Dörverden - Wenn Karin Meyer und ihre Mitarbeiter im Rathaus von einem Büro ins andere wollen, müssen sie im Slalom um Eimer und Wannen herumlaufen. Diese sollen das Wasser auffangen, das von der Decke tropft. Ein Schild weist auf Rutschgefahr hin. „Ja, bei uns regnet es durch“, sagte die Verwaltungschefin gestern. Und es ist nicht das erste Mal, dass das Flachdach des Verwaltungsgebäudes Ärger macht.

© ksy
Auf dem Rathausdach zeigt Bauhofleiter Axel Zasowski die vielen Stellen, an denen das Dach bereits geflickt wurde.
Das gefrorene Wasser auf dem Dach begann vergangene Woche langsam aufzutauen. In der Frostphase muss wohl ein Riss entstanden sein, oder mehrere. „Das Problem ist, dass wir nicht wissen, wo genau sich der Schaden befindet“, so Karin Meyer. „Das bereitet uns ziemliche Kopfschmerzen.“ Experten einer Dachdeckerfirma sind dabei, die Abdeckungen neu zu verkleben. „Da wir den Riss nicht lokalisieren können, müssen wir das großflächiger machen lassen“, erklärt Bernd Dittner, Bauingenieur der Gemeinde. „Man muss da jetzt auf Nummer sicher gehen.“
Der Bauingenieur betont: „Rein objektiv, aus Expertensicht, muss ich schon sagen: Über kurz oder lang müsste man sich hier etwas anderes einfallen lassen.“ Etwas anderes, das sei idealerweise ein Satteldach.
Auch aus energetischer Sicht mache das Gebäude Sorgen. „In den 70er-Jahren hatte man es noch nicht so mit Wärmedämmung.“ Abgesehen davon sei durch das Wasser die vorhandene Dämmung in Mitleidenschaft gezogen worden.
Eine Aufrüstung, wie bereits bei Teilen der Dörverdener Schulen oder zuletzt beim Kindergarten Westen/Hülsen geschehen, wäre eigentlich dringend notwendig, so Dittner. Aber dies erfordere viel Geld. Geld, das bekanntlich nicht vorhanden sei. · rei
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