411.12.09|Achim|Achim|
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Achim - ACHIM /USA · Fünf Monate ist es her, dass die Achimer Gymnasiastin Aileen Klaile aus Oyten in den Flieger nach Amerika gestiegen ist. Ein knappes Jahr verbringt sie in Fort Edward im Bundesstaat New York in einer amerikanischen Familie. Für das Achimer Kreisblatt berichtet die 16-Jährige wieder Interessantes aus ihrem Alltag:

Aileen Klaile (r.) mit Freundin Katie.
Ende November war Thanksgiving, ein typischer, amerikanischer Feiertag, der mit der gesamten Familie und ganz, ganz viel Essen verbracht wird. Es gab einen riesigen Truthahn mit Mais und Kartoffelbrei und tausend anderen Leckereien. Vor dem Essen wird gebetet, und jeder spricht kurz zu Gott und sagt, wofür man ihm am meisten dankt.
Am Freitag danach war „Black Friday“, der Tag, an dem ganz Amerika einkaufen geht. Alles ist unheimlich billig, und die Leute flippen geradezu aus. Für meinen Laptop, der gerade mal 180 Euro gekostet hat, musste ich um 4 Uhr morgens aufstehen und wurde trotzdem von einem Walmart-Mitarbeiter komisch angeguckt, weil schon alles ausverkauft war. Um 5 Uhr hab ich dann den allerletzten Laptop bei „Radioshack“ ergattert.
Am vergangenen Sonnabend hat mich meine Gastfamilie in ein deutsches Restaurant ausgeführt. Zu essen gab es Bratwurst, Bockwurst, Kartoffelsalat, Spätzle, Sauerkraut und Leberkäse – und alles war (fast) so gut, wie wenn Mama es macht.
Den Schnee, den ich zu Hause manchmal vermisse, gibt es hier schon in Übermassen, und der (Plastik-)Tannenbaum steht schon seit Ende November. Geschmückt haben wir ihn mit der ganzen Familie. Meine Gastmutter hat die Christbaumkugeln der Mode angepasst, und so sind sie schwarz, silber und rot. Die Geschenke liegen schon seit Anfang Dezember unter dem Tannenbaum, was ein bisschen verlockend ist, weil auch zwei dicke Pakete für mich dabei sind. Apropos Geschenke: Die werden hier erst am 25. Dezember aufgemacht.
Von Advents kalendern hat hier allerdings noch niemand gehört, also habe ich einen für meine Gastschwester Emily gebastelt und Mama einen für meine ganze amerikanische Familie. Alle haben sich tierisch gefreut. In meiner Spanischklasse lerne ich Weihnachtslieder auf Spanisch, und ich versuche, allen anderen Lieder wie „Oh Tannebaum“ auf Deutsch beizubringen. Mein Chemielehrer scheint allerdings eher an den Schimpfwörtern interessiert zu sein und schreit jetzt seine Schüler zum Spaß mit „Verschwinde !“ an.
Ansonsten scheint bei mir allmählich der Alltag eingekehrt zu sein. Zurzeit bin ich fleißig am Kuchen backen für einen Verkauf in der Schule zugunsten einer armen Familie, der wir mit dem Erlös helfen wollen. Ich hoffe, dass alles gut läuft und mein Schoko-Kirsch-Kuchen ohne Kirschen nicht allzu schlecht wird.

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