Filmhochschul-Studenten richten altes Häuschen in Otterstedt für „Beziehungsdrama in menschenleerer Welt“ her

Filmhochschul-Studenten richten altes Häuschen in Otterstedt für „Beziehungsdrama in menschenleerer Welt“ her

Apokalypse spielt nahe des Sees

012.08.09|Oyten/OttersbergFacebook
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Otterstedt - wird zur Filmkulisse. Studenten der privaten Macromedia-Hochschule für Medien und Kommunikation in Köln richten in diesen Tagen ein schon länger leer stehendes Häuschen in der Nähe des Sees für das von Regisseur Dennis Becker und seinem Kameramann Marc Menningmann entwickelte apokalyptische „Beziehungsdrama in menschenleerer Welt“ her.

Regisseur Dennis Becker (Mitte) verrichtet in den Tagen vor dem Drehbeginn am Sonntag zusammen mit Kameramann Marc Menningmann (links) und Regieassistent Dominik Krug allerlei handwerkliche Arbeiten am Haus.

Aber warum dient ausgerechnet das kleine Otterstedt als Drehort für derart schweren Stoff? Warum soll ein heruntergekommenes, abgelegenes Anwesen in der norddeutschen Tiefebene für das ambitionierte Vorhaben von Becker, Menningmann und Kommilitonin und Produzentin Mareike Braun taugen?

Er stamme aus Bassen-Brillkamp, kenne also die Gegend, und Köln mit seinen zahlreichen Fernsehsendern und ins Schauspielfach drängenden Studenten sei „einfach überlaufen; alle interessanten Locations wurden dort, wie in anderen Großstädten auch, schon zig Mal mit der Kamera eingefangen“, erklärt Becker, warum er in der Umgebung seiner alten Heimat nach einem passenden Objekt für sein zweites Filmprojekt gesucht und es schließlich auch gefunden hat.

„Das in die Jahre gekommene Häuschen mit Veranda und seinem düsteren Charme, das uns die Familie Windler großzügigerweise für die nächste Zeit überlassen hat, eignet sich ideal für unsere Zwecke“, schwärmt der Jungregisseur, der derzeit noch die Malerrolle statt das Drehbuch und die Filmklappe in der Hand hält und zusammen mit Menningmann und Regieassistent Dominik Krug kräftig am Streichen , Renovieren und Einrichten ist. Und Becker zeigt sich auch in anderer Hinsicht vom Ausflug aufs Land begeistert. „Es läuft in Otterstedt gut an. Wir bekommen hier für die Ausstattung des Films, der ja keineswegs in einer Hochglanzkulisse spielen soll, sehr viel Unterstützung“, freut er sich.

So habe ein Landwirt eine „Küchenhexe“, also einen mit Holz zu befeuernden Ofen, vorbeigebracht. Ein altes Sofa und weiteres Mobiliar hätten sie vom Gebrauchtmöbellager in Verden bekommen, Pflanzen von Gartencentern. Und ein Bauer habe sogar leihweise ein Quad, „mit dem Darsteller über die Heide jagen werden“, zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus greife eine Elektro- und eine Rolladenfirma sowie eine Versicherung dem Projekt, der Regieabschlussarbeit von Mareike Braun, finanziell unter die Arme.

„Aber wir suchen noch Sponsoren für Fahrtkosten, Unterkunft und Verpflegung“, sagt Dennis Becker (Tel. 0170 / 2468943). „Ich schlafe ja bei meinen Eltern“, aber das Team umfasse knapp 15 Leute. „Mehrere Beleuchter, Ausstatter, Maske, Kostüm, Aufnahmeleiter, Regie- und Kameraassistenten“, zählt er auf. Da habe er auf ein Netzwerk, was er sich im Laufe der Jahre in der Szene aufgebaut habe, zurückgreifen können.

Am kommenden Sonntag soll mit den Dreharbeiten für das Drama, bei dem der Fokus nach Angaben von Becker auf das Thema „Einsamkeit“ gerichtet ist, begonnen werden. Die männliche Hauptrolle spielt Robert Meller , als seine Partnerin steht Laurence Weitzig vor der Kamera. Bis Februar soll alles „im Kasten“ sein.

Und wo ist der Film mit einem guten Stück Otterstedter Lokalkolorit dann zu sehen? „Wir wollen ihn auf Kurzfilmfestivals zeigen, auch im Ausland“, verrät Dennis Becker. „Die Premiere soll aber hier im Landkreis laufen.“

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