Verden - Von Katrin PreußDAUELSEN/LANDKREIS · Die Damen, die ihre Gatten am Dienstag nicht zum 9. vorabendlichen politischen Aschermittwoch der Kreis-CDU ins Gasthaus Früchtnicht nach Dauelsen begleitet hatten, mögen sich gestern Morgen verwundert die Augen gerieben haben. Andere, wie Renate Hogrefe, Karin Mohr oder Angelika Rosenthal, wussten sicher sofort, dass ihre Männer beim Komplimentemachen noch unter dem Einfluss der Veranstaltung standen.

© Foto: Preuß
Die Pose von Clemens große Macke erinnert an die eines Pfarrers. Seine Rede war aber auch durchaus von missionarischem Eifer geprägt. ·
Wer da am Dienstag nach dem üppigen Kohl- und Pinkelessen Zeichen von Ermüdung gezeigt haben sollte, war schnell wieder wach. Die Liedzeile „Was kann das Lebens uns Schön‘res geben, wir wollen CDUler sein“ der „Wolken, Wind & Wogen“-Sänger war kaum verklungen, da schwor Festredner Clemens große Macke seine 150 Zuhörerinnen und Zuhörer auch schon wort- und stimmgewaltig ein: auf die Partei im Speziellen, auf politisches Engagement im Allgemeinen. Der stehend gegebene Applaus nicht nur vom Bundestagsabgeordneten Andreas Mattfeldt, dem Landtagskollegen Wilhelm Hogrefe, dem CDU-Kreisvorsitzenden Adrian Mohr und dem letztjährigen Verdener Bürgermeister-Kandidaten Dr. Wilhelm Klopp war ihm dafür am Ende sicher.
Es waren nicht die großen Themen, um die es am Dienstag ging. Griechenland-Krise und Wulff-Rücktritt waren ganz bewusst weit weggeschoben worden. Selbst die ihm eigenen Themen streifte der Landwirt und agrarpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion nur am Rande.
Der Landtagsabgeordnete beschwor die Damen und Herren, eingetretene Pfade zu verlassen. „Morgen früh ändert sich ihr Leben“, gab er der Versammlung am Ende mit auf den Heimweg. Und so ein Neustart, das machte der 52-Jährige vor allem den Herren der Schöpfung deutlich, beginne schon bei der Begrüßung der Angetrauten mit den Worten „Guten Morgen, Schatz, mein Gott, wie gut du heute aussiehst.“
Uwe Schünemann hatte die Latte im vergangenen Jahr hoch gelegt. Der niedersächsische Innenminister entpuppte sich seinerzeit als singende und schunkelnde Stimmungskanone, die ihr Pulver kräftig in Richtung politische Gegner verschoss.
Große Macke, oder auch „Big Mac(k)“, vor Selbstbewusstsein nur so strotzend, versteckte sich aber keineswegs hinter dem Vorgänger. Wie eine Mischung aus Fernsehprediger und Motivationstrainer stand er da, zunächst nur das Rednerpult, dann auch das Mikro beiseite lassend. Anders als Schünemann machte der Cloppenburger – laut Hogrefe Spross einer alten Pferdehändler-Dynastie – den Feind aber zunächst nicht in der Opposition, sondern in den eigenen Reihen aus.
Zur Verdeutlichung bediente sich große Macke mal eben bei Brehms Tierleben. Enten, die immer etwas zu quaken hätten, aber keine Verantwortung übernähmen, dienten bestenfalls als schlechtes Beispiel, so der Christdemokrat. „Wir brauchen den Ameisen-Adler“, stellte große Macke die von ihm bevorzugte Kreuzung vor aus dem fleißigem Insekt und dem Greifvogel, der weiß, wann er zuschlagen muss.
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