Dörverden - Die tragische Figur der Wahl in Dörverden ist Adrian Mohr, Fraktionsvorsitzender der CDU. Er war es, der die Gemeindeverwaltung am Mittwochmorgen auf Unstimmigkeiten bei den Ergebnissen hingewiesen hatte. Und er war es, dessen Partei am Ende einen Sitz im Rat verlor.

In der Gemeinde Dörverden wurden nicht alle Stimmen berücksichtigt. ·
Dabei hatte für ihn zunächst alles so gut ausgesehen: Die CDU hatte, laut vorläufigem Ergebnis, einen Sitz mehr (zehn) als die SPD (neun). Als Mohr nach der Wahl für seine Mitstreiter eine Statistik erstellen wollte, fielen ihm Ungereimtheiten im Bereich Dörverden 2 auf. Bei der Anzahl der Wähler in Bezug auf die abgegebenen Stimmen hatte es Differenzen gegeben. „Wir hatten hier auffallend wenig Listen-Stimmen bekommen, deswegen rechnete ich nach“, so Mohr.
Mit seinen Ergebnissen wurde er in der Verwaltung vorstellig. Die Mitarbeiter dort waren schnell überzeugt. Sie entschieden sich, Dörverden 2 direkt noch einmal auszuzählen. Der Verdacht bestätigte sich: Im Wahllokal war ein Zettelhaufen (rund 200 Stimmen) bei der Auszählung vergessen worden. „Wir haben den Fehler entdeckt. Er ließ sich nachvollziehen“, so Verwaltungsangestellte Karin Banse. „Wir kamen also zu einem neuen Ergebnis.“
Zwei Wahllokale
übersehen Stimmen
Demnach hätte es innerhalb der CDU eine Veränderung gegeben: Carsten Wigger, der über Personenwahl reingekommen wäre, war raus. Der ehemalige Ratsvorsitzende Hans Herrmann, der sich bereits mit seinem Scheitern abgefunden hatte, sollte auf einmal doch über Liste reingekommen sein. „Leider haben wir, sozusagen im vorauseilenden Gehorsam, diese Informationen direkt an die betreffenden Personen weitergegeben. Das ist ein Fehler, der mir aufrichtig leid tut“, so Bürgermeisterin Karin Meyer.
Denn es blieb nicht dabei. „Wir haben uns entschlossen, Plausibilitätsprüfungen in den anderen Bezirken durchzuführen“, so Karin Banse. So unwahrscheinlich es ist: Auch bei den Stedorfer Ergebnissen fielen Differenzen auf, hier ging es um 175 Stimmen. „Wir zählten nach. Und auch hier stellte sich heraus, dass der Wahlvorstand einen Packen Zettel nicht berücksichtigt hatte.“ Hier waren es keine Listenstimmen, die verschütt gegangen waren, sondern die des Grünen-Kandidaten Jürgen Stahlke. Wie sich herausstellte, werden die Grünen mit ihm ein drittes Ratsmitglied stellen (statt vorher zwei), während die CDU sich mit neun Sitzen begnügen muss. Damit liegt sie gleichauf mit der SPD.
Adrian Mohr, am Ende des Tages leicht verschnupft: „Gut, vielleicht war es ein Eigentor. Aber die Frage ist doch: Auf welche Weise will man eine Wahl gewinnen? Ich würde es auf jeden Fall wieder tun.“ · rei
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