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Sanfte Energie statt gefährlicher Abwehrraketen / Ein Auricher Unternehmer möchte den Solarpark Embsen schaffen

Ein Auricher Unternehmer möchte den Solarpark Embsen schaffen

Sanfte Energie statt gefährlicher Abwehrraketen

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Achim/Oyten · Wo einst in Embsen und Oyten auf fast zehn Hektar die Hawk-Abwehrraketen in Stellung gebracht waren gegen vornehmlich sowjetische Angreifer, soll demnächst Sonnenenergie genutzt werden.

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So könnte es bald in Embsen aussehen.

Heute beschäftigt sich der Achimer Ratsausschuss für Wirtschaft und Stadtentwicklung ab 17 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses mit dem Antrag eines möglichen Investors für einen Solarpark.

Bereits im Januar hatte die Auricher Firma Bemastec beantragt, dort einen Photovoltaikpark zu errichten mit vier Reihen aus 13 Meter langen Modultischen. 3,5 Megawatt können so durch die Anlage erzeugt werden. Auf die Teiche wird Rücksicht genommen.

Damit konzentriert sich nun alles auf die Sonnenenergie, nachdem vergangenes Jahr noch ein Diepholzer Unternehmer einen Energiepark mit einer Kombination aus Biogas, Windkraft, Photovoltaik und einem Holzhackschnitzelheizwerk verwirklichen wollte.

Hier waren insbesondere Befürchtungen laut geworden vor einer Biogasanlage, die mit Schlachtabfällen versorgt werde und entsprechenden Gestank verbreiten könnte. Auch die Ankündigung, Rohstoffe von der Heidesand aus Scheeßel nach Oyten transportieren zu lassen und für einen regen Lasterverkehr in Achim und Oyten zu sorgen, hatte hier alles andere als Begeisterung ausgelöst.

Oytens Bürgermeister Manfred Cordes hatte versichert: „Für die Fläche gibt es keine Bauleitplanung. Es kann dort nichts gemacht werden, was nicht von den Kommunen Oyten und Achim genehmigt wird. Und wir werden niemals eine Biogasanlage mit tierischen Abfällen zulassen“. Im Dezember bereits war dann der Energiepark auf die Sonnenenergie reduziert worden. Nun befürwortet die Achimer Stadtverwaltung den beabsichtigten Solarpark Embsen, für den der Flächennutzungsplan geändert werden müsste, der noch gewerbliche Baufläche vorsieht. In einem späteren Schritt würde dann der entsprechende Bebauungsplan für die Sonnenenergie entwickelt werden.

Es wäre eine ganz neue Nutzung dieses Areals, sanfte Energie statt gefährlicher Raketen. Von 1968 bis 1992/93 war es Standort der militärisch wichtigen Raketenabwehrstation. Hätte das Radar feindliche Flieger- oder Raketenangriffe signalisiert, wären die mobil transportierten Hawk-Abwehrraketen aufgestiegen und hätten so Schutz für den Großraum Bremen bieten sollen. Mit dem Ende des Warschauer Paktes und dem Ost-West-Konflikt hatte die Raketenstation dann ausgedient.

Die Radartürme sind inzwischen abgerissen. Wegebefestigungen, Erdwälle Splitterschutzboxen, Montage- und Lagerhallen, Schuppen, Bereitschaftsgebäude und Bunker erinnern allerdings noch am die frühere Nutzung.

Kein Gewerbegebiet in Embsen

Ein Weyher Unternehmer hatte das Gelände dann vom Bund erworben, um einen Auto- und Baustoffhandel plus Fuhrpark hier aufzuziehen. Doch er scheiterte wie manches andere Gewerbevorhaben auch.

Der einst geplante Gewerbepark Achim/Oyten ist auf Achimer Gebiet ohnehin gescheitert, da die Bodeneigentümer in Embsen hier weiter ihre Landwirtschaft betreiben wollen. Bis heute liegt so das Gelände der ehemaligen Raketenabwehrstation brach. Lediglich der Oytener Dobermann-Verein, die Rettungshundestaffel des DRK und Jugendliche, die Party machten, hatten es genutzt.

Fledermäuse, Eisvögel, Amphibien, Dachse und andere Tiere hatten hier ein Rückzugsgebiet gefunden. 2011 hatte eine Grundstücks- und Verwaltungsgesellschaft aus dem Kreis Osnabrück das Gelände mit 27 000 Quadratmetern auf Oytener und 72 000 Quadratmeter auf Achimer Gelände ersteigert. Nun soll hier in Embsen die „Sonne scheinen“. mb

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