514.01.10|Verden|Verden|
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Landkreis - (wb) · Abgemagert, kurz vorm Verdursten und mit ihren sechs Welpen in einen Stall gesperrt – in einem katastrophalen Zustand befand sich die Labrador-Hündin „American Pie“ als sie im Dezember gemeinsam mit ihren sechs Welpen und weiteren Hunden vom Veterinäramt Gifhorn befreit wurde. Zwei Männer aus Flettmar wollten mit dem Verkauf der Welpen Geld verdienen. Karen Diederzen aus Verden päppelt die Hündin und ihre Babys jetzt wieder auf.

„American Pie“ ist mit ihren Welpen bei Karen Diederzen untergekommen und entwickelt sich prächtig.
Dem Zugriff des Veterinär-amtes war eine Kontrolle von ehrenamtlichen Mitarbeitern des Deutschen Rassehunde Clubs vorausgegangen. Dort hatten sich die Halter der Hunde als Züchter registrieren lassen wollen. „Sie wollten aufgenommen werden, um die Hunde dann mit Papieren zu einem höheren Preis verkaufen zu können“, sagte eine Mitarbeiterin, die bei der Kontrolle in Flettmar dabei war.
„Die Hunde saßen in Ställen, ohne Wasser und Futter, inmitten von Unrat und Kot“, schilderte die Frau in einem Telefonat. „Ich mache Woche für Woche solche Kontrollen, so etwas habe ich aber noch nie gesehen“, sagte ihr Kollege. Umgehend verständigten sie das Veterinäramt, das am Tag darauf, begleitet von Polizei und Tierschützern, die Hunde befreite. Die Tierquäler hielten auch Federvieh, von dem schon einige Tiere verendet waren.
Über Umwege gelangte Pie, wie sie gerufen wird, samt ihren damals fünf Wochen alten Hundebabys zu Ute Jagow, Trainerin beim Hundecentrum Nord. Sie startete im Bekanntenkreis einen Hilferuf, um jemanden zu finden, der die Hunde vorübergehend nehmen und sich um sie kümmern würde.
Dazu erklärte sich Karen Diederzen bereit. Sie hat bereits einen Rüden. Sie ist voll berufstätig, zögerte aber nicht, die quirlige Welpen-Bande samt ihrer kranken Hunde-Mutter aufzunehmen. Sechs Tage vor Heiligabend räumte sie ihre Küche aus. Offene Regale wurden abmontiert und samt Tisch und Stühlen ins Wohnzimmer verfrachtet. Statt weihnachtlicher Idylle herrschte absolutes Chaos, doch das war alles Nebensache. Die Hunde brauchten Hilfe, nur das zählte für sie. Ihre Tochter Inken, ihre Mutter und Freunde halfen mit, Freunde leisten in ihrer Abwesenheit den „Babydienst“.
Mittlerweile hat sich Pie schon sehr gut erholt und deutlich an Gewicht zugenommen. Die zweijährige Hündin ist extrem liebebedürftig, sucht ständig menschliche Nähe und scheint es auch zu genießen, dass sie jetzt mit Rüde Ginger durch den Schnee toben kann. In Kürze können die Hundebabys in liebevolle Hände abgegeben werden.
Von dem Leid der Tiere ergriffen, organisiert derzeit Raymond Boumans von der Band Civil Lies ein Benefiz-Konzert. „Rock für den Tierschutz“ soll es am ersten März-Wochenende in Verden geben. Damit möchte er helfen, die entstandenen Kosten zu decken. Alle darüber hinaus gehenden Einnahmen sollen an die Welttierschutzgesellschaft WSPA gehen. Der Termin und die beteiligten Bands werden rechtzeitig in der VAZ bekannt gegeben. Eingerichtet wurde zudem ein Spendenkonto für „Tiere in Not“ bei der Volksbank Verden (BLZ 291 626 97 / Konto-Nr. 281 948 00). Mehr Infos zu der Hündin und ihren Welpen gibt es im Internet unter http://www.americanpie-dog.de.

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