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Neue Stolpersteine für Verden

Verein für Regionalgeschichte sucht noch Paten / Den Opfer ihren Namen zurückgeben

Neue Stolpersteine für Verden

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Verden - 56 so genannte Stolpersteine, vor den entsprechenden Wohnhäusern in die Fußwege eingelassen, erinnern in Verden bereits an Verfolgte und Opfer der NS-Diktatur. Jetzt sucht der Verein für Regionalgeschichte Verden gemeinsam mit dem inzwischen europaweit engagierten Aktionskünstler Gunter Demnig nach Paten – Privatpersonen, Schulklassen, Vereine, Mannschaften, Jugendgruppen, Unternehmen – für weitere zehn mal zehn Zentimeter messenden Gedenktafeln.

58 Stolpersteine wurden in Verden bereits verlegt.

58 Stolpersteine wurden in Verden bereits verlegt.

Ein Stein kostet einschließlich Vorbereitung, Herstellung und Verlegung 95 Euro€ Wer eine Patenschaft übernehmen möchte, wende sich bitte unter der Telefonnummer 04231/77104 an Werner Schröter.

„Nein, nein, man stolpert nicht, fällt nicht hin“, antwortet Demnig auf eine häufig gestellte Frage. Man stolpere mit den Augen und Herzen über Schicksale, habe Gelegenheit innezuhalten. Um die Inschriften zu lesen, müsse man sich bücken, man verbeuge sich gleichsam vor den Opfern.

Die nächste Verlegeaktion ist am 16. Mai. Gunter Demnig wird dann erstmals auch in Kirchlinteln und Neddenaverbergen (wir berichteten) sowie in Cluvenhagen (für Hinrich Warnken, als angeblicher Kriegsverräter 1944 hingerichtet) insgesamt vier Steine verlegen.

In Verden möchten Demnig und der Verein für Regionalgeschichte 17 weitere Stolpersteine setzen: für das Euthanasieopfer Wilma Drewes, 1944 ermordet in der „Heilanstalt“ Kaufbeuren, 15 Holocaustopfer und den Holocaust-Überlebenden Henry Baumgarten.

Der inzwischen in den USA verstorbene Henry (Geburtsname Horst) Baumgarten besuchte 1997 zusammen mit seiner Schwester Hanni Friedman und seinem Sohn Alan Verden. Als Zeitzeugen standen die Geschwister damals auch Schülerinnen und Schülern Rede und Antwort. Henry Baumgarten berichtete über seine KZ-Haft in Theresienstadt und über seine Befreiung kurz vor Kriegsende durch das schwedische Rote Kreuz.

Holocaustopfer wurden 15 ehemalige jüdische Mitbürger, die zwischen 1929 und 1940 mehr oder weniger unfreiwillig wegzogen und von ihren neuen Wohnorten aus in Konzentrationslager und Ghettos im Osten deportiert worden sind. Die Jüngste war Inge Alexander, geboren 1924, der Älteste, ihr Großvater Levy Alexander, war Jahrgang 1860.

Sie waren Menschen, die in Verden geboren wurden und diese Stadt als ihre Heimat betrachteten. Sie waren hier als Kaufleute tätig, lehrten oder gingen in Verden zur Schule. So war Inge Alexander die letzte jüdische Schülerin des heutigen Gymnasiums am Wall und überhaupt die letzte jüdische Schülerin in Verden im Dritten Reich. „Wurde von ihrem Onkel und Pflegevater Leo Braaf (Staatsangehörigkeit Niederlande) am 18. Januar 1938 mit nach Holland genommen“, heißt es in den Schulunterlagen.

Mit dem Verlegen der Stolpersteine vor den Häusern, in denen diese Verdener lebten, möchten Verein und Aktionskünstler den zu Nummern degradierten Menschen ihre Namen zurückgeben.

WWW.

regionalgeschichte-verden.de

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