1127.10.11|Dörverden|Dörverden|1
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Dörverden - Es war mehr als einfach nur die letzte Sitzung des Gemeinderats in dieser Wahlperiode. Es war ein Abschied von zahlreichen Menschen, die das Dörverdener Gemeindeleben nachhaltig geprägt haben. Es war das Ende einer Ära – und der Beginn einer neuen Zeitrechnung in der Dörverdener Politik.

© Foto: Raczkowski
Sie überlassen das Feld nun anderen (v.l.): Hinten Dietrich Kerwat, Udo Weckmann, Stefan van den Boom, Ralf Schulze, vorne Hans-Heinrich Wätje, Anton Werle, Heiner Falldorf, Ilse Schnabel, Karl Thies und Klaus Selzer. Gewürdigt wurde außerdem Falk-Rembert von Eickstedt, der aber nicht anwesend sein konnte. ·
Die Auswirkungen der Kommunalwahl werden jetzt erst so richtig spürbar. Zwölf von 24 Ratsmitgliedern scheiden aus, einige davon haben sich eine sehr lange Zeit für das Gemeinwohl eingesetzt.
Der Ratsvorsitzende Hans Herrmann sagte in einer kleinen Ansprache: „Was hier in den Gremien beschlossen wird, betrifft den Bürger unmittelbar in seinem Alltag, er bekommt die Auswirkungen direkt zu spüren. Sie haben sich für die Belange der Gemeinde Dörverden eingesetzt und dafür viel Freizeit geopfert.“
Und um das zu belegen, hatte er auch gleich ein paar Zahlen parat: Der Rat tagte in seiner letzten Besetzung 31 Mal, 73,5 Stunden lang, und beschäftigte sich dabei mit 755 Beratungsvorlagen. Dazu kamen noch oft stundenlange Vorberatungen in den Fraktionen sowie natürlich die Arbeit in den Ausschüssen. Viel Zeit, in der sich die Politiker untereinander gut kennen lernten.
Bürgermeisterin Karin Meyer gab zu: „Ich bin schon sehr traurig. Für mich ist das ein großer Einschnitt.“ Und zu den scheidenden Mitgliedern: „Sie haben in Ihrer Amtszeit sehr viel Positives für die Gemeinde erreicht. Herzlichen Dank dafür.“
Im Mittelpunkt stand
Heiner Falldorf
Im Mittelpunkt stand Heiner Falldorf. Er war unglaubliche 39 Jahre Mitglied des Rates. „Du toppst alles und jeden“, lobte die Bürgermeisterin. Als sie ihm gratulierte, sagte sie: „Heiner, Du hast mich oft geärgert. Aber Du hast viel für die Gemeinde getan.“
Falldorf, der sich in diesem Jahr nicht wieder zur Wahl gestellt hatte, ist im Rat und in den Ausschüssen für seine Kompetenz bekannt – und für seinen unbequemen Geist. „Du hast den Finger in die Wunde gelegt“, so Parteifreund Jens Künzler. „Ich hoffe, dass Du uns auch in Zukunft nicht in Ruhe lassen wirst.“
Falldorfs letzter großer Kontrahent im Rat, der CDU-Fraktionsvorsitzende Adrian Mohr, zog in einer kleinen Dankesrede seinen Hut vor dem Sozialdemokraten. „Ich habe viel von Karl Thies und Heiner Falldorf gelernt. Sie werden fachlich eine große Lücke hinterlassen.“
Der Ratsvorsitzende Hans Herrmann steckte Heiner Falldorf schließlich die Ehrennadel in Silber des Städte- und Gemeindebundes ans Revers, eine Auszeichnung, die man sich für mindestens 30 Jahre Ratsarbeit verdient.
Der Geehrte blieb indes gelassen. „Wir machen das, was wir machen, frei und willig“, betonte er. Und zum Abschluss: „Nicht vergessen: Der Rat ist ewig, nur die Belegschaft ändert sich.“ · rei
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