Biomasse-Kraftwerk: Buss geht Weg mit

Investoren gaben auf großer Bürgerversammlung Vertragsabschluss bekannt / Kritikern kommt einiges spanisch vor

Biomasse-Kraftwerk: Buss geht Weg mit

023.01.10|Oyten/OttersbergFacebook
Artikel drucken|Artikel empfehlen|Schrift a / A

Ottersberg - (la) · Die Firma LaMont habe Ottersberg als idealen Standort für ein Biomasse-Heizkraftwerk erkannt, „und Buss geht diesen Weg jetzt mit“. Darüber freute sich Bürgermeister Horst Hofmann auf der Bürgerversammlung mit „Rundem Tisch“ in der voll besetzten Wümmeschul-Aula am Donnerstagabend.

René Koth, bei LaMont zuständig für die Projektentwicklung in Ottersberg, bestätigte, dass der Vertrag mit der großen Fertiggerichtefirma über Wärmedampflieferung aus dem Biokraftwerk abgeschlossen sei. Ein Vorbehalt von Kritikern, dass die Abnahme der erzeugten Energien nicht gesichert sei, wurde damit sehr entkräftet.

Strom aus dem Bio-Kraftwerk wird vom Elektrizitätswerk Ottersberg (EWO) mit ins Netz eingespeist. Noch nicht gefunden ist ein Partner zum Aufbau eines Wärmenetzes. Das EWO zeigt sich hier auch aus finanziellen Gründen zurückhaltend.

Beurteilungen über das Bio-Heizkraftwerk klaffen aber immer noch weit auseinander, wie dieser Ottersberger Abend erneut zeigte.

Einen Flecken, der sich bei minimalem CO2-Ausstoß komplett selbst mit Energie versorgt, für viele Vorbild sei und auch an andere Wärme und Strom liefere, sah Bürgermeister Hofmann voraus – die „Energie Plus-Gemeinde“ eben. Gerade angesichts derzeitiger Finanznot „braucht dieser Ort eine Entwicklung“, so Hofmann, der natürlich auch bedeutende Gewerbesteuereinnahmen durch das Kraftwerk frühestens drei Jahre nach Inbetriebnahme erwartet. Er verwies zudem auf hohe Preise und zunehmende Knappheit der Rohstoffe Öl und Gas.

Kritiker des 31-Millionen-Kraftwerkprojekts wie Wilfried Mittendorf (Grüne Liste Ottersberg) zählten Bedenken auf: Die Holzvergasungstechnik habe sich bisher in Deutschland nicht durchgesetzt, es blieben gefährliche teerhaltige Produkte bei der Verbrennung zurück, und auch die Entsorgung der Asche sei nicht gewährleistet.

Letzteres erledige eine fachkundige Firma aus Bassum, hielt ihm Fred Fröhlich vom LaMont-Vorstand entgegen. Er verwies auch auf etliche gut laufende Biomasseanlagen in Südamerika und Spanien. Gerade sei ein Kraftwerk unweit von Madrid problemlos in Betrieb gegangen.

Allerdings gehöre dieses Werk nicht LaMont – „wir sind nur die Architekten“. Daher sei es bisher auch schwer, Besichtigungstermine für Besucher oder Besuchergruppen aus Ottersberg zu ermöglichen.

Gerade Biomassekraftwerks-Skeptiker hätten sich aber gern mal genauer umgesehen. Ihnen kommt es spanisch vor, dass Fröhlich vorerst nicht einmal den genauen Standort dieses Vorzeige-Werks nennen wollte.

Nur mit nachwachsenden Rohstoffen (NaWaRos) und unbehandeltem Holz aus bis zu 80 Kilometern Umkreis soll das Ottersberger Bio-Kraftwerk „befeuert“ werden.

Dass durch den Holzbedarf Wälder im Bestand bedroht würden, bestritten Fröhlich und Koht energisch. In vertraglichen Abmachungen sei ausdrücklich „nachhaltige Bewirtschaftung“ der Forsten festgelegt.

Zur Sprache kam neben einigen anderen Aspekten auch die zusätzliche Verkehrsbelastung. Koht versicherte, dass die Werktags--Liefermenge von 240  Tonnen Rohstoffen von zwölf Lkw täglich zwischen sechs und 22 Uhr bewältigt werde.

Bei gezählten 12 000 täglichen Fahrzeugen insgesamt am Kreuzungsbereich Am Damm mache das gerade mal 0,1 Prozent mehr aus. Für Entlastungslösungen an hoch beanspruchten Knotenpunkten zu sorgen, sei im übrigen nicht Aufgabe von Privatunternehmen, sondern die von Kommunen und Landkreisen.

