andere Länder. Zugleich sprach sie sich aber erstmals gegen das Stutzen der Schnäbel bei Puten aus.
Es komme häufig zu Druckstellen und Fußballen-Entzündungen, weil die Tiere auf feuchtem und mit Kot versetzten Einstreu laufen müssten, sagte er. „ImWinter stehen die Tiere in der Matsche.“ Hartung plädiert auch dafür, die Zahl der Hühner in den Ställen zu verringern.
Die Wissenschaftler hatten die Haltungsbedingungen auf dem Lehrgut Ruthe der Tierärztlichen Hochschule Hannover untersucht. Dabei seien aber die Praxisbedingungen simuliert worden, sagte Hartung. Er hofft nun darauf, dass sich die EUim kommenden Jahr mit Verbesserungen beim Tierschutz beschäftigt. Er habe seine Studie an die EU-Kommission weitergeleitet. Der Agrarexperte der Grünen im Landtag, Christian Meyer, sagte, die gesetzlichen Vorgaben reichten nicht aus, um den Tierschutz zu gewährleisten.
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