Uesen - Wer vor seinem geistigen Auge sich innere Bilder vorstellen kann, lernt leichter. Die Fähigkeit zur Versinnbildlichung hilft, schulischen Stoff, gleichgültig ob Mathe oder Rechtschreibung, zu ordnen und zu strukturieren.

© Foto: Hägermann
Wilfried Helms: Lernkurse in Kinderferien. ·
Das sagt Wilfried Helms, ehemaliger Gymnasiallehrer, Vater von vier Kindern und ein Leiter der „Mind Unlimited-Ferienkurse“, in denen Schüler „Das Lernen lernen“ sollen. Unter diesem Motto stand am jetzt eine Informationsveranstaltung, zu der die Leitung der Grundschule Uesen Eltern und Pädagogen eingeladen hatte.
Zunächst ging es weniger um die Schüler, als um die erwachsenen Zuhörer. Wilfried Helms reihte sechs, neun und dann zwölf Zahlen und bat um Wiederholung. Sechs Zahlen konnten wiederholt werden, die restlichen nicht. Ähnlich das Ergebnis beim Erinnern von 20 Begriffen. Nach der Aufzählung von sechs Begriffen wurden die Denkpausen länger. Der Lern-Experte spricht bei dieser Gelegenheit gerne von der 7er-Grenze. Mehr kann unser Gehirn, so groß wie zwei Fäuste, ein dynamisches Organ zwar, aber auch „ein ziemlich fauler Sack“, auf die Schnelle nicht speichern. Es sei denn, es findet Orientierung in einem System, das durch das Lern-Labyrinth leitet. Andererseits: Werden die Hirnressourcen nicht genutzt, verkümmern sie. So einfach ist das.
Gegen den Hirnschwund hilft ständiges Üben und der Reiz der Wiederholung: „In der Schule steht die Wiederholung für das, was im Alltag gebraucht wird“, sagt Helms. Dem Wirkungsgrad der Wiederholung kommen übrigens nur zwei psychisch/physische Zustände gleich – Schock und hohe Emotionalität. Beides ist für das Lernen keine Empfehlung.
Der informative Abend war unterhaltsam. Das lag vor allem an Wilfried Helms, der aus dem Nähkästchen plauderte, indem er von den schulischen Bemühungen und Kämpfen seiner eigenen Kinder berichtete.
Helms unterscheidet zwischen „Sehlernern“, die über ein fotografisches Gedächtnis verfügen und geradezu prädestiniert sind für die Rechtschreibung, obwohl sie von deren Regeln kaum Ahnung haben, und „Hörlernern“, die deutlich mehr Möglichkeiten in der Rechtschreibung vermuten als tatsächlich vorhanden. Eine ganz eigene Spezies sind die „Gefühlslerner“. Diese Gattung findet für ein und dasselbe Wort gleich mehrere Schreibweisen. Das ist kreativ, aber falsch.
Nach diesem Infoabend blieb nur eine Frage unbeantwortet. Wie sich am besten ein Sprachen-Gemisch merken? Beispielsweise „Mind Unlimited-Ferienkurse“. Vermutlich mit Ordnung und Struktur. · häg
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