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„Verden macht es sehr gut“

Durch Lärmaktionsplanung wird die Reiterstadt leiser / Bürgerbeteiligung

„Verden macht es sehr gut“

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Verden - Für viele Verdener Bürgerinnen und Bürger stellt Krach, besonders, wenn er vom Kfz- und Schienenverkehr herrührt, eine große Belastung dar. Daher hat die Stadt Verden jetzt einen Lärmaktionsplan erstellt. Grundlage dieses Handelns ist die aktuelle EG-Umgebungslärmrichtlinie.

An den Hauptverkehrsstraßen bleibt mitunter nur ein Weg: Ohren zuhalten. ·

© Foto: Preuß

An den Hauptverkehrsstraßen bleibt mitunter nur ein Weg: Ohren zuhalten. ·

Die bestehenden Beeinträchtigungen für die Bevölkerung wurden mittels so genannter Lärmkarten festgelegt. Auf Grundlage dieser Karten werden die Auswirkungen und die Betroffenheit ermittelt und bewertet sowie Vorschläge und Maßnahmen zur Vermeidung und Minderung von Lärm erarbeitet.

Das zu kartierende Netz erstreckt sich auf die verkehrsreicheren Straßen der Stadt. Beim Schienenlärm wurden die Bahnverbindungen von Hannover nach Bremen und von Verden nach Rotenburg berücksichtigt, sofern sie im Stadtgebiet liegen.

Die Lärmkartierung gibt Auskunft über die Gesamtzahl der Betroffenen im Untersuchungsgebiet. Mehr schreibt das EU-Regelwerk auch nicht vor. Für die Festlegung von Handlungsschwerpunkten ist es jedoch notwendig zu wissen, wo in Verden besonders viel Bürger unter Lärm zu leiden haben. Daher ging die Stadt über das von Brüssel festgelegte Muss hinaus. Zur Vorbereitung auf die zielgerichtete Aktionsplanung wurde somit eine räumliche Identifikation der Betroffenen durchgeführt.

Lärm ist dabei definiert als mehr als 65 Dezibel (A) am Tag und über 55 dB (A) in der Nacht. Diese Werte decken sich mit den vom EU-Sachverständigenrat für Umweltfragen zur Vermeidung von Gesundheitsgefährdung für geeignet befundenen Umwelthandlungszielen.

Das Lärmkontor Hamburg wurde überdies als beratendes Büro hinzugezogen, die Gesellschaft Konsalt, ebenfalls aus Hamburg, für die Information der Bürger inklusive der extrem wichtigen Mitbestimmung der Bevölkerung. Aus diesen Daten soll dann ein Handlungsspektrum erarbeitet werden. Erster Mitwirkungsrahmen ist ein Workshop am Freitag, 20. April, von 17 bis 20 Uhr im Rathaus, an dem jeder Bürger teilnehmen kann.

Das aufwändige, etwas komplizierte und gleichzeitig für viele Kommunen beispielgebende Verfahren wird sich zunächst über ein Jahr hinziehen. Norbert Schaffeld für die Stadtverwaltung, Margit Bonacker als Konsalt-Geschäftsführerin und Carsten Kurz vom Lärmkontor stellten das Vorgehen zusammen mit Bürgermeister Lutz Brockmann und Fachbereichsleiterin Ulrike Zeidler der Presse vor. Um gleich unisono zu betonen, dass nur die Bürger mit ihren Hinweisen die Stadt in die Lage versetzen können, ein möglichst vollständiges Bild über Lärmbelastungen zu erhalten.

„Verden macht es sehr gut“, ist Margit Bonacker schon voll des Lobes, wie das Thema in der Reiterstadt angegangen werden soll. Was ist Lärm? Was ist dB (A)? Was ist gesundheitsschädlich? Wie wird Verden leiser? Fragen, die bei einem zweiten Workshop im Sommer diesen Jahres beantwortet werden sollen. Carsten Kurz brachte in dem Pressegespräch eine der oben benannten Fragen auf einen Nenner: „Lärm ist unerwünschter Schall.“

Schaffeld verwies auf eine weitere Diskussionsgrundlage. Infos gebe es unter http://www.verden.de. Wobei Margit Bonacker zu hohe Erwartungen dämpfte: „Verden wird nicht gleich Luftkurort.“ · koy

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