030.11.11|Verden|Verden|
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Verden - Von Lars KattnerWährend im südafrikanischen Durban die Teilnehmer der UN-Klimakonferenz um wenigstens einen Kompromiss feilschen, der den weltweiten Temperaturanstieg stoppen soll, werden in Verden in Sachen Klimaschutz Tatsachen geschaffen. Gestern übergab Bürgermeister Lutz Brockmann offiziell den Schlüssel für die Halle 57 auf dem ehemaligen Kasernengelände an Rasmus Grobe, Geschäftsführer des Norddeutschen Zentrums für nachhaltiges Bauen.

© Foto: Kattner
Schlüsselübergabe vor der Halle 57 (v.l.): Verdens Bürgermeister Lutz Brockmann, Birgit Koröde (Wirtschaftsförderung), Jasmin Polednia (Stadt Verden), Rasmus Grobe (Geschäftsführer Norddeutsches Zentrum für Nachhaltiges Bauen) und Enno Precht (Geschäftsführer Agentur für nachhaltiges Bauen). ·
Nachdem in der vergangenen Woche bereits der Kaufvertrag unterschrieben wurde, folgte nun auch der symbolische Akt. Mehr als 1000 Quadratmeter Hallenfläche stehen dem Kompetenzzentrum damit für Forschungs- und Entwicklungsprojekte sowie für handwerkliche Schulungen zur Verfügung. Dazu kommt das Grundstück mit 3750 Quadratmetern. Insgesamt, so Birgit Koröde von der Verdener Wirtschaftsförderung, habe der Komplex einen Wert von knapp 484 000 Euro. Mit diesem Beitrag zur kommunalen Kofinanzierung des Projekts bringt sich die Stadt ein. Die Gesamtkosten liegen bei 6,65 Millionen Euro, mehr als vier Millionen Euro stammen dabei aus Fördermitteln der Europäischen Union.
Derzeit wird die Halle auf den Winter vorbereitet: So wurden bereits neue Regenrinnen angebracht. Aber auch im Inneren tut sich einiges. Fast alle Wände werden herausgerissen, ebenso der Belag der ehemaligen Squash-Plätze. Bereits im kommenden Frühjahr sollen nach Angaben Grobes die ersten Workshops abgehalten werden. „Gerade im Bereich Strohballenbau werden wir deutschlandweite Standards setzen, um eine Qualität auf hohem Niveau zu gewährleisten“, erklärt Grobe. Auch im Lehmbau wolle man sich über die Grenzen der Republik hinaus einen Namen machen. So wird in Kooperation mit dem Architekten und emeritierten Hochschullehrer Prof. Gernot Minke ein Standort für internationale Lehmbauschulungen inklusive Labor und Spezialwerkzeug geschaffen. „Wir bringen Forschung und Entwicklung nach Verden“, sagt Enno Precht, Geschäftsführer der Agentur für nachhaltiges Bauen. Außerdem soll die Halle 57 so konzipiert werden, dass Teile multifunktional, zum Beispiel für Messen, genutzt werden können. Die Fertigstellung des Gesamtkomplexes mit zwei weiteren Neubauten ist für das Jahr 2013 geplant. Dann soll Verden zu einem Knotenpunkt für nachhaltiges Bauen im Norddeutschen Raum erwachsen. Brockmann: „Ganz wichtig war uns, nicht nur auf Gewerbe, sondern auch auf Entwicklung zu setzen.“

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