Ottersberg - Die Botschaft, die die Malerin Monika Kroll übermittelt, ist eindeutig. Sie lenkt den Blick auf Gegebenheiten, die betroffen machen.

© ksy
Cornelia Himme (links) eröffnete mit den beteiligten Künstlern Monika Kroll, Carin Broich und Gerd-Heinz Torkler die noch bis zum 24. Februar zu besuchende Ausstellung „Drei Positionen“ im Ottersberger Fachhochschulneubau.
Eines ihrer jetzt im Foyer des Ottersberger Fachhochschul-Neubaus ausgestellten Werke zeigt die Füße eines offenbar farbigen Mannes. Sie sind durch Fußfesseln aneinander gekettet. Die Umstände, unter denen er sitzend verharrt, lässt Spielraum für Fantasie. Ist es ein unschuldig Verurteilter? Ist es jemand, der zu Recht seiner Freiheit beschnitten wurde – vielleicht gar ein Lebenslänglicher? Wenn ja, was hat er getan?
Die Malweise von Monika Kroll ist fotorealistisch. Ein Bildnis von der großen Woge, die 2011 Fukishima getroffen hat, gehört dazu und strahlt Dramatik aus. Das Werk gegenüber zeigt einen Ausschnitt davon, wie sich Japan nach der Katastrophe darstellt. Immer noch chaotisch, auf der Suche nach Normalität.
Ein kriegsversehrter, einbeiniger junger Mann, der auf Krücken eine leere Straße hinuntergeht – und gegenüber ein Bild, auf dem nichts als eine Handgranate zu sehen ist. Auch diese von der Künstlerin beabsichtigte provokative Darstellung gelingt und hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck.
Carin Broich ist mit kleinformatigen Bildern vertreten, die Menschen auf Stühlen zeigen. Die Reihe von acht Exponaten ist „Kurgäste“ betitelt. Der diffuse Hintergrund verrät nichts über den Ort des Geschehens. Die Personen verharren in rätselhaft unbeweglicher Haltung, als würden sie auf eine Ansage warten. Eine irritierende Passivität geht von ihnen aus, eine Ruhe, die trügerisch scheint, den Betrachter in den Bann zieht und ihn von Bild zu Bild gehen lässt. Auch hier findet sich eine fotorealistische Malweise, die Fragen aufdrängt.
Ein Rundgang durch die Ausstellung gestaltet sich faszinierend. Viel Bilder lassen Raum für eigene Interpretationen. Die ausstellenden Künstler stellen sich allesamt als Meister dar, und Cornelia Himme, die das Offene Atelier seit mehr als zehn Jahren leitet, ließ in ihrer Laudatio keinen Zweifel daran, dass alle Werke von außerordentlicher Qualität sind.
Obwohl nur drei Maler ausstellen, lässt sich der hohe Anspruch erahnen, der im Offenen Atelier gefordert wird, den die dort malenden Künstler aber auch an sich selbst stellen. Noch bis Freitag, 24. Februar, sind die Werke jeweils von 9 bis 18 Uhr zu sehen. · kr
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