Otto-Modersohn-Museum eröffnete Winterausstellung

Wie farbige Gewebe

215.12.09|AchimFacebook
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Fischerhude - (kr) · „Ich will die Naturformen zu Trägern meiner Ideen machen. Das Stoffliche muss man ganz überwinden, alle Dinge müssen etwas Gemeinsames haben, wie ein Gewebe trotz der Tiefenwirkung den Flächencharakter betonen, im Gegensatz zum Naturalismus“, schrieb Otto Modersohn im Mai 1921 in sein Tagebuch.

Kreiszeitung Syke

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Dass und vor allem wie der berühmte Fischerhuder Landschaftsmaler diese seine Gedankengänge auf der Leinwand umsetzte, dokumentiert die am Wochenende eröffnete große Winterausstellung des Otto-Modersohn-Museums in der Fischerhuder Bredenau. Ausgewählte Modersohn-Werke aus der Zeit in Fischerhude von 1916 bis 1925 werden mit dem Untertitel „Die Eingliederung des Einzelnen in das Ganze“ präsentiert.

Sehenswert im Einzelnen, geschlossen und kompakt im Ganzen, übt diese Bilderschau einen ganz besonderen Reiz auf den Betrachter aus. Die thematische Zusammenstellung besteht aus eigenen Schätzen des Museums und aus Leihgaben privater Kunstfreunde, wodurch ein umfassender Blick auf diese Schaffensperiode Otto Modersohns ermöglicht wird. Zu sehen ist die Winterausstellung bis zum 28. März 2010 – täglich von 10 bis 18 Uhr. Nur am 24., 25. und 31. Dezember bleibt das Modersohn-Museum geschlossen.

Nach der musikalischen Begrüßung durch Annika Wahlström (Violine) und Susanne Lamke (Cello) mit Sonaten von Händel und Telemann sowie einigen kurzen Worten von Job Ferdinand von Strantz, dem Vorsitzenden der Gesellschaft Otto-Modersohn-Museum, führte bei der Ausstellungseröffnung Dr. Jörg Paczkowski, Direktor des Grafschaftsmuseums Wertheim, in die Präsentation und die damaligen Lebensumstände des Künstlers und seiner dritten Frau Luise Modersohn-Breling ein.

Im Mai 1917 zog es Otto Modersohn aus Worpswede zurück nach Fischerhude. In Wilhelmshausen im Hause des Tischlers Frese richtete sich die Familie eine Atelierwohnung mit Blick auf den Wümme-Nordarm ein. In der folgenden Zeit wandelte sich die Malerei Modersohns hin zu flächigen, transparent aufgebauten Bildräumen, die seinen Werken den Eindruck von farbigen Geweben verliehen. Eine beziehungsreiche, ausgewogene Ordnung der Kompositionselemente, die sein intensives Studium Cézanne’scher Arbeiten spiegelte, und Einflüsse des deutschen Expressionismus blieben nicht ohne Wirkung. Auch das Grafschaftsmuseum Wertheim besitzt einige wichtige Werke aus dieser Zeit und pflegt die Erinnerung an Otto Modersohn nachhaltig.

Wie bei allen Ausstellungen von Bildern seines Vaters ließ es sich der hochbetagte Christian Modersohn auch diesmal nicht nehmen, die Gäste persönlich zu begrüßen, um später mit den Besuchern von Bild zu Bild zu gehen.

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