Zeitlich geht LaMont davon aus, dass nach Vertragsabschluss mit der Gemeinde, Bürgerbeteiligung und Auslegung des geänderten Bebauungsplans im Mai der Satzungsbeschluss im September gefasst wird und spätestens im Oktober die Bauvorbereitungen beginnen.

zurück zur Übersicht: Oyten/Ottersberg

  • BlinkList
  • del.icio.us
  • Folkd
  • Furl
  • Google
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • oneview
  • Yahoo MyWeb
  • YiGG
  • Webnews
Diese Seite bookmarken bei...
Schliessen

Artikel empfehlen!

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Kommentar schreiben

Letzter Kommentar zu diesem Artikel:

Keine Kommentare vorhanden.

Eintrag verfassen

Community

Schreiben Sie zum Beitrag Ihre Meinung oder laden Sie Bilder und Videos zu ihrem Profil hoch. In unserer Community lernen sie sicher auch neue Freunde kennen.

Registrieren / Login

53.117035,9.1186231

Bestimmen Sie auf der Karte die Region, aus der Sie Nachrichten angezeigt bekommen möchten.

Karte VerdenOytenAchimThedinghausenVerdenlangwedelkirchlintelnDörverdegroße Karte

Lokalsport Kreis Verden

Schierenbeck fehlt gegen Neerstedt

ACHIM/BADEN (kc) · Zum Saisonauftakt in der Handball-Oberliga wartet auf die SG Achim/Baden gleich ein richtig dicker Brocken. Denn mit dem TV Neerstedt stellt sich morgen Abend (18.30 Uhr) gleich einer der Mitfavoriten auf den Titel in der Badener Lahofhalle vor.Mehr...

Christian Hecht zu Verden II
Christian Hecht zu Verden II

VERDEN (ds) · Einen Last- Minute-Neuzugang meldet Fußball-Kreisligist FC Verden 04 II. Vom Klassenpartner TSV Dauelsen kommt in Christian Hecht (Bild) ein Spieler fürs defensive Mittelfeld. Hecht spielte noch vor zwei Jahren bei Borstel. „Wenn die Spielberechtigung rechtzeitig kommt, könnten wir ihn Sonntag schon einsetzen“, so Co-Trainer Ziad Leilo.Mehr...

Lokale Videos

Meist gelesene Artikel

  • Heute
  • 7 Tage
  • 30 Tage
Siebtklässler Mazlum entlockte mit Klangkünstler Reinhard Stille dem großen Windrad originelle Töne. Sinnliche Erfahrungen mit Instrumenten von fernen Kontinenten standen gestern im Oytener Schulzentrum auf dem Stundenplan.
Mit Regenmacher und Donnerdose

Oyten - (pee) · Irgendwie hat der Mann den falschen Namen. Wenn Reinhard Stille, Klangkünstler aus Steyerberg nahe Nienburg, die afrikanische Schlitztrommel schlägt, über fernöstliche Klangstäbe streichelt, dröhnend in das australische Didgeridoo trompetet oder den chinesischen Konzertgong schlägt, bis sich die ersten die Ohren zuhalten, herrscht Stille höchstens bei den atemlosen Zuhörern.Mehr...

„Sommer 2/2010“ titelt eine jüngere Arbeit von Agnes Gerken-Lüllmann. Fotos (2): Keppler
„Henny, Hanna und ich“

Oyten - SCHAPHUSEN (kr) · „Henny, Hanna und ich“, titelt die Sommerausstellung von Agnes Gerken-Lüllmann am Sonnabend und Sonntag, 4. und 5. September, jeweils von 14 bis 18 Uhr, im Bildergarten, in der Schaphuser Dorfstraße 54.Mehr...

Kreiszeitung Syke
Platz für 32 000 Paletten Fertiggerichte

Oyten - (pee) · 32 000 Paletten Fertiggerichte und Fischfeinkost sollen sich ab 2011 bis unters zehn Meter hohe Dach stapeln und von hier aus in alle Welt geliefert werden. Den symbolischen ersten Spatenstich für den Neubau eines 19 000 m² großen Logistikzentrums im Lebensmittelbereich setzten die beteiligten Geschäftspartner gestern auf der Erweiterungsfläche des Gewerbeparks Oyten-Süd an der Hamburger Straße. Investitionsvolumen: mehr als 10 Mio. Euro. 60 bis 80 neue Arbeitsplätze stellte der Betreiber in Aussicht.Mehr...

Kontakt

Redaktion Oyten/Ottersberg

Obernstraße 54
28832 Achim
Telefon 04202 / 515-0
Telefax 04202 / 515-149
redaktion.achim@kreiszeitung.de

LokalesNachrichtenSportFun & FriendsLebenServiceAnzeigenZeitung

Artikel lizenziert durch © kreiszeitung
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.kreiszeitung.de