Achim - Von Michael MixDer riesige McDonalds-Mast an der Autobahn-Anschlussstelle Achim-Ost könnte schon bald nicht mehr ganz so überragend dastehen. Auf der anderen Seite der A 27, auf einer Wiese in Hassel, plant der Kulturverein Achimer Muslime (Kamu), eine Moschee mit Kuppel und einem 17,40 Meter hohen Minarett zu bauen. Ringsherum soll noch ein Gemeindezentrum errichtet werden.

Im hinteren Teil der Wiese, unweit der Autobahn, soll die Moschee entstehen. Das Grundstück rechts daneben wird vom Gartenbaubetrieb Tewes genutzt.
Kamu informierte gestern bei einem Pressegespräch vor Ort über das Vorhaben. Die Gebäude sollen auf einer nicht genutzten Grünfläche der Gärtnerei Tewes zwischen der Hasseler Straße und dem Pagenkampgraben entstehen.
Vorsitzender Rakip Erdinc und die Vorstandsmitglieder Erbakan Bulut, Ismail Kahraman und Ilhami Yoldas berichteten, dass der Verein für das seit langem gewünschte muslimische Gemeindezentrum in Achim verschiedene Flächen im Stadtgebiet in Augenschein genommen habe. Beispielsweise am Squash-Center in den Badener Finien oder an der Max-Planck-Straße im Gewerbegebiet Achim-Ost.
Doch das jetzt gefundene Gelände biete Vorteile. Es besteche durch seine noch recht zentrale Lage, weise aber dennoch Abstand zu Häusern auf. „Und die meisten unserer Mitglieder wohnen ja in Achim-Nord, sie könnten also zu Fuß das Gemeindezentrum erreichen“, merkte Yoldas an. „Der Autoverkehr würde sich hier also in Grenzen halten.“
Deshalb habe Kamu am 9. Januar einen Vertrag mit Tewes unterzeichnet und eine Fläche von 3 500 Quadratmetern für das geplante Gemeindezentrum gekauft. Für benachbarte weitere 4 500 Quadratmeter Grünland sei ein Pachtvertrag über 30 Jahre mit Kaufoption abgeschlossen worden. Auf dieser Vorratsfläche könnten laut Kamu Parkplätze angelegt werden.
In einem ersten Bauabschnitt will Kamu zunächst die Moschee errichten. Das Gebäude auf einer Grundfläche von 1 140 Quadratmetern soll acht Meter hoch werden und im Kern aus einem 210 Quadratmeter großen Gebetsraum bestehen. Daneben sei noch ein 90 Quadratmeter messender Raum für betende Frauen vorgesehen.
„Maximal könnten also in der Moschee 300 Personen Platz finden, aber soviel werden wohl nie zusammenkommen“, sagt Vorsitzender Erdinc. Der Verein habe derzeit 94 zahlende Mitglieder, dazu kämen noch etwa 150 Familienangehörige. „Weil unsere Mitgliederzahlen in den letzten Jahren erheblich gestiegen sind, wollen wir auch etwas auf Vorrat bauen.“
Die Anlage solle der Fatih-Moschee in Bremen-Gröpelingen ähneln. Das Minarett könne auch niedriger als 17 Meter ausfallen, es sei jedoch als „symbolisches Zeichen für eine Moschee“ unverzichtbar, erklärte Ismail Kahraman.
Für den Kauf des Grundstücks und die Realisierung des ersten Bauabschnitts hat Kamu Kosten von rund 400 000 Euro veranschlagt. Von den Mitgliedern lägen Spendenzusagen in Höhe von 190 000 Euro vor, für den großen Rest gelte es, weitere Gelder „kräftig zu sammeln“. Außerdem solle, wenn es mit dem Neubau klappe, die Immobilie an der Feldstraße möglichst verkauft werden.
In einem zweiten Bauabschnitt will der Verein direkt angrenzend an die Moschee ein zweigeschossiges Gebäude mit Versammlungs- und Bildungsräumen vor allem für Kinder und Jugendliche, Festsaal, Küche, Büro, sanitären Anlagen und Hausmeisterwohnung schaffen. Flächen für Sport und andere Freizeitaktivitäten könnten später das Ganze noch abrunden.
Mit etwaiger Kritik an dem Projekt und möglichen Bedenken, etwa von Anwohnern, will der Kamu-Vorstand „offen umgehen“. Für Gespräche stehe er unter Tel. 0175/2040209 gerne zur Verfügung, sagte Ilhami Yoldas. Weitere Informationen seien im Internet auf der Seite http://www.achim-camii.de zu bekommen.
Facebook 'Like Box' wird geladen...

Bestimmen Sie auf der Karte die Region, aus der Sie Nachrichten angezeigt bekommen möchten.



Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.