Dörverden - Seitdem Schüler der Oberschule Dörverden regelmäßig zu Besuch in die Senioreneinrichtung Haus am Hesterberg kommen, gibt es dort noch mehr Abwechslung. „Es ist schön, so junge Menschen um sich zu haben. Manchmal kommen wir auch miteinander ins Gespräch“, kommentiert Bewohnerin Ilse Benndorf die tageweise Präsenz von Schülerpraktikanten in Pflege und Hauswirtschaft.

© Foto: Niemann
Schön, wenn der Praktikant Zeit für ein Schwätzchen hat: Anke Bening und Niklas Rottmann im Gespräch mit Bewohnerin Ilse Benndorf. ·
Die Vorbereitung auf die spätere Berufswahl ist eine der primären Aufgaben, die sich die Oberschule Dörverden ins Programm geschrieben hat (wir berichteten). Für die Schüler sind daher Praktika wichtige Höhepunkte, die ihnen die Möglichkeit bieten, bereits in der 8. Klasse ins Berufsleben zu schnuppern.
Immer am Mittwochvormittag leisten seit Herbst vergangenen Jahres die beiden Achtklässler Niklas Rottmann und Daniel Hache ihr Praktikum in der Hauswirtschaft im Haus am Hesterberg. Niklas, der später einmal Erzieher werden möchte, ist am liebsten auf den Stationen unterwegs, wo er das Hauswirtschaftspersonal in seinen vielfältigen Aufgaben unterstützt. „Ich erledige Reinigungs- oder Aufräumarbeiten, helfe in der Wäscherei oder beim Bettenmachen und manchmal auch bei der Essensvorbereitung“, berichtet der 13-Jährige.
Für Niklas ist das Praktikum auch eine Lebenserfahrung, selbst wenn seine Zeit im Seniorenheim „wohl eine einmalige Sache“ bleibt, denn „Spaß macht es auf jeden Fall“.
Sein Schulkamerad, der 15-jährige Daniel, ist meistens in der Großküche der Pflegeeinrichtung einzutreffen. „Das hier ist meine Welt“, erzählt der junge Mann, der ohnehin später eine Kochlehre machen möchte. Und zwar am liebsten in einer Einrichtung wie dem Haus am Hesterberg und nicht in einem Restaurant.
Das Personal sieht die Anwesenheit der Schülerpraktikanten mit Wohlwollen und steht den jungen Leuten mit Rat und Tat hilfreich zur Seite. Anke Bening (stellvertretende Hauswirtschaftsleitung): „Die Jugendlichen sind fleißig, höflich und interessiert. Man merkt, dass ihnen das Praktikum mehr als nur eine lästige Pflicht ist, sondern dass es ihnen wirklich Spaß bereitet.“
Für Bening ist der für die Dauer eines Schulhalbjahrs angelegte und durch Schulsozialarbeiterin Julia Brunke organisierte Praktikums-tag daher für die jungen Menschen eine gute Möglichkeit, erste praktische Erfahrungen auf dem Weg zum Beruf zu sammeln – und für die Einrichtung die Chance, aktiv etwas gegen den zunehmenden Fachkräftemangel in Pflegeeinrichtungen zu tun. · nie
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