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Mit 19 Jahren sechs Monate lang allein durch Australien / Cindy Schäfer aus Etelsen: „Ich hab‘ viel über mich gelernt“

„Das war der Hammer“

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Langwedel - ETELSEN/AUSTRALIEN (jw) · Was passiert, wenn sich eine 19-Jährige direkt nach der Ausbildung zur Friseurin mutterseelenallein für ein paar Monate nach Australien aufmacht? Land und Leute angucken und möglichst auch noch im erlernten Beruf arbeiten will? Cindy Schäfer aus Etelsen hat es gemacht. Ihr Fazit: „Ich hab‘ viel über mich selbst gelernt. Man ist hinterher viel offener.“ Und erlebt so viele Sachen, dass die gar nicht in einen Zeitungsartikel passen. Aber das nur im Vertrauen.

Baden unterm Wasserfall? Gehörte auch zum Programm einer besonderen Australienreise.

Baden unterm Wasserfall? Gehörte auch zum Programm einer besonderen Australienreise.

Die junge Etelserin ist in ihrem halben Jahr am anderen Ende der Welt viel gereist, hat auf einer Farm gearbeitet und in Sydney tatsächlich eine Anstellung in ihrem erlernten Beruf gefunden. Klingt einfacher, als es ist.

Rucksacktouristen, die so genannten „Backpacker“, finden alles andere als einfach Jobs. Und wenn, dann nur schlecht bezahlte. Und wer nimmt eine Friseurin, die direkt aus der Ausbildung kommt? Wie kommt man an eine Stelle? „Man nimmt seinen Lebenslauf, geht in den Laden und fragt persönlich nach“, erzählt Cindy Schäfer. „Ich hab‘ keine Angst, jemanden anzusprechen.“ Dann macht sie eine Pause und fügt mit einem Lächeln hinzu: „Aber es war schon schwer für die Füße.“

So landet sie für einen Probetag in einem Salon, der schon für „Australias next Top Model“ frisiert hat. „Die waren schon gut... Aber, hm, etwas abgehoben.“ Cindy Schäfer kommt schließlich in den Salon von Anthony Lipari. Der wollte sie gleich für ein halbes Jahr... Es gab eine deutsche Kollegin, die half bei den englischen Fachausdrücken. Am Ende gab es ein Angebot, länger zu bleiben, für drei Jahre...

Dann die Australier. „Sehen alles positiv, lassen sich nicht runterziehen. Eine Supereinstellung“, findet Cindy Schäfer immer noch. „Ich hab‘ schon mit dem Gedanken gespielt, da zu bleiben.“ Ist sie dann aber doch nicht. „Aber ich möchte da auch gern wieder hin.“

Schon allein wegen des Landes selbst. Mit einem alten gebrauchten Auto ist Cindy Schäfer durch Australien gefahren, für drei Wochen war ihre Schwester Laura übrigens zu Besuch.

Schon vor der Abreise aus Deutschland stand für die junge Etelserin fest: „Ich will in Australien tauchen lernen.“ Sie hat ihn auch gemacht, ihren Tauchschein, auf Magnetic Island. In Port Douglas, am berühmten Great Barrier Reef ist sie getaucht. „Der totale Wahnsinn.“

Da gab es diesen unglaublich weißen Sand am White Heaven Beach, die Städte Brisbane, Sydney (hier gibt es nicht nur Arbeit, sondern auch tolle Strände), Melbourne, Canberra, Adelaide. Frasier Island, der vielleicht unglaublichste Sonnenuntergang an Australiens östlichem Punkt in der Byron Bay.

In den Snowy Mountains, auf Australiens höchstem Berg gibt es sogar einen Skilift. Das Land hat Regenwälder, das Buschland im Outback. Etliche Touren hat Cindy Schäfer aber auch mit wechselnden Reisegruppen im Bus unternommen. Sie hat etliche Male unter tropischen Wasserfällen gebadet.

Und natürlich Ayers Rock gesehen. Aber eher nur von weitem, und das mit Absicht. „Das ist ein heiliger Ort für die Ureinwohner, die Aborigines. Darum sind wir da nicht raufgeklettert.“

Dann gibt es da noch die Opal-Sucher Stadt „Cooper Pedy“. „Mitten im Nichts. Das ist so krass.“ Die Stadt liegt zu 70 Prozent unter der Erde, hier wird auch nach den Edelsteinen gebuddelt. Über der Erde gibt es: Fliegen. Aber in Massen. Die Brummer wollen im trockenen Outback immer dahin, wo es feucht ist: in Augen, Nasen. Was hilft, ist eine Art Imkerhut. Oder ein Netz.

Die einzige richtige Stadt im australischen Outback ist Alice Springs. „Hier wird so richtig deutlich, welche Probleme die Aborigines mit der westlichen Lebensweise haben.“ Vor allem Alkoholprobleme – und damit verbunden Beschaffungskriminalität. „Wir waren alle ganz schön geschockt. Das war der einzige Ort, an dem ich mich nicht wohl gefühlt habe.“

Da waren selbst die Krokodile bei Darwin angenehmer. Obwohl man auch bei diesen Biestern mächtig aufpassen musste - und auf gar keinen Fall bei einer Bootstour seine Patschehändchen über der Bordwand baumeln lassen sollte...

Glücklicherweise in Cindy Schäfer in einem Stück wieder zu Hause angekommen. Wenn auch mit einigen Umwegen, aber das ist eine andere Geschichte. Ihr Englisch hat sie entschieden verbessert. So prächtig, das ihr nach der Heimkehr nach einem halben Jahr manche deutsche Wort nicht mehr in den Sinn wollten. Der Höhepunkt in einem halben Jahr Australien? „Tauchen! Das hab‘ ich vorher noch nie gemacht. Das Great Barrier Reef war der Hammer!“

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