Verden - Von Volkmar KoyDie Nordwestbahn sprach von einem erfolgreichen Start der RS 1 Mitte Dezember 2011. Verden ist an die Regio-S-Bahn angebunden. Doch wie jede Medaille hat auch dieses neue Angebot zwei Seiten. Die Zuganzeiger auf dem Verdener Bahnhof funktionierten erst nicht, Probleme gibt es noch bei den Fahrkartenautomaten und auch die Pünktlichkeit soll nicht immer das A und O sein.

© Foto: Koy
Die Nordwestbahn fährt von Bremen kommend am Verdener Bahnhof ein. ·
Der Leiter Marketing Verkehr bei der Nordwestbahn, Wigand Maethner, räumte im Gespräch mit unserer Zeitung durchaus Anfangsschwierigkeiten ein, die aber nach einigen Wochen Betrieb weitgehend behoben sein sollen. Was die Pünktlichkeit angehe, sei das Qualitätsmanagement noch nicht ausgewertet, die Anfangsdaten stünden auf dem Prüfstand.
Maethner bemühte sich indes, den „Ball flach zu halten“. Die Fahrgastführer müssten sich angesichts des „strengen Timings“ an den neuen Takt gewöhnen. Sie müssten schon „sehr mutig und sehr sportlich fahren“, um den Zeitplan einzuhalten, sagte der Leiter Marketing Verkehr. Augenscheinlich ist der RS 1 nunmehr zum „Sprinter“ des ÖPNV geworden.
Das Thema Fahrkartenautomaten sei dagegen kein spezielles auf der Strecke Verden - Bremen. Einige seien noch nicht mit so genannten Geldwechslern ausgestattet, was wohl bei dem einen oder anderen Kunden zu Irritationen geführt habe. Sie hätten schlicht vergessen, das Wechselgeld zu entnehmen. Da soll aber Abhilfe geschaffen werden, so Maethner.
Die private Bahn, die im Auftrag des Bremer Senators für Umwelt, Bau und Verkehr sowie der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH (LNVG) fährt, hatte in einer Pressemitteilung betont, „die Verlässlichkeit, dass unsere Züge fahren, liegt bei über 99 Prozent.“ Rund 70 Ticketautomaten mit integriertem Entwerter an den Stationen der Regio-Bahn seien aufgestellt worden. Großer Wert sei auf die barrierefreie Lesbarkeit der Masken gelegt worden: große Schrift auf großem Button mit starkem Kontrast. Um den Verkauf zu beschleunigen, seien ferner so genannte Quickbuttons gleich auf der ersten Bildschirmseite eingeführt worden. Das seien die am häufigsten genutzten Fahrscheine.
Zur Ausstattung der Elektrotriebwagen vom Typ Coradia Continental der Firma Alstom (Salzgitter) zählten neben bequemen Sitzen, Niederflureinstiege mit Spaltüberbrückung an allen Türen, eine barrierefreie Ausstattung und insbesondere ein behindertengerechtes WC sowie großräumige Mehrzweckbereiche mit Fahrradstellplätzen.
Für Familienfreundlichkeit sorge nicht nur eine Eltern/Kind-Sitzgruppe mit Spieltisch, sondern auch ein Wickeltisch im WC. Für Arbeitseifrige gebe es Steckdosen an den Tischen, so dass mobiles Arbeiten mit dem Laptop auch in der Regio-S-Bahn möglich sei. Sicherheit bietet die Nordwestbahn durch die offenen, hellen Wagen und Video-Überwachung. In den Abendstunden sei zusätzlich Sicherheitspersonal an Bord. Zu Hauptverkehrszeiten würden Zugeinheiten mit rund 600 Sitzplätzen eingesetzt, erklärt die Nordwestbahn.
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