Dörverden - In Berufen von A wie Altenpfleger bis Z wie Zerspanungstechniker absolvieren Hauptschüler der achten Jahrgangsstufe an der Oberschule Dörverden einen wöchentlichen Praktikumstag (wir berichteten). Katharina Utson, Milcan Baris und Alexandros Cordts arbeiteten zum Beispiel in der Seniorenbetreuung Rose, wo sie die Bereiche Hauswirtschaft und Pflege kennen lernen.

© Foto: Niemann
Milcan Baris und Katharina Utson mit Köchin Nathalia Wist bei der Zubereitung von Salat.
Zum wiederholten Mal gab der Leiter der Seniorenbetreuung Rose, Kurt-Günter Rose, Jugendlichen die Gelegenheit zu testen, ob die Arbeit in der Altenpflege für sie ernsthaft in Betracht kommt. „Es ist schließlich wichtig, dass wir junge Leute bekommen, die mit alten Menschen arbeiten wollen.“
Denn Schulabgänger, die vor der Ausbildungswahl stünden, würden selten ermutigt, in die Altenpflege zu gehen, obwohl der Bereich beste Jobaussichten biete. Rose: „Der Beruf hat in der Gesellschaft längst nicht das verdiente Ansehen, obwohl Altenpflegekräfte hochqualifiziertes Fachpersonal sind.“
Die Anforderungen in der Altenhilfe bezeichnete er als hoch und die Arbeit als nicht selten schwer. „Der Beruf ist eine Herausforderung“, weiß der Einrichtungsleiter und wird dennoch nicht müde, für die zukunftsweisende Tätigkeit und für mehr gesellschaftliche Anerkennung zu werben. „Der Beruf entwickelt sich permanent weiter. Langweilig wird es garantiert nie und die Berufsperspektiven sind sehr gut.“
Gut findet der Schüler, dass er beim Praktikum bereits mit anpacken durfte. „Manchmal durfte ich den Bewohnern Nahrung und Getränke anreichern, mit ihnen spazieren gehen oder auch bei Beschäftigungsangeboten mithelfen.“
Milcan und Katharina schwebt eine andere berufliche Zukunft vor. „Wir wollen etwas Kreatives machen“, sagen die Mädchen, die sich für Modedesign beziehungsweise für Fotografie interessieren. Dennoch betrachten sie die im Praktikum verbrachte Zeit nicht als vergeudet. „Wir haben immerhin etwas fürs Leben gelernt.“ Und festzustellen, dass der erprobte Beruf nicht der richtige ist, sei auch eine wichtige Erfahrung. Jetzt wollen sie erst einmal ein zweites Praktikum machen und dann in Ruhe weitersehen. · nie
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