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Nun kommt Käpt‘n Blaubär eher vom Sofa herunter

Grundschule Etelsen verabschiedet Schulleiter und Segelfan Dieter Wasmund

Nun kommt Käpt‘n Blaubär eher vom Sofa herunter

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Etelsen - Überall in der Pausenhalle der Grundschule hängen Bilder von einem Mann mit Bart. Eine Brille hat er auch immer. Ganz oft hat er ein kariertes Hemd an. Alle Kinder der 2., 3. und 4. Klassen haben so ein Bild gemalt. Überall ist Schulleiter Dieter Wasmund abgebildet. Warum? Der beliebte Rektor wurde gestern in den Ruhestand verabschiedet.

„Na, denn: Prost Saft und auf euer aller Wohl!“ Am Ende seiner Abschiedsfeier stieß Schulleiter Dieter Wasmund auf dem Schulhof der Grundschule Etelsen mit allen Kinder an. Gut, mit fast allen. Aber zugeprostet hat er allen ·

© Foto: Wenck

„Na, denn: Prost Saft und auf euer aller Wohl!“ Am Ende seiner Abschiedsfeier stieß Schulleiter Dieter Wasmund auf dem Schulhof der Grundschule Etelsen mit allen Kinder an. Gut, mit fast allen. Aber zugeprostet hat er allen ·

Und das gleich zweimal. Zuerst von den Kindern der Grundschule, anschließend gab es am Mittag noch die offizielle Runde mit dem Kollegium sowie Vertretern der Schulbehörde und der Gemeinde.

Am Morgen galt es zunächst, 262 Mädchen und Jungen in der Pausenhalle zu verstauen, bevor der Abschiedstörn für den Herrn Wasmund los gehen konnte.

„Habe ich wirklich immer 45 Minuten unterrichtet?“, fragte Wasmund seine zahlreich versammelte Besatzung. „Irgendwie muss es euch auch gelungen sein mich in Privatgespräche zu verwickeln...“ Wie sonst hätten Kinder und Kollegium wohl von der großen Liebe ihres Käpt‘ns, Entschuldigung: Rektors, für das Meer, die See und das Segeln erfahren können. Na, vielleicht waren die vielen tollen Schiffsmodelle in seinem Büro ja auch ein bisschen verräterisch.

Egal, die Mannschaft wusste Bescheid und hatte sich dementsprechend bestens vorbereitet. Mit jeder Menge Liedern, die ihre seemännische Herkunft nicht verleugnen konnten, auch wenn der Text ein neuer war. „Was soll wir tun, wenn er nicht mehr da ist“, klang nicht nur nach einem Shanty, das war auch einer. Okay, die plattdeutschen Döntjes und auch der „Herr Wasmund-Rap“ hatten mal nichts mit dem Wasser zu tun, waren aber richtig klasse. Ohne Schmu.

Natürlich gab es von den Kindern auch Geschenke. Eine Flaschenpost etwa oder ein Buch, in dem sich alle Kinder der Schule verewigt hatten.

„Supertoll“, befand da Dieter Wasmund. „Am liebsten möchte ich nächste Woche noch einmal Abschied feiern.“ Weil das nun aber nicht geht, hatte Schulleiter Wasmund neben seinem Sohn und seiner Frau noch jemanden mitgebracht, den er den Kinder zum Abschied noch vorstellen musste.

So einen Typ, der den ganzen Winter über auf dem Sofa sitzen muss, bevor er wieder aufs Segelboot kann. Jetzt kommt er da aber ein bisschen eher runter, vom Sofa. Weil Wasmund schon vor den Sommerferien auf der Ostsee segeln kann. „Na, wer könnte das sein?“, fragte der Rektor. „Ein Kapitäään!“ Genau. Aber welcher. „Käpt‘n Blaubär?!“ Tatsache. Ein 64-jähriger leidenschaftlicher Segler nimmt den Käpt‘n Blaubär mit auf große Fahrt. „Das Sagen an Bord habe aber ich“, versicherte Dieter Wasmund.

Nachdem es von der 4c noch eine ganz tolle persönliche Verabschiedung gegeben hatte, sangen alle das Abschiedslied „Alte Schule - altes Haus“ und der Rektor wurde per Spalier auf den Schulhof geleitet, wo er auf Einladung des Schulvereins noch mit allen Kinder anstieß.

Wie zu hören war, ist für Dieter Wasmund, der zehn Jahre Rektor in Etelsen und ein Jahr auch kommissarischer Leiter der Grundschule Langwedel war, schon eine Nachfolgerin in Sicht. Gleich nach der ersten Stellenausschreibung liefen in der Schulbehörde die Bewerbungen ein.

Man darf getrost davon ausgehen, dass dies sehr für die Grundschule Etelsen, das Kollegium und die Arbeit spricht, die da von allen geleistet wird. Inklusive der Stimmung, die unter der Besatzung herrscht. Auch wenn der scheidende Käpt‘n und seine Crew das nicht so rausposaunen. · jw

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