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Moschee lieber „eine Nummer kleiner“

Fraktionen bemängeln vorgesehene Größenordnung des muslimischen Gemeindezentrums / CDU: „Idealer Standort“

Moschee lieber „eine Nummer kleiner“

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Achim - Das vom Kulturverein Achimer Muslime (Kamu) auf dem erworbenen Grundstück an der Autobahnbrücke in Hassel gewünschte Gemeindezentrum wird von den Fraktionen im Stadtrat grundsätzlich befürwortet. Im Ausschuss für Wirtschaft und Stadtentwicklung am Dienstag wurde die geplante Größenordnung allerdings als überdimensioniert kritisiert. Vor allem in diesem Punkt bestehe noch Klärungsbedarf, hieß es.

Seltenes Bild: Die Plätze für Zuhörer im Ratssaal waren bei der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses voll besetzt. ·

© Foto: Mix

Seltenes Bild: Die Plätze für Zuhörer im Ratssaal waren bei der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses voll besetzt. ·

Das von Kamu vorgelegte Konzept sehe für die Moschee und das angeschlossene Gemeindehaus 1 400 Quadratmeter Nutzfläche vor; aufgrund dieser Größe sei zu vermuten, dass der Verein wohl auch Gläubige aus der ganzen Region anlocken wolle, sagte Hans-Jürgen Wächter für die SPD. Das aber könnte an der Hasseler und Leipziger Straße zu „Verkehrs- und Parkplatzproblemen“ führen.

Unter anderem solle das neue muslimische Gemeindezentrum an der Hasseler Straße laut dem Plan allein drei Unterrichtsräume beherbergen. Dabei sei doch erst die Astrid-Lindgren-Schule zur Ganztagsschule ausgebaut worden, und das Bürgerzentrum (BüZ) an der Magdeburger Straße werde ja auch erweitert. „Wird das nicht alles ein bisschen zu viel des Guten?“, fragte Wächter. Darüber hinaus wolle die SPD von den Sozialarbeitern im BüZ noch eine „fachliche Einschätzung“ einholen, inwieweit die Integration der muslimischen Bewohner im Viertel denn vollzogen sei.

Das Zusammenleben in dem Stadtteil habe sich „sehr verbessert“, stellte der selbst dort wohnende Bürgermeister Uwe Kellner in der von zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern besuchten Sitzung fest. Die Moschee käme auf die grüne Wiese, wäre aber gleichzeitig von den Viertelbewohnern gut zu Fuß zu erreichen und deshalb ein „sehr geeigneter Standort“, schob Kellner nach.

„Ein idealer Standort aus Sicht der CDU“, schloss sich Erwin Dirk an. Dennoch stimmten die Christdemokraten wie auch die SPD und die WGA dafür, die Entscheidung über dieses Bauvorhaben zu verschieben. Es bedürfe noch „klärender Gespräche“ mit Kamu, sagte Wolfgang Heckel (WGA).

Allein Bündnis 90/Die Grünen wollten gleich grünes Licht für das Muslimenzentrum geben. Der Standort mit dem geplanten Abstand zu Häusern sei ein „Glückstreffer“, betonte Axel Eggers.

Die Grünen stünden ja für eine offene Gesellschaft mit kultureller Vielfalt. „Die Achimer Muslime müssen ihre Religion in würdigem Rahmen ausleben können und nicht versteckt in einer Ecke“, erklärte Eggers.

Aber auch er bemängelte die beabsichtigte Größe des Zentrums, „die offenbar über Achim hinausweist“. Und Eggers nahm „mit Besorgnis zur Kenntnis“, dass Milli Görüs bei dem Bau mit im Boot sitzen würde. Denn laut dem Verfassungsschutzbericht 2009 handele es sich dabei um eine „antidemokratische Organisation“. Jedoch halte er die ihm bekannten Funktionsträger und Mitglieder von Kamu solcher Umtriebe für nicht verdächtig, schränkte der Grüne ein.

Zum Schluss der Sitzung erhob noch ein Bewohner von Achim-Nord das Wort. Ein muslimisches Gemeindezentrum „eine Nummer kleiner“ wäre ja okay, sagte Robert Bonin, früher Ratsmitglied für die WGA. „Der Wertverlust für unsere Häuser ist doch jetzt schon groß.“ · mm

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