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Täglich ganz besondere Herausforderungen meistern

Interview mit Gemeindebrandmeister Dieter Bergstedt / Seit 40 Jahren im Einsatz

Täglich ganz besondere Herausforderungen meistern

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Verden - KIRCHLINTELN · Dieter Bergstedt aus Otersen ist einer von vielen aktiven Feuerwehrmännern, die bei den aktuellen Jahresversammlungen besonders geehrt werden: Seit vier Jahrzehnten ist der 53-jährige Unternehmer als ehrenamtlicher Brandschützer aktiv und trägt seit 2003 als Gemeindebrandmeister für über 400 Aktive besondere Verantwortung. Für unsere Zeitung sprach Günter Lühning mit dem engagierten und verdienten Feuerwehrmann.

Gemeindebrandmeister Dieter Bergstedt ist seit 40 Jahren aktiv. ·

© Foto: Lühning

Gemeindebrandmeister Dieter Bergstedt ist seit 40 Jahren aktiv. ·

Wie kamen Sie 1971 zur Jugendfeuerwehr?

Bergstedt:Die Jugendwehr wurde neu gegründet und mit einem Dutzend Jungs waren wir schon damals mit viel Elan dabei.

Warum engagieren Sie sich seit 40 Jahren in der Freiwilligen Feuerwehr?

Bergstedt:Weil ich Freude an der Zusammenarbeit im Team habe und ehrenamtlich Positives für die Gesellschaft leisten möchte.

Was hat sich in vier Jahrzehnten bei den Feuerwehren verändert?

Bergstedt:Die Aufgaben sind wesentlich vielfältiger und schwieriger geworden. Nur noch etwa 50 Prozent der über 50 Einsätze jährlich in unserer Gemeinde sind Brandeinsätze. Die Feuerwehren werden immer öfter bei technischen Hilfeleistungen gefordert.

Welchen Lohn erhalten ehrenamtliche Feuerwehrleute?

Bergstedt:Die Anerkennung unserer Arbeit durch einen Großteil der Bevölkerung ist die Motivation für uns, jährlich in unserer Gemeinde 12 000 bis 15 000 Dienststunden zu leisten. Feuerwehrleute können denn auch stolz auf die gemeinsam erbrachten Leistungen sein.

Was waren Ihre schwierigsten Einsätze?

Bergstedt:Schwierig war das Großfeuer auf dem Hof meines Vorgängers Hermann Carstens in Kirchlinteln und der Großbrand bei der Bäckerei Meyer in Luttum mitten im Winter bei klirrender Kälte mit gefrorenem Löschwasser und Rauchgas-Durchzündung.

Schlimm war der Verlust eines Kameraden aus Nedden, den wir trotz Reannimation auf dem Weg zum Brandeinsatz nicht vor dem Herztod retten konnten. Glück im Unglück hatten die Bahnreisenden beim Bahn-Unfall in Holtum nach der Kollision eines Autos mit einem Personenzug. Bei dem Rettungseinsatz mit gut 100 Einsatzkräften von Feuerwehr, DRK, Polizei und Bundesbahn hatte ich damals die Einsatzleitung.

Was waren Ihre schönsten Erlebnisse in 40 Jahren Feuerwehr?

Bergstedt:Die erfolgreiche Rettung verunfallter Personen, der gemeinsam erreichte Erhalt von Sachwerten und persönlich die Ehrung durch unseren Ministerpräsidenten.

Benötigen wir auch in Zukunft 13 Ortsfeuerwehren in der Gemeinde Kirchlinteln?

Bergstedt:Auf jeden Fall! Damit wir ausreichend Einsatzkräfte meistens aus mehreren Ortswehren auch tagsüber innerhalb der vorgeschriebenen Zeiten von 15 Minuten am Einsatzort haben, benötigen wir in unserer flächengroßen Gemeinde jeden der über 400 Aktiven und alle 13 Ortswehren. Selbst die Stützpunkt-Feuerwehr in unserer größten Ortschaft Kirchlinteln ist tagsüber auf die Unterstützung durch die Ortswehr Weitzmühlen angewiesen.

In einer kreisverdener Gemeinde wird über die Zusammenlegung von Ortsfeuerwehren diskutiert. Wird auch in der Gemeinde Kirchlinteln darüber nachgedacht?

Bergstedt:Nein! Für Zusammenlegungen sehe ich keine Notwendigkeiten, weil sie auch keine Vorteile bringen würden. Ohne uns Ehrenamtliche könnte die Gemeinde ihre Pflichtaufgabe Brandschutz nicht so kostengünstig zum Wohle aller Bürger erledigen.

Wie begegnen die Feuerwehren der Alterung der Gesellschaft und den zukünftigen Herausforderungen?

Bergstedt:In dem wir bereit sind, neue Wege zu gehen. Dazu zwei Beispiele: Die Ortswehren Heins, Sehlingen, Bendingbostel und Schafwinkel fördern den Nachwuchs in einer gemeinsamen Jugendwehr. Weitzmühlen und Kirchlinteln betreiben mit Erfolg Kinderfeuerwehren. Weitere werden folgen.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Feuerwehr?

Bergstedt:Weniger Verwaltungsaufwand und Bürokratie und weniger Vorschriften und Normen, die unnütz die Kosten nach oben treiben. Den Erhalt der guten Kameradschaft und der Leistungsbereitschaft und dass alle Aktiven gesund aus den Einsätzen zurückkehren.

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