316.09.11|Oyten/Ottersberg|Oyten/Ottersberg|1
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Posthausen - Von Sven MarquartBegeisterte Kinder, zufriedene Eltern und ein stolzer Schulleiter – das neue Ganztagsangebot der Grundschule Posthausen kommt riesig bei allen Beteiligten an. „Es läuft einfach ohne Komplikationen, fast schon zu perfekt“, bilanziert Schulleiter Rainer Siefert nach zwei Wochen.

Mmh, lecker! Zum Nachtisch gab es gestern Mittag in der Grundschule Posthausen Schokoladenkuchen. ·
Bislang konnten Eltern ihre Kinder nachmittags zur kostenpflichtigen Betreuung in den Hort schicken. „Allerdings hatte der Hort nur die Genehmigung, 18 Kinder aufzunehmen“, erläutert Rainer Siefert. Das kostenfreie Ganztagsangebot nutzen bereits knapp 60 der 190 Posthauser Grundschüler, darunter vorwiegend Erst- und Zweitklässler. „Das ist für den Anfang eine sehr hohe Zahl“, meint Rainer Siefert. „Unser Ziel ist es, das 80 bis 90 Kinder in die Ganztagsbetreuung gehen.“
Das Angebot beschränkt sich zunächst auf Dienstag, Mittwoch und Donnerstag – montags und freitags ist weiterhin eine Hortbetreuung gewährleistet. Doch langfristig möchte Rainer Siefert das Ganztagsangebot auf alle Werktage ausdehnen, denn für ihn ist die Ganztagsschule die „Schule der Zukunft“.
Nach Unterrichtsschluss warten auf die Kinder Mit tag essen, Hausaufgabenbetreuung und Arbeitsgemeinschaften. Schulschluss ist um 16 Uhr. Die Teilnahme am Essen ist verpflichtend. „Einige Familien kennen kein gemeinsames Mittagessen – wir bringen so eine klare Struktur in den Tag“, erklärt Rainer Siefert. Eine Mahlzeit kostet 2,50 Euro, Kinder aus bedürftigen Familien können Zuschüsse beantragen – sie zahlen dann einen Eigenanteil von einem Euro pro Essen.
„Wir haben unseren Mehrzweckraum zur Mensa umfunktioniert, damit wir dort mit 50 Kindern gleichzeitig essen können“, berichtet Rainer Siefert. Das täglich frisch zubereitete Essen wird von der Schülerfirma der Wümmeschule Ottersberg nach Posthausen geliefert. Für die Essensausgabe konnte Schulleiter Siefert mehrere Mütter gewinnen. „Der große Renner ist das Salatbüfett“, hat der 47-Jährige beobachtet. Er selbst hatte sogar schon ein Lunch date: „Das war ein schöner Moment. Ein kleines Mädchen hat mich gefragt: ,Gehst du mit mir essen, Herr Siefert?‘“ Da konnte der Rektor gar nicht anders, als mit seinen sonstigen Gewohnheiten zu brechen.
Die Hausaufgabenbetreuung liegt in den Händen von zwei pädagogischen Mitarbeiterinnen. Gabi Sterna und Stefanie Hobbensiefken helfen beim Lesen, Schreiben und Rechnen. Danach sind die Arbeitsgemeinschaften dran. „Wir haben viel Wert auf ein vielfältiges Angebot aus Bewegung und Kreativität gelegt“, erzählt Rainer Siefert. Dazu hat sich die Schule mit Vereinen wie dem TSV Posthausen und dem Musikspielplatz sowie Institutionen wie dem Flecken Ottersberg vernetzt.
Ju-Jutsu, Tanztheater, Freies Spiel und die Filz-Werkstatt „Vom Schaf zur Wolle“ laufen immer dienstags. Mittwochs sind Bewegungsspaß, Bogenschießen und Speed-Stacking angesagt. Tanzen. Karten- und Knobelspiele, Musik instrumental sowie Rhythmus, Bewegung und Showkampf stehen donnerstags auf dem Plan. „Jedes Kind hat seinen Erstwunsch für die AGs erfüllt bekommen“, betont Rainer Siefert.
Mit dem Ganztagsangebot habe sich das Schulpersonal „erhebliche Mehrarbeit“ aufgeladen, sagt Rainer Siefert. „Manchmal habe ich nicht daran geglaubt, dass wir es schaffen. Das geht nur mit ganz viel Liebe zum Detail. Aber unsere Schüler brauchen das – und wenn man das Ergebnis sieht, macht einen das zufrieden.“
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