Verden - Es tut sich was im Verdener Jugendzentrum. Seit zwei Wochen werden die Räumlichkeiten an der Lindhooper Straße von Teilnehmern eines durch die Internationale Jugendgemeinschaftsdienste (IJGD) organisierte Jugend-Workcamp renoviert. Dass die IJGD sich in Verden engagiert, ist übrigens großes Glück: Das Camp-Projekt hatte Julix Kettler vom Juz bei der Organisation vorgeschlagen.

Bogdan, Yeliz, Karina und Nastya beim Streichen. In den nächsten Tagen werden die Wände noch dekoriert.
Technomusik schallt einem bereits im Flur entgegen. Eine Band probt im Saal des Jugendzentrums, während im Stockwerk darüber Teilnehmer des Internationalen Workcamps noch die restlichen Wände streichen. Zeitgleich geht es an der zweiten Baustelle bodenständig zu, wo ein am Boden liegender junger Lette letzte Hand an die Lackierung der Fußbodenleisten legt.
Statt am Strand zu liegen und ihre Schul- beziehungsweise Semesterferien zu genießen, arbeiten die jungen Menschen aus zehn Nationen bereits seit zwei Wochen auf der „Baustelle“ – und zwar ehrenamtlich. Im Verdener Jugendzentrum leben die 16- bis 20-Jährigen ihr Ideal von Völkerverständigung und interkultureller Zusammenarbeit und bringen die in die Jahre gekommen Räumlichkeiten wieder auf Vordermann. Geld bekommen sie nicht – aber viele Erfahrungen, wie sie am Montagnachmittag auch gegenüber Bürgermeister Lutz Brockmann und Rolf Zepp, Pressesprecher der Firma Mars, bekräftigten.
Im Juz sind 14 Jugendliche aus ganz unterschiedlichen Ländern wie Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien, Südkorea, Türkei, Georgien, Ukraine und Weißrussland aktiv. Die jungen Leute arbeiten fünf Stunden täglich, den Rest der Zeit können sie nutzen, um gemeinsam ihre Freizeit zu gestalten. Auch die Wochenenden stehen zur freien Verfügung, und die Jugendlichen haben bereits Hamburg, Berlin, Köln und sogar Amsterdam erkundet.
Probleme bei der Verständigung gibt es übrigens kaum. Da das Camp international besetzt ist, wird untereinander Englisch gesprochen – für die IJGD-Camp-Leiterinnen ist das normal. „Es wird aber auch viel mit Händen und Füßen kommuniziert“, so Teamerin Karina, die aus Magdeburg stammt. Dass der Bürgermeister zu Besuch kam, fanden im übrigen alle gut. „Es ist toll, dass er sich für unsere Sache interessiert“, hieß es. Die Renovierung sei nämlich kein reines Vergnügen, sondern auch anstrengende Arbeit.
„Es ist eine schöne
Lebenserfahrung“
Die freiwilligen Arbeiter mussten schließlich erst einmal die alten Tapeten abkratzen, Farbschichten lösen und Lackschichten entfernen, bevor sie mit der Verschönerungsaktion starten konnten. „Die müssen ordentlich arbeiten. Dabei hat jeder seine Anreise selbst finanziert und auch noch 80 Euro Teilnehmergebühr gezahlt“, so die Teamerin.
Fast die Hälfte der Teilnehmer nimmt zum wiederholten Mal an einem IJGD-Workcamp teil. Und weder für Bogdan (18) aus der Ukraine noch für Yeliz (17) aus der Türkei oder für B´Nastya (21) aus Weißrussland soll es das letzte gewesen sein. Ihnen gefallen an den Workcamps die abwechselnden Aktivitäten, ihr Motiv zum Mitmachen: „Es ist eine schöne Lebenserfahrung.“ Auch im nächsten Jahr wollen sie wieder mit dabei sein. · nie
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