Verden - Fast 160 Jahre haben die gemauerten Gewölbe der Verdener Eisenbahnbrücke gehalten, nun sind ihre Tage zwangsläufig gezählt. Die Schädigung ist irreparabel. Jetzt liegt die Genehmigung für eine neue Stahlsegelkonstruktion vor. Rund 40 Millionen Euro wird die Überwegung über die Aller kosten.

© Foto: Koy
Mit dem Brückenplan (von links): Bürgermeister Lutz Brockmann, Fachbereichsleiterin Ulrike Zeidler, Ronald Olomski (Nd. Heimatbund) und DB-Projektleiter Reinhard Schindler. ·
Bürgermeister Lutz Brockmann, Fachbereichsleiterin Ulrike Zeidler, DB-Portfolio-Manager Reinhard Schindler und Ronald Olomski vom Niedersächsischen Heimatbund stellten das Projekt gestern noch einmal vor. Alle betonten, der lange Planungsprozess habe sich gelohnt. Immerhin war das Planfeststellungsverfahren schon im Mai 2007 eröffnet worden. Ein eigens gegründeter Brückenbeirat der Bahn hatte dann die zündende Idee. Um das Stadt- und Landschaftsbild nur minimal zu beeinträchtigen, wurde schließlich ein maximal 13 Meter über Geländeoberkante ragende, strompfeilerfreie Trogbrücke mit so genannten Stahlsegeln gefunden.
Sowohl Stadt als auch Bahn und der Heimatbund waren überzeugt, damit die ideale Konstruktion gefunden zu haben. Sie wird nun östlich neben der jetzigen Bahnstrecke ohne nennenswerte Beeinträchtigung des Eisenbahnbetriebes erstellt. Die Gleise werden nach der Fertigstellung entsprechend verschwenkt. Das geplante Bauvorhaben berücksichtigt das Überschwemmungsgebiet. Weiterhin werden nördlich der Brücke, also in Richtung Alter Eitzer Straße und auf der anderen Seite an der Alten Burg Lärmschutzmaßnahmen errichtet.
Der gesamte Brückenzug misst 380 Meter, wobei allein 80 Meter die Aller überspannen. Damit nicht genug: 800 Meter südlich der Allerbrücke wird zeitgleich das Brückenbauwerk über die Wätern auf Dörverdener Seite erneuert. Zwischen den beiden Brücken wird ein neuer Bahndamm aufgebaut. Beide Brücken ergeben zusammen mit dem neuen Damm eine Baustrecke von insgesamt 2,1 Kilometern.
Spannend dürfte es im September 2015 werden, wenn die Gleise verschwenkt werden. Das werde laut Schindler zwei Wochen in Anspruch nehmen. Spätestens dann wird sich zeigen, ob die Aussage von Bürgermeister Brockmann auch stimmt: „Es ist wichtig, dass der Dom dominant sichtbar bleibt.“ Die neue Brücke soll im übrigen rund 100 Jahre halten.
Die Westseite der Stahlsegelkonstruktion wird ferner für den Anbau eine Fuß- und Radwegbrücke vorbereitet. Diese Option hatte sich die Stadt auf Beschluss des Rates gesichert. Die Kosten dafür in Höhe von rund 500 000 Euro muss die Stadt aber auch alleine tragen. Bürgermeister Brockmann schätzt, dass die ersten Radfahrer voraussichtlich erst 2017 die Allerbrücke werden benutzen können. Letzte Maßnahme im Jahr 2016: Der Abriss der alten Eisenbahnbrücke. · koy
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