Verden - Lebensbilder – mit diesem Titel war das erste Konzert dieses Jahres in der St. Andreaskirche überschrieben. In der Bild-Musik-Meditation, die in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Bremen entstanden ist, ergänzten sich musikalische Meisterwerke der Renaissance, unter anderem von Sweelinck, Dowland und Caccini, mit Poesie von William Shakespeare, John Donne und Schirin Nowrousian.

© Foto: Haubrock-Kriedel
Das Ensemble Luxurians und Gastleserin Schirin Nowrousian vereinten Musik, Bild und Text zu einem ungewöhnlichen Konzerterlebnis. ·
Die 1975 in Bochum geborene Literaturwissenschaftlerin und Autorin Nowrousian rezitierte auch die Texte. Den musikalischen Teil des Abends bestritt das Ensemble Luxurians unter der Leitung der Cembalistin Alina Rotaru. Neben ihr musizierten auch Karin Gyllenhammer (Sopran), Miriam-Luise Münzel (Blockflöte) und David Leeuwarden (Laute).
Während der Aufführung wurde die Blüte der Iris in ihrem jeweiligen Stadium auf die Leinwand projiziert. Im ersten Teil des Konzerts sah man zuerst nur grüne Spitzen, später die Knospe und schließlich die voll entfaltete Blüte. Entsprechend heiter und lebensbejahend waren auch Musik und Texte. Zum Beispiel die zarten Klänge des Cembalos bei Sweelincks „Fantasia Chromatica“.
Van Eycks „Amarilli“ hinterließ durch Miriam-Luise Münzers hingebungsvolles Flötenspiel einen bleibenden Eindruck bei den zahlreich erschienenen Zuhörern. Der warme Sopran von Karin Gyllenhammer harmonierte bei „Amarilli mia bella“ von Caccini sehr schön mit Flöte und Laute. Genau zu dieser Stimmung passte das von Schirin Nowrousian im Original rezitierte Sonett „Shall I compare thee to a summer‘s day?“ von William Shakespeare. Hier, auf der Höhe des Sommers, wird doch schon an die Vergänglichkeit des Lebens erinnert.
Die Blüten, die über dem zweiten Teil des Konzerts standen, symbolisierten das Endliche. Erst zeigt die Blüte deutliche Anzeichen des Welkens, später sind nur noch die Hüllenblätter übrig. Schirin Nowrousian eröffnete diesen Teil mit ihrem eigenen Text „Merkwürdige Ode an die Laute“. Mit „In the Darkness“ von John Dowland und „Flow my Tears“ (Dowland, Sweelinck/Morley) waren jetzt, passend zum Bild der vergehenden Blüte, ruhige, melancholische Töne zu hören. Gut passte hierzu die Rezitation des nachdenklichen “I sit beside the Fire“. Mit „My Lord Willoughby‘s welcome Home“ von John Dowland zeigte David Leeuwarden noch einmal sein virtuoses Lautenspiel. Sweelincks „Malle Sijmen“ war dann das letzte Stück dieses außergewöhnlichen Konzerts. Das Publikum dankte mit Applaus und ließ die Künstler nicht ohne Zugabe gehen. · ahk
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