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Start mit „schon ein bisschen Magengrummeln“

In Langwedel haben Haushaltsberatungen begonnen / 595 000 Euro Fehlbetrag

Start mit „schon ein bisschen Magengrummeln“

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Langwedel - Fast möchte man sagen: „Dumm gelaufen.“ Da freut man sich im Flecken Langwedel über in den vergangenen Jahren gestiegene Steuereinnahmen. Vor allem bei der Einkommens- und der Gewerbesteuer. Wenn die Sache jetzt mal nicht einen Haken hätte: Im Gegenzug werden die Schlüsselzuweisungen vom Land Niedersachsen weniger und die Kreisumlage, die die Langwedeler nach Verden überweisen müssen, steigt ordentlich.

Im Langwedeler Rathaus unternahm am Dienstagabend der Finanzausschuss den Einstieg in die Beratungen für den Haushalt 2012 der Gemeinde. Kämmerer Uwe Fahrenholz stellte dabei das Zahlenwerk vor.

Die Jahreshaushalte 2010 und 2011 sind noch nicht komplett fertig gebucht. Fest steht aber: 2010 war für Langwedel dank hoher Steuereinnahmen ein sehr gutes Jahr, auch 2011 dürfte die Gemeinde mit einem leichten Überschuss zu Ende gebracht haben, so der Kämmerer.

„Der Gesamtergebnishaushalt 2012 weist einen Fehlbetrag von 595 100 Euro aus“, beschied Fahrenholz den Lokalpolitikern. „Alles nicht so schlimm, das kennen wir ja schon aus den beiden Vorjahren“, mag sich vielleicht der eine oder andere gedacht haben. Am Ende (siehe oben) stand man dann nicht nur mit einem ausgeglichenen Haushalt da, sondern sogar mit einem Plus.

Die Sache hat allerdings einen Haken: „Ich bin in den vergangenen Jahren schon sehr defensiv da ran gegangen“, gab der Langwedeler Herr der Zahlen zu. Da wurde schon ein bisschen niedrig gestapelt, was die zu erwartenden Steuereinnahmen anlangte. „Das habe ich diesmal nicht gemacht. Sonst wären wird einem Fehlbetrag von 1,1 Millionen Euro gewesen. Jetzt ist da kein Puffer mehr drin.“

So steht im Ansatz 2012 ein Ergebnishaushalt über rund 16,4 Millionen Euro. Da rechnet man dann zwar mit einer Einkommensteuereinnahme von 4,9 Millionen Euro. Aber es gibt bei den Aufwendungen, also den Zahlungen, die die Gemeinde leisten muss, erhebliche Anstiege. Die Personalkosten klettern um 174 500 Euro auf insgesamt rund 4,7 Millionen Euro. Dank der guten Gewerbesteuereinnahmen (auch in diesem Jahr rechnet man wieder mit 2,6 Millionen) steigt die Kreisumlage um 612 000 Euro. Neue Schulden sind nicht geplant, mögliche nicht gedeckte Ausgaben will man mit Mitteln aus dem Sparstrumpf decken.

„Insgesamt ist unser Haushalt solide und stabil“, befand Uwe Fahrenholz. Auch und gerade angesichts der Tatsache, dass der Flecken insgesamt nur 2 Millionen Euro (134 Euro pro Einwohner) Schulden hat. Und das bei liquiden Rücklagen von 3,3 Millionen plus noch einmal rund 2,5 Millionen fest angelegtes Geld. „Ein bisschen Magengrummel habe ich aber schon, bei einem Haushalt, der zum dritten Mal nacheinander in den Planungen nicht ausgeglichen ist“, so Fahrenholz.

Die SPD sehe keinen Grund zur Sparpanik, erklärte Hans-Ulrich Knopp. Man müsse in Zukunft allerdings für mehr Einnahmequellen sorgen - durch mehr Baumöglichkeiten, die verschärfte Förderung des Gewerbegebietes Daverden, durch wirtschaftliche und ökologische Entwicklung des Flecken Langwedel. Diesen Ausblick vermochten Thomas Maruhn (CDU), Petra Krüler (Grüne) und Heike Schmitz (WGL) durchaus zu teilen. Man solle in den Beratungen nun nicht in kleinteilige Sparwut verfallen.

Zwar nicht im Haushaltsjahr 2012, aber 2013 kommt auf Langwedel eine finanzielle Mammut-Aufgabe zu. Zwar wurde die Machbarkeitsstudie in Sachen Neubau oder Sanierung der Oberschule Langwedel noch gar nicht vorgestellt. „Egal, was wir machen, da kommen Kosten von 11 bis 13 Millionen Euro auf uns zu“, ließ Thomas Maruhn durchsickern. · jw

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