Langwedel - (jw) · Die Haupt- und Realschule Langwedel wird zum August eine Oberschule – als teilgebundene Ganztagsschule. Den Weg zur neuen Schulform machte am Montagabend der Langwedeler Gemeinderat frei. Überraschend ist die Entscheidung nicht, hatten sich doch schon im zuständigen Schulausschuss alle Parteien und Gruppen für diesen Weg ausgesprochen. Allerdings nutzte man von allen Seiten die Gelegenheit, generelle Stellungnahmen zum Thema Oberschule los zu werden.
War der Verlauf der Ratssitzung nicht unbedingt überraschend, so war es die Lokalität schon: Zum ersten Mal seit Jahrzehnten tagte der Rat im Gasthaus Klenke. Das Langwedeler Rathaus stand wegen der laufenden Kulturtage nicht zur Verfügung.
Hauptamtsleiter Rolf Korb erläuterte eingangs, was die „Oberschule mit teilgebundener Ganztagsschule“ in Langwedel bedeuten würde: Drei Tage in der Woche ist nachmittags Unterricht. Zwei Tage davon muss die niedersächsische Landesregierung finanziell und personell bestücken. Für den dritten Tag ist der Schulträger, hier also die Gemeinde Langwedel zuständig – die dabei natürlich nach kostengünstiger Unterstützung von außen guckt, etwa bei Vereinen oder auch Betrieben.
Heike Stumpe (CDU) befand, die Oberschule sei die ideale Schulform überhaupt. Allerdings stünden dringend Modernisierung am und im Schulgebäude selbst an. „Die Schüler wollen in der Aula jetzt schon selbst streichen. Ein eindeutiges Zeichen, das was passieren muss.“
„Die Schule muss wieder ein Werbeträger für Langwedel werden“, befand dann auch Wolfgang Ewert (SPD). „Die Oberschule war nicht das Ziel, das wir uns gesetzt haben.“ Die Sozialdemokraten hatten sich eine integrative Gesamtschule gewünscht. Aber man hätte sich auf die Gegebenheiten einstellen müssen, die Entwicklung der Schülerzahlen habe dazu dann auch gar keine andere Wahl gelassen.
Letztlich voll überzeugt habe dann aber das Konzept der Schule und ihres Leiters Rolf Bartels, „das stark in die integrative Richtung geht“, Kooperation mit der Wirtschaft vorsieht, weiterführende Schule im Auge hat.
„Es ist nicht der ganz große bildungspolitische Wurf, aber endlich ein Schritt in die richtige Richtung“, befand Gerhard Landzettel (WGL). „Hoffentlich folgen noch viele weitere Schritte in Richtung erfolgreiches Lernen, meinte Landzettel und verwies auf Skandinavien und Benelux-Staaten – wo man seit Jahrzehnten mit der Gesamtschule arbeitet. „Aber was wir jetzt machen ist sinnvollste Modell, dass unter der derzeitigen Gesetzeslage und den Langwedeler Bedingungen möglich ist.“
Siegfried Schmidt (UBL) befand, es sei der beste Weg gewesen, in Langwedel auf einen gymnasialen Zweig zu verzichten. „Wir haben hervorragende Gymnasien in Achim und Verden.“ Wie alle anderen Ratsvertreter auch zeigte sich Schmidt nachhaltig beeindruckt vom Engagement des neuen Schulleiters Rolf Bartels und des Kollegiums der Schule.
Eine weitere Erkenntnis Schmidts, die alle anderen Fraktionen teilen dürften: Baulich hat die Gemeinde in Sachen Schule am Goldbach noch einiges vor der Brust. „Das kostet noch viel Zeit und Geld.“
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