512.11.09|Thedinghausen|Thedinghausen|
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Thedinghausen - THEDINGHAUSEN/WULMSTORF (sp) · Der Rat der Gemeinde Thedinghausen hat auf seiner jüngsten Sitzung am Dienstagabend einen Fortgang der Dorferneuerung in Wulmstorf beschlossen – allerdings in deutlich abgespeckter Form.
Das rief den deutlichen Ärger der bei der Sitzung anwesenden Mitglieder der Dorferneuerungs-AG, Ralf Radeke und Alfred Gehrke, hervor.
Bereits im Vorfeld war es zur Verschiebung beziehungsweise Streichung einiger Maßnahmen, beispielsweise der Anlage eines Grüngürtels, der Herausarbeitung von historischen Highlights, die Wiederherstellung des Kirchwegs oder der Erstellung eines Rundwanderwegekonzeptes gekommen.
Jetzt reduzierte der Gemeinderat die demnächst anstehenden Maßnahmen noch einmal. Speziell ging es dabei um den Platz Ecke Friedhofstraße/Landesstraße 203. Hier soll nur noch ein kleiner Teil des Asphalts aufgenommen und durch Altstadtpflasterung ersetzt werden. Vielfach gehörter Tenor: Der Asphalt sei doch noch ganz gut in Schuss.
Zudem wird die Dorferneuerung nicht bei der Anlage von zwei Biotopen am Kuhweidenweg und am Sandpott zum Zuge kommen. Statt der großen Lösung über die Dorferneuerung mit entsprechenden Zuschüssen soll nun mit
nBiotop-Entwicklung
nmit „Bordmitteln“
gemeindlichen „Bordmitteln“ versucht werden, die Biotope aufzufrischen. In diesem Punkt setzten sich CDU/FDP bei 9:9-Stimmengleichheit gegen SPD/Grüne durch.
Durch die Streichung spart die Gemeinde in Zeiten äußerst angespannter Finanzlage Geld. Andererseits war in die konkrete Planung der Vorhaben bereits viel Arbeit, Geld und Herzblut der Dorfbewohner geflossen.
Und genau das beklagten jetzt Ralf Radeke und Alfred Gehrke. „Ich weiß nicht, ob ich die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft jetzt noch zur weiteren Mitarbeit bewegen kann“, so Vorsitzender Ralf Radeke. Und Alfred Gehrke, Hauptmotor der Dorferneuerung meinte: „Der Rat versucht, uns die jetzt vorgelegte abgespeckte Planung als wohlwollendes Entgegenkommen zu verkaufen. In Wirklichkeit ist dieser Beschluss jedoch eine glatte Ablehnung der Dorferneuerung und widerspricht jeglichen vorherigen Abmachungen. Auf dieser Basis sehe ich kaum eine Möglichkeit für eine weitere Mitarbeit.“
Zuvor hatten die Ratsmitglieder die reduzierte Planung an die Verwaltung und das Planungsbüro GLL (Blender) in Auftrag gegeben und im Diskussionsprozess erläutert.
Andreas Wulf von der CDU-Fraktion, die dem Fortgang der Dorferneuerung insgesamt deutlich am skeptischten gegenüberstand: „Wir hätten auch gut damit leben können, wenn wir mit dem Programm ein Jahr aussetzen würden.“ Hans-Michael Künnemeyer (SPD): „Wir müssen das derzeitige Ausgabeverhalten den Gegebenheiten anpassen, auch wenn die Dorferneuerung auf jeden Fall weiter gehen soll.“ Ähnlich sah es Hans-Otto de Riese (FDP): „Nicht stoppen, aber sparen.“ Dieter Mensen (Grüne) aus Wulmstorf mahnte an: „Wir haben uns im Vorfeld bereits stark von den Zielvereinbarungen entfernt. Irgendetwas muss von der Dorferneuerung ja über bleiben.“ Letztlich stimmte aber auch Mensen dem einstimmig beschlossenen reduzierten Gesamtpaket zu, das weiterhin die Zuschüsse in Anspruch nehmen will.
Im ursprünglichen Finanzierungsplan waren für die Platzgestaltung Friedhofstraße/Landesstraße 38 000 Euro angesetzt worden. Die ökologische Entwicklung der beiden Biotope hätte demnach zusammen 19 000 Euro gekostet. Wie hoch das genaue Einsparpotenzial ist, wurde im Verlauf der Ratssitzung nicht thematisiert.
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