Samtgemeinde - Nach neun Jahren als stellvertretender Samtgemeindebrandmeister und nach zwölf Jahren an der Spitze aller über 500 Blauröcke scheidet Jürgen Kehlenbeck aus Lunsen jetzt aus Altersgründen aus diesem wichtigen Amt aus. Sein Nachfolger wird im Februar gewählt. Wir sprachen mit dem scheidenden Jürgen Kehlenbeck.

© Foto: sp
Jürgen Kehlenbeck ist, seinem baldigen Ausscheiden als oberster Brandschützer der Samtgemeinde zum Trotz, durch und durch mit der Feuerwehr verbunden. Seine „kleine Kneipe“ ziert unter anderem ein nostalgischer Schutzhelm (zur Spardose umfunktioniert). ·
Was wurde in Ihrer Amtszeit erreicht?
Kehlenbeck:Hier ist in erster Linie der Bau neuer Feuerwehrhäuser hervorzuheben, so in Wulmstorf, Riede, Lunsen, Felde und Blender. Auch die Aufrüstung mit modernen Lösch- und Einsatzfahrzeugen hat uns nach vorn gebracht. Zudem kann ich allen Feuerwehrleuten und Funktionsträgern eine hervorragende Zusammenarbeit auf Samtgemeinde-Ebene bescheinigen. Hier sind wir der Politik und einigen Vereinen und Institutionen weit voraus.
Was steht noch auf dem Zettel, welche Herausforderungen kommen auf ihren Nachfolger zu?
Kehlenbeck:Natürlich muss man stets bestrebt sein, technisch auf dem neuesten Stand zu sein. Kurzfristig und vorrangig geht es jedoch erst einmal darum, die Feuerwehrstandorte Bahlum und Einste zu sichern oder zumindest eine einvernehmliche Lösung herbeizuführen.
Braucht die Samtgemeinde wirklich 14 Feuerwehrhäuser – und wenn ja, warum?
Welche Einsätze bleiben Ihnen unvergessen?
Kehlenbeck:Da ist an aller-erster Stelle die Explosion des Braunschweiger Hofes im Jahre 2001 zu nennen. Auch der Unfall mit einem Gas-Lkw in Werder 2009 mit einem enormen Gefährdungspotential hat uns sehr gefordert. Auch Verkehrsunfälle mit Toten hinterlassen natürlich ihre Spuren. Abgesehen von der Hotel-Explosion, einem bewussten Mordanschlag, hat es glücklicherweise bei Bränden keine Todesopfer gegeben.
Einsätze sind natürlich immer eine Belastung. Aber irgendwas muss doch auch Spaß gemacht haben – sonst hätten Sie doch nicht so lange durchgehalten?
Kehlenbeck:Ich habe viele Freunde gefunden, und natürlich wird nach Einsätzen oder Übungsabenden auch ´mal zusammen gesessen und ein Bier getrunken. Viel Spaß hat auch immer die Zusammenarbeit mit den jungen Leuten gemacht.
Sie sind jetzt 58 und gerade Vorruheständler geworden. Das ist doch viel zu früh, um sich nur aufs Sofa zu setzen. Wie wird jetzt die Zeit gefüllt, die früher mit der Arbeit als Samtgemeindebrandmeister gefüllt war?
Kehlenbeck:Meine kleine Gaststätte ist Hobby und Nebenberuf. Außerdem bin ich ein Fan der Insel Pellworn, die mich jetzt noch öfter sehen wird. Auch die Familie wird sicher profitieren. Zudem bleibe ich natürlich aktiver Feuerwehrmann und rücke jetzt in Lunsen ins hintere Glied zurück.
Ganz alleine ist solch ein zeitintensiver Job kaum zu schaffen – oder?
Kehlenbeck:Natürlich nicht. Aber ich konnte mich stets auf die Funktionsträger verlassen. Und überhaupt nicht gegangen wäre es ohne das Verständnis und den Zuspruch meiner Frau.· sp
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