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„Am Ende dann der Sexshop“

Gerhard Hasselmann vom Wirtschaftsbeirat besorgt über Innenstadtentwicklung

„Am Ende dann der Sexshop“

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Achim - Es gibt auch geschäftliche Erfolgsgeschichten im Achimer Innenstadtbereich, und manche Läden laufen zufriedenstellend. Insgesamt sei die Lage aber nicht rosig, stellt Gerhard Hasselmann vom Achimer Wirtschaftsbeirat angesichts neuer Leerstände in den vergangenen Wochen und Monaten besorgt fest.

„Räumungsverkauf wegen Aufgabe“ - der Navy-Shop in der Fußgängerzone. ·

© Foto: Laue

„Räumungsverkauf wegen Aufgabe“ - der Navy-Shop in der Fußgängerzone. ·

So manchen Geschäftsbetreiber plage die Frage, wie lange Weitermachen noch lohne. Es werde da auch im neuen Jahr „noch etwas passieren“.

Dass ein Laden erfolgreich ist und ein anderer scheitert, sei zwar der Lauf der Dinge. Doch wird es offenbar auch immer schwerer, neue Interessenten für freiwerdende Räume zu finden. Jedenfalls Interessenten einer gewissen Qualität.

Leer stehen unter anderem eine Baguetteria, der Herrenausstatter Store No. 6, seit langem eine ehemalige Heißmangel und demnächst der Navy-Shop. Auf die besondere „Leere“ an der Straße zwischen Kreisel und Bahnhof sei ja schon reagiert worden und dort jetzt nicht mehr nur Einzelhandelsnutzung möglich.

Achim müsse aber aufpassen, dass nicht eine Abwärtsentwicklung in der City einsetze, an deren Ende – bisher hier nicht zulässige – Spielhallen und Sexshops stünden, machte Hasselmann jetzt im Pressegespräch deutlich. In vergleichbaren anderen Städten sei dieser Trend schon zu beobachten.

Es fehle seit Jahren das längerfristige Konzept zur Entwicklung der Innenstadt: „Achim weiß nicht, was es will“. Zur Belebung bunte Blumenkübel aufzustellen wie vor einigen Jahren, reiche da nicht aus.

Auf der anderen Seite bremse eine „Das geht nicht“-Haltung örtlicher Politiker die Entwicklung, sobald neue Ideen vorgestellt werden. Jüngstes Beispiel sei die Zurückstellung des Architekten-Konzepts zur Bebauung des seit langem brachliegenden Scherfschen Geländes beim Kreisel. Terrassenartig abgestufte Wohnungen mit Ausblick zur Marsch, eine Geschäftsebene, in der es vor allem „weiße Ware“ für den Haushalt gibt und ein Garagen- und Parkbereich gehörten dazu. Statt dessen sei es weiterhin politischer Wille, ein großes Fachmarktzentrum zu integrieren, und die vorgesehene Parkfläche wurde als zu klein verworfen.

So geschehe erst mal weiterhin nichts, kritisiert Hasselmann, der das Schaffen eines neuen Mittel- und Anziehungspunkts in der City für besonders wichtig hält.

Ein Hindernis für Neuansiedlungen seien auch teils überhöhte Mieten. Die seien oft in geschäftlich guten Zeiten festgesetzt worden, heute aber nicht mehr zu rechtfertigen. Filialen bekannterer Geschäftsketten nach Achim zu holen, scheitere meist daran, dass geforderte Flächen von 500 Quadratmetern an aufwärts Mangelware seien.

Grundsätzlich habe Achim aber viel bessere Möglichkeiten der Entwicklung als viele andere kleine Städte, so Hasselmann. „Das Geld ist ja da“, betont er im Hinblick auf die Finanzkraft der Einwohnerschaft.

Es müsse nur systematisch gehandelt werden. Erfolgsbeispiele wie ein auch von viel Bremer Stammkunden genutztes Geschäft mit hochwertiger Bekleidung oder ein umgezogenes, weiter florierendes Schuhgeschäft bewiesen im Übrigen, was allein Qualität und fachlich-freundliche Bedienung schon bewirken können. Geschäfte müssten sich teils stark veränderten Wünschen der – zunehmend auch älteren – Kundschaft einfallsreich anpassen, rät Gerhard Hasselmann allgemein.

Dabei sei ihm schon klar, dass die Einkaufsgiganten, zwischen denen Achim liegt, „jetzt nicht einfach weggesprengt werden können“. · la

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