Langwedel - Der Blick ist leer, die Hände auf die Ohren gepresst. Während die Figur schmenhaft bleibt, ist der Gesichtsausdruck klar. Das Bild heißt „Das Kind und der Tod“ und stammt von dem norwegischen Maler Edvard Munch. Im Rahmen eines Kunstprojekts haben sich Schüler der 6. und 9. Jahrgangsstufe an der Oberschule am Goldbach mit dem Künstler beschäftigt. Nach einem Ausstellungsbesuch in der Bremer Kunsthalle haben sie ihre eigene Schau erstellt.

© Foto: Duncan
Unter Leitung der Kunstlehrerin Ulrika Moje haben Schüler der 6. und 9. Jahrgangsstufe an der Schule am Goldbach sich mit dem norwegischen Maler Edvard Munch auseinandergesetzt. ·
In der mehrmonatigen Projektarbeit stand die Frage im Fokus, wie sich mit Kunst Gefühle ausdrücken lassen. „Warum hält das Mädchen sich die Ohren zu?“, hatte Kunstlehrerin Ulrika Moje Schüler der 6. Klasse vorab gefragt. „Weil die Eltern sich streiten“, lautete eine der Antworten. Mithilfe eines Ausschnitts des Bildes setzten die Kinder ihre eigenen Ideen auch künstlerisch um.
Nach der Vorarbeit ging es gemeinsam in die Ausstellung. Alle Klassen erhielten dazu eine professionelle Führung. Eine der 6. Klassen nahm zusätzlich an einer museumspädagogischen Aktion teil.
„Ich glaube, die Schüler waren etwas enttäuscht, weil der echte ‚Schrei‘ in der Ausstellung nicht zu sehen ist“, erzählt Kunstlehrerin Ulrika Moje. Doch auch die Beschäftigung mit Munchs anderen Werken hat bei den Kindern offenbar einen tiefen Eindruck hinterlassen. Teil der Schau sind auch Munchs Werke als Puzzle, mit dem sich viele Schüler in der Pause beschäftigen, erzählt Moje.
Das Thema „Gefühle“ hat Ulrika Moje mit den 9. Klassen sogar noch ein Stück weiterentwickelt. Für deren Arbeiten stand das Bild „Mädchen und drei Männerköpfe“ Pate. Neben dem eingangs erwähnten „Kind“ liegt dieses übrigens im Besitz der Kunsthalle. Erst 2005 wurde es als zweites Kunstwerk hinter dem Rahmen des „Kindes“ entdeckt.
Zu sehen ist darauf ein im Dunkeln sitzendes, nacktes Mädchen und drei verfremdete Männerköpfe, die aus der Dunkelheit hervortreten. Die Schüler haben dieses Bild als Vorbereitung auf die Ausstellung mit Sprechblasen versehen. Nach dem Besuch in Bremen erhielt jeder eine Kopie des „Schreis“ – und sollte seinen eigenen Hintergrund dazu malen. „Was bringt die Figur im Bild zum Schreien?“, lautete die Fragestellung. Auf den Bildern sieht man Monster, Hände oder ein Ansammlung von Augen.
Neuntklässler Finn hatte eine andere Idee: Er malte mit Kreide seinen eigenen „Schrei“ – mit Figuren aus dem Jugendbuchklassiker „Alice im Wunderland“. Im Mittelpunkt steht der „verrückte Hutmacher“, der von der „Grinsekatze“ terrorisiert wird und darüber verzweifelt. „Man weiß eben nie, ob die Katze Freund oder Feind ist“, sagt Finn.
Noch bis Ende des Monats sind die Werke der Schüler im Foyer der Schule (Block A) zu sehen. · ldu
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