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Schulbustraining für Viertklässler an der Grundschule Posthausen / Warum Drängeln gefährlich ist und länger dauert

„Das passiert mit euch beim Bremsen“

208.10.10|Oyten/Ottersberg|Oyten/Ottersberg|
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Artikel: „Das passiert mit euch beim Bremsen“

Posthausen - (fet) · Schulbus fahren – was ist denn schon dabei? Fragten sich wohl die Viertklässler der Grundschule Posthausen, als sie sich gleich nach der ersten Stunde wieder mit Jacke und Ranzen an der Bushaltestelle an ihrer Schule wiederfanden. Dass sie allerdings auch als „alte Hasen“ Fehler machen und manche Regeln wenig oder gar nicht beachten, erfuhren die Kinder dann beim Schulbustraining mit Busfahrerin Dagmar von Westernhagen.

Verhalten im Bus und an der Haltestelle: Fahrerin Dagmar von Westernhagen sprach Klartext.

Verhalten im Bus und an der Haltestelle: Fahrerin Dagmar von Westernhagen sprach Klartext.

Erstmalig führte das Busunternehmen Vonau-Schmätjen aus Ottersberg in Zusammenarbeit mit der Schule eine spezielle Bus-Schulung für die rund 60 Kinder der 4.  Klassen durch. Auslöser für dieses Bus- und Haltestellentraining war eine Beschwerde: An einigen Haltestellen hatten Kinder aus Übermut vorbeifahrende Autos mit Eicheln und Nüssen beworfen. „Hier war sofortiges unbürokratisches Handeln notwendig“, so Schulleiter Siefert. Eine weitere „Unterrichtseinheit“ ist mit der örtlichen Polizei geplant.

Schulbusfahrerin Dagmar von Westernhagen, sowohl von den Kindern geachtet als auch bei ihnen sehr beliebt, musste nicht lange um Gehör bitten beim Unterricht im Freien. Mit der Anweisung: „Zurück, wenn der Bus an die Haltestelle fährt“ hatten die Kleinen allerdings ein Problem. Jeder wollte und will der Erste sein und ganz vorne stehen – doch wer zu dicht an der Bordsteinkante steht, geht das Risiko ein, dass der Bus ihn umreißt. Um eine derartige Situation zu verdeutlichen, fuhr Busfahrer Tobias Walter einige Verkehrsleitkegel als gedachte Kante zum Entsetzen der Kinder platt.

Ganz ohne Drängeln ging es dann aber doch nicht, obwohl das Geschiebe und Geschubse an der Tür viel länger dauert als Einsteigen „in Reihe“. Das bewies Trainerin von Westernhagen mit einer Stoppuhr. „Wir stellen die Ranzen in einer Reihe auf und steigen nacheinander gesittet in den Bus“, hieß also die Parole. An diesem zügigen Ablauf hatten die Kinder direkt Spaß. „Im Bus gehören die Ranzen auf den Schoß und nicht auf den Nebensitz“, ging es gleich mit der nächsten Lektion weiter.

Warum es so wichtig ist, sich im fahrenden Bus hinzusetzen und festzuhalten, zeigte Busfahrer Tobias mit einer Gefahrenbremsung: Ein Wasserkanister, im Mittelgang aufgestellt, polterte bei einer etwas heftigeren Bremsung bei nur 25 km/h mit rasantem Tempo durch den Bus. „Das passiert mit euren Ranzen und euch selbst“, erklärte Dagmar den beeindruckten Kindern.

Mit großer Geduld erklärte von Westernhagen den Viertklässlern die Funktion der Sensoren über den hinteren Türen. Erstaunte Gesichter, als die Tür tatsächlich offen blieb, sobald ein Schüler noch im Bereich der Treppe stand. Nun wollte jeder mal in der Tür stehen und damit verloren die Kinder die Angst, eingeklemmt zu werden. Auch die konkrete Gefahrensituation bei einem Unfall wurde kurz angesprochen. Die Kinder lernten den Notausstieg kennen und wissen jetzt, dass Nothämmer keine Andenken sind, sondern im Ernstfall einen wichtigen Zweck erfüllen müssen.

Nach 45 lehrreichen Minuten ging es wieder zurück in den Klassenraum. Zum Abschluss und zur Erinnerung an diese Trainingsstunde erhielt jedes Kind eine Urkunde und passend zur dunklen Jahreszeit Sicherheitsleuchtstreifen für die Arme.

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